Die SG Lok Schönebeck musste sich an viel Neues zu Beginn der Saison 2013/14 gewöhnen - vor allem an den Trainer Henning Stapf und dessen Methoden. Doch das Team stellte sich gut auf den Coach ein und beendete die Saison in der Handball-Verbandsliga schließlich auf Platz sieben.

Schönebeck l "Es war ein Lehrjahr für uns alle", resümierte Henning Stapf, der die Lok-Sieben von Dirk Heinrichs übernahm, der nun Coach bei Eintracht Gommern ist. Stapf traf auf ein junges Team. "Bis auf Stefan Kazmierowski sind alle um die 23, 24 Jahre alt."

Stapf merkte schnell, dass er sich wohl auf eine Saison mit "Licht und Schatten" einstellen muss. Und genau das beschreibt Lok auch am besten, denn die Mannschaft überzeugte stets mit einer guten Offensive, doch bereits von Beginn an kristallisierte sich ein deutliches Manko heraus: die Defensive. Diese brach den Elbestädtern in sechs von 22 Partien quasi das Genick. "Wir führen mit teilweise zehn Toren und vergeben dann den klaren Sieg."

Durchwachsen begann auch der Start. Nach dem 35:33 (16:14)-Auftaktsieg gegen den HC Einheit Halle II folgte eine herbe 32:42 (11:20)-Niederlage beim HC Burgenland II. Nach dieser holprigen Startphase schien sich Lok allerdings erst einmal "eingespielt" zu haben, denn mit drei Siegen in Folge kletterten die Elbestädter auf den vierten Tabellenrang. Ein Platz "der durchaus auch am Saisonende zu Buche hätte stehen können", schätzte Stapf ein. "Die Jungs haben das Potenzial dazu allemal."

Doch vom 7. bis zum 11. Spieltag brach Lok erheblich ein. Vier Niederlagen in Folge kosteten wertvolle Punkte und so wurden die Schönebecker auf den achten Platz durchgereicht. "Wir haben in dieser Zeit Auswärtsspiele gegegen Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte bestritten", erklärte der Coach. "Zudem wurden die Probleme in der Abwehr gravierend. Das hat uns die Zähler gekostet."

Die Ursachen für die teilweise katastrophale Defensive liegen aber nicht erst seit der Saison 2013/14 vor. "Die Spieler haben mir in Gesprächen mitgeteilt, dass sie nie eine wirklich gute Defensivarbeit gelernt hätten", so Stapf. "Das hat mich schon sehr überrascht, da das doch in der Jugend geschult werden muss. Offensichtlich gab es bei meinen Jungs da eine schlechte Schule." Der Trainer kreidete dies seinen Schützlingen aber nicht an. "Ich war froh über diese Offenheit, denn ich wusste, wo ich ansetzen muss."

Die Ernte einer verstärkten Defensivarbeit im Training in der Winterpause fiel zu Beginn der Rückrunde allerdings eher spärlich aus. Lok bestritt auch weiterhin gute erste Halbzeiten und gab den Sieg dann in Hälfte zwei aus der Hand. "Das lag allerdings nicht ausschließlich an der Deckung", erläuterte Stapf. Vielmehr "fehlte es im Team noch an der nötigen Erfahrung." Lok verschenkte leichtfertig Punkte - durch zu viele Einzelaktionen im Angriff. "Wir führten mit einem komfortablen Vorsprung und dann waren die Jungs der Meinung, jeder müsse allein das Spiel entscheiden." Neben wertvollen Zählern im Ligabetrieb wurde auch das Weiterkommen im HVSA-Pokal vergeben. Lok unterlag der Reserve des HV Rot-Weiss Stafurt, obwohl die Elbestädter spielerisch nicht die schlechtere Mannschaft waren.

Zum Ende der Saison zahlte sich dann aber Stapfs Geduld aus. Gegen die HG 85 Köthen II, den BSV Fichte Erdeborn und, im letzten Spie, gegen den USV Halle bewiesen die Spieler, dass "sie Riesenspiele abliefern können, wenn alle nur ihr Potenzial abrufen." Mit 18:26-Punkten und 661:717-Toren beendeten die Schönebecker die Saison auf Platz sieben.

Für die kommende Spielzeit wird sich im Team etwas ändern. "Wir haben dann eine zweite Mannschaft, in der sich viele unserer A-Jugend-Akteure die nötige Erfahrung holen können", verriet Stapf. Die Reserve wird in der Bezirksliga starten. Eine zweite Mannschaft wurde zusammengestellt, da die meisten A-Jugendlichen nun zu alt für diesen Jahrgang sind. Zudem laufen derzeit noch Gespräche mit Spielern anderer Vereine für ein Engagement in der ersten Mannschaft in der kommenden Saison.

Verbandsliga, Staffel Süd

@LeoSpo_HB-TT_Tab_Auf:1. SG Kühnau678:46641:3

@LeoSpo_HB-TT_Tab_Std:2. Jessener SV 522:47833:11

3. HC Burgenland II615:55033:11

@LeoSpo_HB-TT_Tab_Std:4. SV Anhalt Bernburg II686:63829:15

@LeoSpo_HB-TT_Tab_Std:5. SG Spergau II 660:63626:18

@LeoSpo_HB-TT_Tab_Std:6. Weißenfelser HV 91622:63420:24

@LeoSpo_HB-TT_Tab_Std:7. SG Lok Schönebeck661:71718:26

@LeoSpo_HB-TT_Tab_Std:8. HC Einheit Halle 05 II597:65816:28

@LeoSpo_HB-TT_Tab_Std:9. SV Friesen Frankleben585:61215:29

@LeoSpo_HB-TT_Tab_Std:10. BSV Fichte Erdeborn538:59114:30

@LeoSpo_HB-TT_Tab_Std:11. HG 85 Köthen II484:57110:34

@LeoSpo_HB-TT_Tab_Ab:12. USV Halle 589:6869:35

Bilder