Bereits morgen startet Fußball-Landesligist Schönebecker SC in das neue Spieljahr, zumindest laut Plan. Ob die Nachholbegegnung des 13. Spieltags gegen den SV Eintracht Salzwedel tatsächlich angepfiffen wird, entscheidet sich erst am Spieltag, denn der Rasenplatz ist ohnehin gesperrt, sodass als Alternative nur der Hartplatz in Frage kommt. Anpfiff wäre um 13 Uhr.

Schönebeck. "Wir wollen der Liga zeigen, dass wir noch leben", gibt sich Christian Kehr, der Trainer, vor der richtungsweisenden Partie gegen einen "Konkurrenten auf Augenhöhe", die er ungeachtet der ungeklärten Platzfrage auf jeden Fall spielen will, kämpferisch. Am Mittwoch stimmte sich die Mannschaft bereits mit einem Testspiel auf die Begegnung ein. Beim Tabellenführer der Verbandsliga, dem Magdeburger SV 90 Preussen, verlor der SSC auf Kunstrasen zwar mit 0:1 (0:1), zeigte aber ansprechende Ansätze, vor allem in der Defensive. Lediglich "Aushilfe" Jan Rettinghaus aus der zweiten Mannschaft überwand den ansonsten sicheren Dirk Bizuga im Gehäuse des SSC mit einem Eigentor. Obwohl seine Mannschaft nach vorn wenig Akzente setzen konnte, zeigte sich Kehr dennoch zufrieden: "Es war ein ordentlicher Test unter Wettkampfbedingungen", trotz arger Personalnot. Mit Tobias Buchholz, Enrico Klüter, Thomas Duscha, Maik Adrian und Danny Rothe meldeten sich gleich fünf Stammkräfte aufgrund von Krankheit ab. Der morgige Einsatz des Quintetts ist somit fraglich, Klüter (Erkältung) fällt definitiv aus. Neu dabei ist hingegen Sebastian Deumelandt. Der Keeper wechselte vom Verbandsligisten Oscherslebener SC an die Elbe.

Kehrs Einschätzung der noch nicht abgeschlossenen Hinrunde indes fällt im Vergleich zum letzten Testspiel negativer aus: "Sie war sehr durchwachsen." Das erste Halbjahr begann mit einer wahren Leidensphase. Den vielversprechenden Leistungen beim Sparkassen-Cup – der SSC gewann unter anderem im Halbfinale gegen Stadtrivale Schönebecker SV mit 4:0 – standen schwere Verletzungen von Spielern gegenüber, die sie sich während des Vorbereitungsturniers zuzogen. So fielen Torhüter Julian Kerzel (Armbruch), Marcus Bolze (Bänderriss) und Maximilian Dentz (Kreuzbandriss) langfristig aus. "Wir wollten so etwas auffangen und haben den Kader dementsprechend aufgestellt", blickt der Trainer zurück. Jedoch musste er bereits in den ersten Begegnungen feststellen, dass die Qualität zwar durchaus vorhanden war, doch Typen wie Bolze und Dentz, die ein Spiel jederzeit beleben können, nur schwer zu ersetzen sind. So tat sich der SSC in der ersten Runde des Landespokals schwer und schied nach einer 3:4-Niederlage unglücklich gegen Landesklasse-Vertreter SV Westerhausen aus. Auch der Auftakt in die Landesliga misslang. Die Kehr-Elf verlor nach einer 2:0-Führung noch die Partie beim SV Fortuna Magdeburg – sportlich der erste wirkliche Rückschlag. Aus den folgenden fünf Partien holte der SSC schließlich 13 Punkte, fand sich auf Platz zwei wieder, bis drei Niederlagen nacheinander das Saisonziel Aufstieg wieder in weite Ferne rücken ließen. Die Mannschaft setzte sich zusammen, besprach die jüngste Entwicklung, analysierte die Fehler und verständigte sich darauf, "nicht immer nur Hurra-Fußball" zu spielen, sondern auch mal ergebnisorientiert. Die Reaktion folgte umgehend. Bei der Reserve von Germania Halberstadt, erstmals mit Routinier Dirk Bizuga zwischen den Pfosten, spielten die Schönebecker 0:0 und Kehr sah "ein hohes Landesliganiveau mit dem besten Saisonspiel beider Mannschaften". Bizuga war ein wichtiger Faktor für die zunehmende Stabilität in der Abwehr, Mats Wejsfelt der andere. Trainer Kehr sieht in dem Ex-FCM-Spieler "eine absolute Verstärkung". Auch die Rückkehr von Bolze (Kehr: "Ein Vorbild an Leistung und Einsatzbereitschaft") wirkte sich positiv aus, sodass der SSC in den letzten vier Spielen zehn Punkte holte, einschließlich dem unglücklichen 2:2 über die TSG Calbe und dem souveränen Derbysieg gegen den SSV (1:0).

Kehr resümiert: "Wir haben oft attraktiven Fußball geboten, auch mit einer gewissen Beständigkeit. Doch wir haben uns teilweise durch Kleinigkeiten aus dem Konzept bringen lassen, mal hatte der Gegner zu große Räume". Mit seiner Mannschaft hat der Trainer daran intensiv gearbeitet, um den Aufstieg, für den er Tabellenführer Ottersleben in der Favoritenrolle sieht, eventuell doch noch zu verwirklichen. "Sieben Punkte Rückstand sind zwar eine Menge Holz, doch die ersten Spiele werden es zeigen. Wir glauben daran".