Es war eine sehr knappe Angelegenheit: Nachdem sich die F-Junioren des SSV Blau-Weiß Barby mit deutlichen Erfolgen bis ins Halbfinale des Fußball-Kreispokals vorgekämpft hatten, mussten sie dann doch mit 1:2 das Handtuch gegen den SV 09 Staßfurt werfen. Doch trotz des Ausscheidens im Pokal kann Trainer Matthias Müller eine positive Bilanz der Saison 2013/14 ziehen.

Barby l Eine Verbesserung für die kommende Spielzeit gibt es schon: Ein nagelneuer, einheitlicher Satz Trainingsanzüge. Dieser wurde von Thomas Brauman von der Avacon AG (Kommunikationsmanagement) aus Oschersleben gesponsert. Die Nachwuchs- Kicker nahmen zusammen mit ihrem Coach, dessen rechter Hand Marcel Bergwein und Helmut Peter, Vorstandsmitglied des SSV Barby, die neuen Anzüge dankbar entgegen.

13 Kinder können nun im einheitlichen Dress den Verein nach außen präsentieren. Zwölf Jungen und ein Mädchen stehen unter der Obhut von Müller und Bergwein. Müller übernahm seine Mannschaft zu Beginn der Saison und hat fast nur lobende Worte für seine Schützlinge übrig. "Die Kinder sind schon sehr vernünftig und es macht Spaß, mit ihnen zu arbeiten."

Bei der F-Jugend wird der Grundstein für die spätere Fußball-Karriere der "Profis" gelegt. "In erster Linie müssen die Kinder den Umgang mit dem Ball beherrschen", erklärt Müller. "Deshalb baue ich so viele Übungen mit dem Leder ein, wie ich kann." Doch zunächst heißt es: Aufwärmen. "Das sollen die Kinder auch ruhig schon allein organisieren."

Und das tut der Nachwuchs auch. Nach einigen Runden Lauf-ABC und Dehnübungen kommen alle noch einmal zusammen, um die Spiele des vergangenen Wochenendes auszuwerten. "Wir sprechen gemeinsam über die Dinge, die gut und schlecht gelaufen sind. So lernen die Kinder auch, selbstkritisch über sich nachzudenken", betont der Trainer.

Während sich seine Schützlinge noch aufwärmen, bauen er und Weinberg schon mal die geplanten Übungen auf. In zwei Reihen stehen Kegel bereit, zwischen die sich die Kinder erst einmal aufstellen. Passspiel ist angesagt. "Zuerst nehmt ihr den Ball an, dann kickt ihr ihn zurück. Danach folgt ein flüssiger Ballwechsel", leitet Müller an und pustet in seine Trillerpfeife.

Bei den ersten Runden sind die Kinder noch konzentriert, dann aber rollt der ein oder andere Ball schon mal über den Platz. "Es sind halt noch Kinder", sagt Müller lachend. "Aber trotzdem achten wir auf Disziplin. Das ist in diesem Alter besonders wichtig." Nach dem Passspiel wird der Zweikampf und das Toreschießen geübt - und natürlich will jeder sowohl Schießen als auch im Tor stehen. "Aber gerade die Position des Torwarts wird den meisten schnell lästig", weiß Müller. "Spätestens dann, wenn man den ersten Ball nicht festhalten konnte."

Tore zu schießen ist eben doch besser, als sie verhindern zu müssen. Charlotte Kurth ist allerdings genau darin am besten. Die Achtjährige wird in der Abwehr eingesetzt, am meisten auf der Linksaußenposition. "Sie ist sehr schnell", lobt Müller. "Außerdem hat sie schon ein gutes Auge für Spielsituationen. Da können sich einige unserer Jungs noch eine Scheibe abschneiden." Dass sie das einzige Mädchen im Team ist, stört Charlotte überhaupt nicht. "Ich weiß, wie ich mich gegenüber Jungs behaupten muss", erklärt sie selbstbewusst. "Zu Hause habe ich zwei ältere Brüder. Da kann ich viel üben." Fußball interessiert die Schülerin sehr. "Meine Freundinnen haben andere Hobbys, aber ich mag Fußball." Seit einem Jahr spielt die Achtjährige beim Verein.

Vereinskollege und Kumpel Noam Schön ist dagegen schon vier Jahre beim SSV dabei. Seine Spezialitäten liegen allerdings nicht in der Defensive, sondern im Angriff. In dieser Saison hat der Neunjährige schon über zehn Treffer erzielt und ist damit der interne Torschützenkönig der Mannschaft. Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann. Für Noam ist sie auch sehr wichtig, verfolgt er doch ein ehrgeiziges Ziel. "Ich will mal Profifußballer werden und bei einem der großen Vereine spielen." Ganz wie sein großes Vorbild: Bayern-Star Mario Götze. Der FC Bayern München ist auch sein Lieblingsverein. Dort will er am liebsten einmal auflaufen.

"Das Toreschießen ist schon Noams Leidenschaft", weiß auch Müller. "Die Anlagen für einen guten Stürmer hat er allemal, denn seine Technik ist für sein Alter schon recht ausgefeilt." Noam trug auch mit drei Treffern maßgeblich zum 4:1-Erfolg gegen die SG Neugattersleben/Groß Rosenburg im Viertelfinale des Kreispokals bei. "Die habe ich in der Verlängerung geschossen", erinnert sich der Torschütze stolz.

Neben dem Erreichen des Pokalhalbfinals gab es aber auch ein weniger erfolgreiches Turnier für die Barbyer. Bei den Hallen-Kreismeisterschaften 2013 schieden die blau-weißen Nachwuchs-Kicker schon in der Vorrunde aus, zwei Siege und zwei Niderlage reichten nicht zum Weiterkommen. Und auch im Vorrunden-Turnier des Salzlandkreises musste sich Müllers Elf den Mannschaften des Schönebecker SC und Schönebecker SV mit 0:1 und 0:6 geschlagen geben.

Nun wollen die F-Junioren im Platzierungsturnier, ausgetragen zwischen Barby, dem SSC und dem SV Schwarz-Gelb Bernburg, angreifen. "Wir wollen natürlich möglichst Platz eins erobern", so Müller.

Außerdem steht im August noch das jährliche Trainingslager der Jürgen-Pommerenke-Fußballschule auf dem Sportplatz in Barby an. Von Montag, 18. August, bis Freitag, 22. August, haben Nachwuchs-Fußballer im Alter von acht bis 14 Jahren die Möglichkeit, sich Tipps, Hinweise und Kniffe vom ehemaligen Nationalspieler der DDR und FCM-Idol Pommerenke abzuschauen und zu lernen. "Es wird Fußball in allen erdenklichen Varianten gespielt", erklärt der Vorsitzende Peter. "Das kommt bei den Kindern immer sehr gut an." Das Trainingslager findet zum dritten Mal in Barby statt.

Anmeldungen zum Trainingslager der Fußballschule nimmt Fred Bläsing vom SSV Blau-Weiß Barby unter der Telefonnummer (01 73) 2 17 26 73 entgegen.

   

Bilder