Zu Ostern feierte die TSG Calbe II die Wiederauferstehung in der Fußball-Salzlandliga. Mit sechs Punkten aus zwei Nachholspielen war das Team der große Gewinner. Wo es Gewinner gibt, gibt es auch Verlierer: der SV Rathmannsdorf ging leer aus. Kurios: Trotz der zwei Niederlagen machte der SVR einen Rang gut.

Salzlandkreis l Nach der 0:3-Pleite gegen Einheit Bernburg und der 1:2-Niederlage gegen Calbes Reserve dürfte in Rathmannsdorf niemand zufrieden sein. Zwar kletterte die Elf von Frank Oehme auf den siebten Rang, doch zuvor winkte sogar der dritte.

Das 0:3 in der Kreisstadt brachte Oehme kurz und knapp auf den Punkt: "Das war nichts." Die personelle Situation spielte dabei keine unwesentliche Rolle. Der SVR trat ohne Wechsler und in dem Wissen an, nach nur einem Tag Pause erneut auf dem Rasen zu stehen.

Dem Rathmannsdorfer Coach störte aber nicht nur die Personalnot. Er haderte außerdem mit Schiedsrichter Maximilian Scheibel. Nach Oehmes Ansicht blieb seinen Schützlingen ein Strafstoß verwehrt - und damit wohl auch die 1:0-Führung. "Und im Gegenzug wird ein Elfmeter gegen uns gepfiffen und Bernburg geht in Führung", ärgerte er sich. Für Oehmes Geschmack bewies Scheibel in einigen Situationen nicht genug Fingerspitzengefühl, sodass am Ende zu viele Karten gezückt wurden. Beide Teams kassierten drei Gelbe, der SVR zusätzlich noch eine Rote.

Gegen die TSG II war es ein anderer Grund, der laut Oehme für die Niederlage ausschlaggebend war. "Eigentlich hat Calbes Erste gewonnen." Drei Landesliga-Akteure befanden sich in der Startelf, zwei weitere saßen auf der Bank. "Dadurch hatte der Gegner eine andere Qualität als sonst in der Liga", wusste der SVR-Trainer. Dabei war er durchaus nicht nur unzufrieden mit seiner Mannschaft. "Wir haben gut mitgehalten. Es war ärgerlich, dass ein Elfmeter entschieden hat." Bei allem Ärger über den Strafstoß stritt Oehme nicht ab, dass es eine korrekte Entscheidung war. "Sebastian Paetzold kam zu spät, der Pfiff war richtig."

Nach der osterlichen Nullnummer schaut der SV Rathmannsdorf nach vorn. "Natürlich haben wir uns mehr vorgenommen. Aber wir müssen es nehmen, wie es ist", erklärte Oehme. Bereits am Freitag hat seine Elf das nächste Nachholspiel gegen den Egelner SV Germania. "Vier Partien in acht Tagen sind eine hohe Belastung für uns. Die Jungs gehen auf dem Zahnfleisch."

Während der SVR leer ausging, fuhr die TSG II das Maximum an Punkten ein. Dabei sieht Co-Trainer Detlef Sob- czak nicht nur die beiden Dreier über Ostern, sondern auch den Erfolg zuvor gegen Wolmirsleben. "Das waren zusammen sogar neun Punkte, die für uns einen riesen Schub nach vorn bedeuten."

Besonders angetan war er über die Zusammenarbeit mit den anderen beiden TSG-Mannschaften. Dabei betonte er ausdrücklich, dass nicht nur die Erste hilfreich war, sondern auch die Dritte. "Es ist ein Geben und Nehmen. Uns bedauert ja auch keiner, wenn wir Spieler an die Landesliga abgeben müssen", erklärte der TSG-Trainer.

Wenngleich die Situation der TSG II mit 30 Punkten und Rang zehn entspannter scheint, heben die Calbenser nicht ab. "Das Ziel bleibt der Nichtabstieg oder ein gesunder Platz im Mittelfeld", betonte Sobczak. Denn noch sei nichts entschieden. "Natürlich lief es zuletzt super, es war ein riesen Schritt. Aber wir wiegen uns noch nicht in Sicherheit." Er weiß, dass es weiterhin eine Menge Arbeit wird, aber auch, dass die zurückliegenden Erfolge einen positiven Begleiteffekt haben. "Wir mussten schon einige Klatschen einstecken. Die drei Siege in Folge waren für die Psyche sehr wichtig."

 

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