Schönebeck l Nicht mit einem großen Paukenschlag, wohl aber mit einem kräftigen Hieb auf eine große Trommel endete der letzte Auftritt für Melanie Schafflik und Sabrina Koeck bei den Handballerinnen der SG Lok Schönebeck. Bevor die beiden nun aus familiären und zeitlichen Gründen eher leise Töne anschlagen, feierten sie mit der Mannschaft im letzten Saisonspiel der Sachsen-Anhalt-Liga lautstark einen 24:16 (14:7)-Erfolg über die SG Weißenfels/Großgrimma. Somit war es nicht nur für die Gastgeber, sondern vor allem für die Aufbau- und die Rückraumspielerinnen ein gelungener Abschluss der Saison.

Wenngleich die Schönebeckerinnen zu Beginn noch nicht im Takt schwangen und mit 0:2 in Rückstand gerieten, so fanden sie bis zur zehnten Minute doch ihren Rhythmus und erarbeiteten sich eine 6:2-Führung. "Die Abwehrarbeit hat gut funktioniert, zudem waren wir im Tor gut aufgestellt", lobte Trainer Dirk Schedlo. "Man hat dann gesehen, dass wir unbedingt gewinnen wollten. Wir hatten das Spiel schließlich unter Kontrolle." Lediglich im Abschluss ließen seine Schützlinge mehrere gute Möglichkeiten liegen. "Wir waren teilweise zu inkonsequent."

Zudem fehlte das schnelle Umschalten im Umkehrspiel. "Wir haben uns alle Tore über das Positionsspiel erarbeitet. Das hat zwar funktioniert, aber so haben wir weniger Treffer erzielt als möglich gewesen wären." Dennoch ging es mit einer beruhigenden Führung in die Pause.

Nach dem Wechsel ließ sich Schönebeck zumeist auf die Provokationen der Gäste ein. "Das hat mir nicht gefallen." Dagegen immun waren allerdings die Unparteiischen, die eine unfaire Spielweise rigoros bestraften, sodass Weißenfels insgesamt zehnmal von der Platte gestellt wurde. Doch aus der numerischen Überzahl resultierte zu wenig Zählbares für die SG Lok. Zwischenzeitlich verkürzte die Spielgemeinschaft zum 13:19, was "einem gefühlten Drei-Tore-Vorsprung gleichkam". Mit einem 10:9-Erfolg in der zweiten Halbzeit brachten die Schönebeckerinnen die Partie schließlich über die Bühne.

Es war nun keine Sinfonie, die Lok aufs Parkett brachte, sondern eher ein melodischer Popsong, doch die Feierlaune trübte die Vorstellung nun keineswegs. Am Ende steht Platz neun in der Liga zu Buche. "Hätten wir zwei Spiele gegen Teams, die vor uns stehen, besser gestaltet, was durchaus drin war, dann wären wir vielleicht auch Fünfter geworden", haderte Schedlo mit den vergebenen Möglichkeiten. Dennoch "machen die Platzierung und der Sieg Mut für die kommende Saison. Wir müssen allerdings an der Konstanz arbeiten."

Für die kommenden vier Wochen hat der Coach "Freies Training" verordnet. Sie werden also eher die leisen Töne anschlagen. Da Schedlo beruflich eingespannt ist, dürfen sich seine Schützlinge selbst aussuchen, in welcher Form und mit welchem Instrument sie sich dabei bewegen.

Lok Schönebeck: Suchan - Wolf (3), Schafflik (2/1), Bauer (4), Depta (3), Koeck (6/1), Krause (4/3), Sauer (2), Freiberg, Moschner, Rauschenbach

Weißenfels/Großgrimma: Behling, Szillat - Hartmann (1), Hillert (4), Schmidt, Weniger (2/1), Schwerthfeger (2), Salditt, L. Bahr (3/2), J. Bahr (3), Graul

Siebenmeter: Schönebeck 7/5 - Weißenfels 6/3; Zeitstrafen: Schönebeck 5 - Weißenfels 11; Rot: Stefanie Weniger (3x2 Minuten, 41:07), Janine Graul (3x2 Minuten, 59:55) -beide Weißenfels-