Es dauerte nur einen Moment, die Folgen hingegen ein Jahr. Patrick Ebeling, Kapitän der Fußballer vom Schönebecker SV, riss sich das Außenband im linken Knie und musste zwölf Monate auf den aktiven Spielbetrieb verzichten. Nun kehrt er zurück.

Schönebeck l Es geschah im Spiel gegen den Magdeburger SV Börde, ausgerechnet der Verein, von dem Ebeling einst zum SSV gewechselt war. "Ich wollte den Ball mit dem Oberkörper abfangen und drehte mich dabei", erinnert sich der 26-Jährige. "Die Beine drehten sich nicht mit und so war es passiert. Es war meine eigene Schuld, kein Gegner war daran beteiligt."

Die erste Diagnose lautete: Bänderdehnung. "Am Abend ist das Knie aber sehr angeschwollen und ich bin nochmal ins Krankenhaus gefahren", berichtet Ebeling. Dann fiel die Diagnose anders aus: Die Bänder im linken Knie waren gerissen. Die Verletzung musste per Operation behoben werden. "Fünf Tage lag ich im Krankenhaus in Gommern", so der Kapitän.

Nach der Operation, die im Mai stattfand, konnte Ebeling die letzten Spiele der Saison 2013/13 und die Hinrunde der aktuellen Spielzeit nur zuschauen. "Da kribbeln einem schon die Beine. Man will wieder aufs Feld, vor allem, wenn man weiß, dass man sich in der einen der anderen Situation anders entschieden hätte als der Teamkollege", erklärt Ebeling.

Im Januar 2014 durfte der 26-Jährige wieder in den Trainingsbetrieb einsteigen. "Alles hat natürlich mit Kräftigungsübungen für die Muskeln begonnen", erinnert sich der Kapitän. "Ich musste ja erstmal langsam einfangen, mein Knie wieder zu belasten."

Inzwischen kann Ebeling aber wieder am regulären Training des SSV teilnehmen. Coach Marko Fiedler hatte im Spiel gegen den FSV Saxonia Tangermünde sogar entschieden, dass der Kapitän eine kurze Einsatzzeit bekommen konnte. Die Fans waren natürlich begeistert. "Es war ein schönes Gefühl, endlich wieder auf dem Feld zu stehen", so Ebeling. "Außerdem war es schon etwas Besonderes, wieder die Kapitänsbinde überzustreifen."

Zum Kapitän wurde Ebeling übrigens trotz seiner Verletzung gewählt. "Was die Jungs da geritten hat, weiß ich auch nicht", scherzt der 26-Jährige. "Aber ich freue mich darüber, weil es zeigt, dass mir das Team viel Vertrauen entgegenbringt."

Begonnen hat Ebelings Fußball-Karriere bei den F-Junioren des 1. FC Magdeburg, ab der B-Jugend spielte er für Börde. "Dann kam eine Pause", erklärt der 26-Jährige. "Das war meine Jugendzeit und ich wusste damals nicht, was nun wichtiger war: Fußball oder Feiern." Eigentlich wollte Ebeling mit dem Sport aufhören, doch als sein Großvater verstarb, "habe ich ihm am Sterbebett versprochen, weiter Fußball zu spielen". Über Freund und Teamkollege Enrico Palm sowie seinen Bruder Steven (der inzwischen bei Magdeburg Preussen im Tor steht), kam er schließlich zum Schönebecker SV. "Der Verein hat mich super aufgenommen. Es macht wirklich Spaß, beim SSV zu spielen".

Auch der Trainer weiß um die Stärken seines Kapitäns. "Er ist schnell und stark in den Zweikämpfen", lobt Fiedler. "Außerdem hat Patrick seine Führungsqualitäten unter Beweis gestellt."

Da sich Ebelings Fitnessstand zwischen 60 und 70 Prozent bewegt, will ihm der Coach nun nach und nach wieder Einsatzzeiten geben.