Auch wenn der Schönebecker SC dem 1. Romonta Amsdorf in seinem letzten Spiel mit 5:6 (3:3) unterlag, verabschiedeten sich die Elbestädter mit einer guten Vorstellung von ihren Fans und der Fußball-Verbandsliga. Und ein Novum gab es auch noch: Trainer Heiko Böhler streifte sich das Spielertrikot über und erzielte sogar einen Treffer.

Schönebeck l Böhler, aus dem Trainergespann mit René Kausmann, stand in der ersten Halbzeit noch an der Seiten-linie. "Aber mir war zu wenig los auf dem Feld", erklärte der Coach. "Außerdem stand ich auf dem Protokoll, weil wir zu wenig Spieler hatten." In den ersten 45 Minuten waren die Gäste noch die bestimmende Mannschaft. In der sechsten Minute fiel bereits das 1:0 durch Mathias Fengler. "Unsere Abwehr war schwach", so Böhler. "Dadurch konnte Amsdorf seine Möglichkeiten gut nutzen." Der SSC gab aber nicht auf und glich aus. Das 1:1 fiel durch einen Elfmeter, nachdem Pascal Matthias im Strafraum gefoult wurde. Stephan Schulz trat an und verwandelte souverän.

In diesem Rhythmus gestaltete sich das Geschehen bis zur Pause: Amsdorf ging in Front, Schönebeck glich aus. Erst in der zweiten Halbzeit gelang es den Gastgebern, die Partie selbst zu gestalten. Fünf Minuten nach Wiederanpfiff ging der SSC durch Matthias erstmals in Führung - 4:3. Dies brachte deutlich mehr Schwung in das Schönebecker Spiel. Im Anschluss gab es gleich zwei gute Möglichkeiten über die rechte Seite, den Vorsprung auf 5:3 auszubauen. Aber beide wurden vergeben. Die Gäste hatten weniger Möglichkeiten, verwerteten diese dafür aber clever. Max Binsker nutzte eine große Lücke im Mittelfeld, setzte sich fast ungehindert bis zum SSC-Strafraum durch und erzielte den 4:4-Ausgleich (63.). Kurz darauf fiel das 5:4 für Amsdorf, das allerdings sehr strittig war, denn der Schütze, Fengler, stand im Abseits. Doch da der Linienrichter die Fahne nicht hob, zählte der Treffer. Die Fans beschwerten sich lautstark und auch SSC-Kepper Bryan Giebichenstein meldete Protest an. Vergebens.

Böhler und Kausmann mahnten zur Ruhe und Konzentration. Um mit gutem Beispiel voranzugehen, erzielte Böhler das 5:5 (70.) Nachdem sich Moritz Instenberg über rechts durchgesetzt hatte, legte er einen schönen Pass auf seinen Coach, der das Leder ohne Probleme im Kasten von Amsdorfs Torwart Stefan Schröter unterbrachte. Die Fans und Spieler gratulierten gleichermaßen.

Vom spielerischen Niveau gesehen, wäre eine Punkteteilung auch in Ordnung gewesen. Doch in der 74. Minute fiel noch das 6:5 durch Amsdorfs Robin Scheibe. Da der SSC im Anschluss fast nur noch über Standards Torgefahr ausstrahlte, blieb es bei diesem Endstand. "Aber ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen", betonte Böhler.

SSC: Giebichenstein - Instenberg, Harke (46. Böhler), Renger, Kotkowski (65. Fursow), Liebold, Matthias, Viser, Weile, Schulz, Hosenthien)

Tore: 0:1 Mathias Fengler (6.), 1:1 Stephan Schulz (21., FE), 1:2 Alexander Gründler (23.), 2:2 Martin Liebold (28.), 3:2 Alexander Gründler (30.), 3:3 Christian Harke (38.), 4:3 Pascal Matthias (50.), 4:4 Max Binsker (63.), 4:5 Mathias Fengler (69.), 5:5 Heiko Böhler (70.), 5:6 Robin Scheibe (74.); SR: Karsten Fettbach, ZS: 57