Besser hätte es der König der Spannung, Filmregisseur Alfred Hitchcock, wohl kaum nicht hinbekommen. In den letzten beiden Hinrunden-Partien der Sachsen-Anhalt-Liga treten die B-Jugend-Handballer des Tabellen- führers SG Eintracht Glinde erst gegen den Dritten HC Einheit Halle 05 (30. Januar) und dann gegen den Zweiten SC Magdeburg (19. Februar) an. "Danach wollen wir wenigstens Zweiter sein", sagt Dieter Staat aus dem Trainergespann mit seinem Sohn Tristan.

Glinde. Eine Woche hat die Eintracht also noch, um sich "auf das erste Schlagerspiel" einzustimmen. Die Vorbereitung darauf läuft allerdings bereits seit Saisonbeginn. In jeder Partie stellte das Team eine offensive 3-2-1-Abwehr. Zwar lädt das die gegnerischen Mannschaften ein, schnell über Außen abzuschließen, doch "damit können wir gegen Halle und Magdeburg besser bestehen", erklärt Dieter Staat. Und so schlecht ist Glinde mit diesem System bisher nicht gefahren.

Dass es mit weißer Weste auf dem ersten Platz stehen würde, mit diesem riesigen Erfolg hat Staat nun nicht gerechnet, wenngleich es eine der stärksten Eintracht-Teams aller Zeiten ist. Dazu beigetragen haben beispielsweise Erik Burmester, Bruno Zimmermann, Gordon Kaffenberger und Melf Ruhland, die es nicht in den 20er Kader des SCM geschafft haben. Zudem kamen mit Bastian Krautwald ein starker Keeper vom HV Rot-Weiss Staßfurt sowie Sören Lange und Daniel Bierhals Verstärkungen vom BSV 93 Magdeburg. Ein herausragender Spieler ist darunter nicht zu finden. "Wir haben einen ausgeglichenen Kader", betont Staat, eine echte "Eintracht" also. Das macht das Team so erfolgreich.

Denn über 50 Minuten eine 3-2-1 aufrecht zu erhalten, das erfordert Kraft und Ausdauer. "Wir hatten ein sehr gutes Trainingslager", sagt der Trainer. Zwei Wochen lang wurden damals im Sommer Kondition antrainiert und Spielzüge eingeschliffen. Trotzdem ist eben jene Abwehr "noch unsere Schwachstelle". 220 Gegentreffer hat Glinde bisher kassiert, fast doppelt so viele wie beispielsweise der SCM. "Wir sind teilweise noch zu weich, spielen mit zu wenig Körpereinsatz." Daran wurde in der Pause über den Jahreswechsel verstärkt gearbeitet.

Die erfolgreiche Bilanz soll also weitergeführt werden, bisher hat Glinde neun Siege eingefahren. "Natürlich waren einige Partien dabei, wo es mal nicht so rund lief", erinnert sich der Coach. Gegen die TSG Calbe beispielsweise "haben wir zu zögerlich und ohne die richtige Spannung begonnen". Das ärgert Staat aber nur bedingt, denn "in diesem Alter ist das normal". Sicherlich werden ihn die Erfolge, die das Team trotz der teilweise mangelnden Einstellung in den ersten 25 Minuten eingefahren hat, milde gestimmt haben.

Bisher gelang es der Eintracht also, den Schalter noch rechtzeitig umzulegen. Gegen Halle und Magdeburg wird sicherlich mehr notwendig sein, um zu bestehen und am Ende womöglich den Thron in der Liga zu behaupten. "Das ist natürlich schwer", weiß Staat, nicht nur gegen die Landeshauptstädter. Aber die Motivation wird eine andere sein, nicht nur bei den ehemaligen SCM-Kandidaten. Doch zuerst kommt Halle.