Schönebeck l In ihrem ersten Jahr in der 2. Bundesliga 120 Wurf sicherten sich die Kegler vom Schönebecker SV den siebten Platz. Bei zwölf Mannschaften kein schlechtes Ergebnis und schon gar nicht vom Abstieg bedroht - doch weit gefehlt. Da die Liga auf zehn Teams reduziert werden soll und Freiberg im Aufstiegsturnier zur 1. Bundesliga das Nachsehen hatte, werden weitere Absteiger notwendig. Dies betrifft nun auch den SSV. Zu Unrecht, wie Mannschaftsleiter Thomas Stacke findet. "`Vor der Saison war keine Rede von mehr als drei Absteigern. Zudem wird im Falle der Punktgleichheit bei Abstiegskandidaten wie bei uns und Elsterwerda ein Entscheidungsspiel notwendig." Also legte der SSV Einspruch gegen die Abschlusstabelle beziehungsweise die Regelung ein. Dazu hatte sich der Deutsche Kegelbund Classic (DKBC) bisher nicht geäußert. "Wir haben alle Unterlagen rechtzeitig und per Einschreiben abgeschickt."

Trotz der aktuellen Missverständnisse waren die Schönebecker sehr zufrieden mit dem Abschneiden in der Saison. Als Aufsteiger "mussten wir uns in der Hinrunde erst dem hohen Niveau anpassen, haben die ersten Spiele Lehrgeld bezahlt", schätzt Stacke ein. Nach Niederlagen gegen Langendorf, Rudolstadt und Zerbst II gelang am 4. Spieltag der ersehnte erste Erfolg gegen Senftenberg, dem der SSV sogleich einen Sieg über Roßlau folgen ließ. Es folgte ein ständiges Auf und Ab. "In der Rückrunde hatten wir dann Einiges liegengelassen." In Jena (3:5) beispielsweise "haben wir schlecht gespielt", auch in Senftenberg (3:5), wo der SSV den Aufstieg gesichert hatte, "waren wir 100 Holz schlechter als damals". Und auch das letzte Heimspiel gegen Rieth (2:6) "muss man einfach gewinnen, dann hätte man das ganze Hin und Her jetzt nicht". So ist es bis zum Ende eng geblieben im Rennen um den Klassenerhalt, in dem das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.

Wenngleich sechs Punkte Vorsprung vor den ursprünglichen Abstiegsplätzen eine Menge Holz sind, hat der SSV nicht sein gesamtes Potenzial ausgeschöpft. "Es spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Berufliche und private Verpflichtungen beispielsweise verhinderten ein regelmäßiges Training", erklärt Stacke. Dies spiegelte sich auch in den Pokalwettbewerben wider, in denen der SSV im Halbfinale des Kreispokals beim SV Germania Borne die Segel streichen musste und im Landespokal im Viertelfinale beim SV Wörlitz scheiterte. "Das hatte aber auch damit zu tun, dass wir am Wochenende sonnabends in der Liga und sonntags im Pokal antreten mussten."

Es wäre schade, wenn der SSV nun in die Verbandsliga absteigen müsste. "Wir haben in der 2. Liga neue Orte und Anlagen kennengelernt. Es war ein spannende Saison, die Spaß gemacht hat. Es war ein Highlight und wir würden gern dabeibleiben." In der kommenden Spielzeit bleibt das Team weitgehend zusammen. Auch Björn Schulz möchte unterstützen, er wird nach dem Umzug ins nördliche Thüringen allerdings kaum mittrainieren können und muss zu den Punktspielen pendeln.