Schönebeck (nrc) l Bryan Giebichenstein hatte sicher geplant, seinen 20. Geburtstag zusammen mit einem Sieg über den Magdeburger SV Preussen und dem Erreichen von Tabellenplatz vier in der Fußball-Verbandsliga zu feiern. Doch daraus wurde nichts, denn der Schönebecker SC unterlag ab Freitagabend mit 1:4 (0:4).

In Hälfte eins überzeugten die Gastgeber nicht. Fehlpässe und lange Bälle, die kaum Abnehmer fanden, prägten das Spiel. Die Gäste waren sicherer, suchten die Lücken in der Abwehr und kamen so in den ersten zehn Minuten zweimal Giebichensteins Kasten gefährlich nah. Zunächst wurden die Angriffe noch geklärt, doch dann hebelte Preussens Kapitän Nils Oliver Göres den Ball zum 1:0 ins Tor. Kurz darauf hatte der SSC die Chance zum Ausgleich. Pascal Matthias und Vit Fiser versuchten ihr Glück, scheiterten aber an Torwart Steven Ebeling.

In der 36. Minute dann der negative Höhepunkt: Martin Liebold wollte sich einen langen Ball erobern und zielte mit dem Fuß Richtung Leder. Zu spät bemerkte er dabei Matthias Rhode, der ihm zuvor kommen wollte. Liebold traf nicht den Ball, sondern Rhode am Kopf. Dieser ging mit stark blutender Wunde zu Boden. Liebold verhielt sich jedoch sportlich, blieb beim Magdeburger, als dieser verarztet wurde und entschuldigte sich. Fußball wurde dann auch noch gespielt, allerdings eher von den Preussen, die schließlich mit einer 4:0-Führung in die Kabine gingen. Dabei dürfte Philipp Glage wohl der Mann des Spiels sein, denn er erzielte das 2:0 (20.) und 4:0 (40.).

Die SSC-Trainer Heiko Böhler und René Kausmann waren alles andere als zufrieden. "Drei Treffer waren geschenkt", so Böhler. Nur eine Sache störte die beiden noch mehr als die schwache Vorstellung ihrer Elf in Halbzeit eins: die Schiedsrichterleistung. In der Tat schien der Unparteiische Benjamin Petri nicht seinen besten Tag erwischt zu haben. Er verteilte die Karten recht einseitig - Schönebeck bekam fünf, Preussen eine - und entschied auch in einigen Situationen nicht korrekt. "Der Schiedsrichter hat uns betrogen", sagte Böhler wütend.

In Halbzeit zwei änderte sich daran nichts, was nicht nur das Team, sondern auch die Fans erzürnte. Allerdings trat der SSC nun deutlich sicherer auf. Doch der Erfolg blieb aus. Der Ehrentreffer zum 1:4 fiel nach einem Elfmeter, den Mario Hosenthien verwandelte (69.). "Wir haben in der ersten Halbzeit nicht ins Spiel gefunden. Erst in der zweiten Hälfte hat das Team mit mehr Willen agiert", resümierte Böhler.

SSC: Giebichenstein - Hosenthien, Renger, Matthias (80. Barrano), Viser, Liebold, Instenberg, Weile, Sommermeyer, Schulz, Krause

Tore: 0:1 Nils Oliver Göres (10.), 0:2 Philipp Glage (20.), 0:3 Patrick Appel (34.), 0:4 Philipp Glage (40.), 1:4 Mario Hosenthien (69. FE), SR: Benjamin Petri, ZS: 121