Mit einer gelungenen Abschlussfahrt beendete die männliche A-Jugend der TSG Calbe nicht nur ihre letzte Saison im Nachwuchs, sondern beschloss gleichermaßen einen langen gemeinsamen Weg mit ihren Trainern Frank und Heike Falke. Die weibliche C-Jugend indes landete beim größten Handball-Turnier Norddeutschlands auf dem zehnten Rang.

Calbe l Im Spätsommer des Jahres 2001 übernahm Heike Falke die Jungen der Jahrgänge 1995 und 1996 und führte die heutige A-Jugend an das Handballspielen heran. Im Jahr 2006 sicherte sich das Team schließlich den Sieg in der Bestenermittlung der männlichen E-Jugend. Ein toller Erfolg, dem in den nächsten Jahren noch ein paar mehr folgen sollten. 2009 übernahm Frank Falke schließlich die Aufgabe an der Seitenlinie, weiterhin unterstützt durch seine Frau, die von den Jungen liebevoll "Mannschafts-Mutti" genannt wurde. 2012 krönte das Team, mittlerweile in der B-Jugend angekommen, eine nahezu perfekte Saison mit einem weiteren Landesmeistertitel. Auch in der A-Jugend blieb Calbe unter den Top Drei in Sachsen-Anhalt.

Insgesamt blickte die Mannschaft, die sich im Kern über die Jahre nicht verändert hat, auf eine bewegte gemeinsame Zeit zurück. Eine Zeit, die zusammengeschweißte und eine unwahrscheinliche Fülle an Eindrücken hinterließ.

Die Abschlussfahrt nach Warnemünde markierte nun einen letzten Höhepunkt auf dem gemeinsamen Weg. So ging es in den Kletterwald, in dem alle eine Menge Spaß hatten, und sich die Jungen so lange anfeuerten, bis sie tatsächlich ganz oben angekommen waren. Die verbleibende Zeit wurde für einen Ausflug nach Rostock, viel Zeit am Strand und seitens der Jugendlichen für einen Disko-Besuch genutzt.

Am Ende feierten dann alle in der Strandbar einen bewegender Abschlussabend. Mit tollen Geschenken bedankten sich die langjährigen Schützlinge und ihre Eltern bei ihren Trainern, die im Gegenzug für jeden im Team einen individuellen Pokal vorbereitet hatten.

"Die ganze Fahrt drückte das aus, was über die Jahre gewachsen ist", war sich Frank Falke im Nachhinein sicher und sprach von einer großen Familie. Ein Ausdruck, der wohl am besten den außergewöhnlichen Zusammenhalt dieser Mannschaft beschreibt und der bisweilen deutlich über das Sportliche hinausgeht. Über Siege und Niederlagen, Meisterschaften und harten Trainingseinheiten sind die Sechsjährigen von einst erwachsen geworden. "Wir waren in der Lage, in dieser großen Gemeinschaft Jungs zu begleiten, die sich zu tollen jungen Männern entwickelt haben", unterstrich der Coach.

Die Jugendlichen selbst haben ihre Verbundenheit mit ihren Trainern vor einigen Jahren übrigens auf eine ganz andere Art und Weise deutlich gezeigt: Sie traten beim Dickboot-Rennen in Calbe als "Falkennest" an.

Zu der Familie gehören aber nicht nur die Trainer und Spieler, sondern auch die Eltern der Jungen. "Wir hatten über viele Jahre eine wahnsinnig tolle Unterstützung", freute sich Falke, wohlwissend, dass dies stets mehr war als das bloße Anfeuern beim Punktspiel. "Die Eltern haben immer zu uns gestanden und uns vertraut", erkannte er dankbar an und schließt den Kreis zurück zu den Jungen. "Die Erfolge waren letztlich nur machbar, weil jeder an sich und miteinander gearbeitet hat." Der gemeinsame Weg ist nun zu Ende. Die Bande, so die Hoffnung von Heike und Frank Falke, werden aber noch viel länger halten. "Wir werden mit Sicherheit die Wege der Jungs weiter verfolgen", verspricht Falke, durchaus nicht ohne einen gewissen Wehmut. Neben den Eltern bedankte sich der Coach besonders bei seinem Co-Trainer Lutz Dohmke, der im vergangenen Jahr wichtige Teile des Trainings abgesichert hatte und sich bei den Jungen großen Respekt erarbeitete. Außerdem wollte Falke die TSG-Abteilung Handball nicht vergessen, bedankte sich für die große Unterstützung des Teams.

Die weibliche C-Jugend gastierte am Pfingstwochenende im Ostseebad Grömitz zu einem der größten Handball-Nachwuchsturniere in Norddeutschland, dem Lenste-Cup. Insgesamt 65 Teams traten in zwei Altersklassen gegeneinander an. Entsprechend hart wurde in den vier Staffeln um den Einzug ins Viertelfinale gekämpft.

Calbe begann gegen die zweite Mannschaft der GHG Hahnheide und siegte ungefährdet. Ganz anders sah das in der zweiten Partie gegen den späteren Turniersieger TuS Brake I aus. Obwohl Calbe sein bestes Turnierspiel zeigte, waren die Niedersachsen, die fast durchweg mit dem älteren Jahrgang aufliefen, in allen Belangen überlegen. So bestach ihr Spiel durch saubere Abläufe in ansprechendem Tempo und sie zeigte den Gästen, wohin ihr begonnener Weg in den kommenden Monaten führen könnte. Beim Turnier ging die Formkurve der Saalestädterinnen jedoch von Partie zu Partie nach unten. Nur mit viel Mühe reichte es zum Sieg gegen Trappenkamp, während der Kopf gegen den Lübecker SV Gut Heil nicht mehr mitspielte. Frustriert verließ das Team den Platz, hatte das vorgenommene Ziel Viertelfinale verfehlt.

Somit ging es am zweiten Tag in der Trostrunde um die Plätze neun bis zwölf. Auch hier startete Calbe mit guten Leistungen, die jedoch mit jedem Match schwächer wurden. Wie schon am Vortag äußerte sich die fehlende Konzentration im Angriff in der schlechten Torausbeute, was bei der kurzen Zeit am Ende die Niederlage bedeutete.

Mit Platz zehn lagen die Mädchen zwar genau in der Mitte, von Zufriedenheit war aber keine Rede. "Das kann mir so nicht gefallen", erklärte Trainer Andreas Glöckner, "sportlich wäre mehr drin gewesen." So räumte er zwar ein, dass die Fahrt als Saisonabschluss gedacht war, aber der Fokus sollte eben auch auf dem Handballerischen liegen.

Das Turnier an sich war trotz der großen Anzahl an Mannschaften hervorragend organisiert. Neben dem sportlichen Geschehen gab es bei den warmen, aber nicht zu heißen Temperaturen genügend Möglichkeiten, sich zu beschäftigen. So lockte der Strand, abends die Disko oder auch einfach ein Volleyballspiel mit anderen Teams. Von dieser Warte her war ein Ausflug nach Grömitz auf jeden Fall unvergesslich.

Ergebnisse

Vorrunde: TSG Calbe - GHG Hahnheide II 13:4, TuS Brake I - TSG Calbe 15:7, TSG Calbe - TV Trappenkamp 5:4, Lübecker SV Gut Heil - TSG Calbe 14:11

Trostrunde: TuS Brake II - TSG Calbe 6:12, TSG Calbe - HSG Kalkberg 06 I 7:2, SG Ruhrtal - TSG Calbe 8:5

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