Die Vorzeichen standen für die Handballer der TSG Calbe alles andere als günstig vor dem schweren Auswärtsspiel beim Güsener HC. Dennoch schlugen sich die verbliebenen neun Spieler wacker und hielten die Chance auf einen Punktgewinn bis zum Schluss aufrecht, um am Ende doch mit leeren Händen dazustehen. 31:30 (16:15) hieß es am Ende für den glücklichen Gastgeber.

Güsen. Vor der Partie kam alles zusammen. Die ohnehin schon angespannte Personalsituation – zu den bereits feststehenden Ausfällen von Andreas Doll und Nils Rätzel gesellten sich kurzfristig noch die Kralik-Brüder Maximilian und Felix – wurde zusätzlich durch das Fehlen von Interimstrainer Peter Weiß, der den erkrankten René Linkohr vertritt, verschärft. Als ob das nicht schon genug wäre, konnte die Mannschaft in der vergangenen Woche nicht trainieren, da die heimische Sporthalle "Am Heger" als Notunterkunft für die vom Hochwasser betroffenen Bürger der Stadt umfunktioniert wurde. So stellte Abteilungsleiter Gunnar Lehmann, der gemeinsam mit Torwarttrainer Ralf Bertram die TSG betreute, treffend fest: "Andere Mannschaften hätten sicher abgesagt."

Doch die Calbenser stellten sich der Herausforderung, und das gar nicht mal schlecht. Von Beginn an hielten sie die Partie ausgeglichen, gingen beim 5:4 erstmals in Führung und bauten diese zum 8:6 auf. Danach trat eine Schwächephase ein, in der die TSG eine Führung aus der Hand gab und die sich in Hälfte zwei wiederholen sollte. "Wir haben uns in beiden Halbzeiten jeweils eine zehnminütige Auszeit genommen, in der wir unvorbereitet warfen und zu passiv in der Abwehr standen", sagte Lehmann. Die erste mündete in einem 10:14-Rückstand, den die TSG bis zur Pause aufholte und mit 15:16 in die Kabinen ging. Die zweite endete nach dem 20:20-Ausgleich in einem neuerlichen Rückstand – 22:27. Und wieder kamen die Calbenser zurück, brachten die Gastgeber beim 28:27 in arge Bedrängnis. "Es ist uns gut gelungen, das riesenhafte 6-0-Bollwerk der Güsener zu überwinden", konstatierte Lehmann. Vor allem Ron Barby, dem Lehmann "das beste Spiel, seitdem er bei der TSG ist" bescheinigte, stach hervor, traf insgesamt zehn mal. Als beim Stand von 30:29 für Güsen die TSG die Chance zur Wende hatte, entschieden die Schiedsrichter auf Strafwurf für die Gastgeber. "Eine folgenschwere Fehlentscheidung, der Spieler kam frei zum Wurf", entfuhr es Lehmann, der mit ansehen musste, wie seiner Mannschaft nur noch der Treffer zum 31:30-Endstand blieb. "Ein Lob an die kämpferische Leistung, doch die Fehlerquote war einfach zu hoch", trauerte der Trainer nach dem Schlusspfiff jenen Phasen der Schwäche hinterher, in deren Folge die Aufholjagd zu viel Energie kostete, Energie, die der dezimierte Kader am Sonnabend nicht aufzubringen im Stande war.

Güsen: Bretschneider, T. Beyer – K. Haßbargen (10/4), Buchheister, Hennig (2), Teßmann (2), Hoffmann (4), C. Beyer (5), C. Haßbargen (1/1), Eichner, R. Klewe (7), Salomon, Steindorf

Calbe: Bertram, Knörich – Walter (1), B. Rätzel (3), Barby (10), Hulha (5), Roost (4), Fritsche (1), Hübner (6)

Strafwürfe: Güsen 5/6 – Calbe 2/2; Zeitstrafen: Güsen 4 – Calbe 2