Spergau (mnd). Die magere Auswärtsbilanz der Handballer der SG Lok Schönebeck erhielt am Wochenende bei der SG Spergau weitere Nahrung. Die Mannschaft von Trainer Volker Musche knüpfte, ausgehend von der Punktevergabe, an die letzten Begegnungen in der Fremde an, spielerisch unterbot sie die zuletzt gezeigten Leistungen jedoch um Längen. Lok verlor 23:32 (9:14).

"Es war mit Abstand die schlechteste Saisonleistung", fand Musche deutliche Worte. Wenn es am Sonnabend für ihn überhaupt einen Grund zur Freude, oder vielmehr zu einem zaghaften Lächeln, gegeben hatte, dann war es die Anfangsphase. Diese bestimmten die Schönebecker noch und führten schnell mit 5:1. Doch die komfortable Position des Führenden wurde leichtfertig verschenkt, indem die Mannschaft drei klare Chancen ausließ, um den Vorsprung auszubauen. Selbst Tempogegenstöße waren nicht von Erfolg gekrönt. Schnell hatte der Gastgeber den Vorsprung aufgeholt, glich zum 5:5 aus. "Selbst da war noch alles im grünen Bereich", sagte der Trainer. Doch danach nahm das Unheil seinen Lauf. Aus Frust über die eigenen Unzulänglichkeiten beging das Musche-Team unnötige Fouls, war in den entscheidenden Zweikämpfen einen Schritt zu spät. Die Folge waren meist Strafwürfe, die die Gastgeber sicher verwandelten.

Als wäre der Halbzeitstand von 9:14 nicht schon Strafe genug, kassierten die Schönebecker noch zwei überflüssige Zeitstrafen, sodass der zweite Abschnitt in doppelter Unterzahl begonnen werden musste. Dass eine Aufholjagd so nur bedingt umsetzbar ist, mussten dann auch die Gäste erfahren. Der Rückstand wuchs sogar weiter an. Auf acht Treffer enteilte Spergau. Musche probierte alles, nahm Veränderungen am Abwehrsystem vor, wechselte auf nahezu allen Positionen, allein der gewünschte Erfolg blieb aus. Stattdessen führte Spergau Mitte der zweiten Halbzeit mit zehn Treffern. Einzig Christian Rabe und Torhüter Patrick Tuchenschienen sich gegen die Niederlage zustemmen, zudem gefiel Danny Schulz auf Rechtsaußen, erzielte zwei Treffer. Der Rest der Mannschaft hatte sich damit abgefunden, versprühte keine Aggressivität, spielte kopflos, "war einfach nicht da". Der Endstand von 32:23 war dann die logische Konsequenz einer Leistung, die Musche ratlos zurückließ: "Ich kann es nicht in Worte fassen". Er kündigte an, mit seiner Mannschaft beim heutigen Training hart ins Gericht zu gehen und erwartet eine Trotzreaktion im nächsten Spiel gegen den BSV 93 Magdeburg.

Schönebeck: Tuchen, Schuster – Stark, Kazmierowski, Seifert, Hohmann, Weidner, Schröder, Sternberg, Schulz, Rabe, Papendieck, Bauer