Schönebeck l Eine wahre Flut von Abmeldungen erlitt der Schönebecker SC in den vergangenen Wochen. Lediglich Sebastian Prosovsky und Christoph Breitmeier sind bis dato vom Verbandsligakader der vergangenen Saison übrig. Für Stephan Schulz, Spieler und einer der Co- Trainer, der selbst fünf Jahre bei den "Grünen" verbracht hatte, kommt das nicht von ungefähr. "Es ist schade, wie mit der ersten Mannschaft, dem Aushängeschild der Abteilung, in den letzten Monaten umgegangen wurde." Im Jahr 2009, als Schulz zum SSC gewechselt war, gab es von der A- bis zur C-Jugend keine vernünftigen und erfolgreiche Mannschaften in diesem Bereich. Neben der Ersten hat sich auch die Jugend sehr gut entwickelt, was ein großer Verdienst von Wolfgang Breitmeier ist. Doch die vertraglichen und abgesprochenen Vereinbarungen, die er in der Männermannschaft getroffen hatte, interessieren inzwischen niemanden mehr." Davon ist auch Robert Renger, der Kapitän, enttäuscht. Bereits vor drei Monaten signalisierte er die Absicht, den Verein zu wechseln, aufgrund beruflicher und privater Verpflichtungen. "Damals wurde mir gesagt, dass es dabei keine Probleme gebe. Nun werden Ablösesummen gefordert." Nach vier Jahren für den Verein war er um eine saubere Trennung bemüht. "Ich hoffe, dass die Absprachen aus den sehr guten Gesprächen und das Wort unter Männern eingehalten werden." Noch Anfang Mai habe Abteilungsleiter Erik Hunker der Mannschaft seinen Respekt gezollt und betont, dass er nichts gegen Abmeldungen habe, diese nur erst nicht zum 30. Juni erfolgen sollten. Renger hatte sich in den vergangenen Jahren ebenso wenig zu Schulden kommen lassen wie Felix Krause, der die meisten Spiele absolvierte, weil er auch in der Zweiten aushalf. "Nun werden uns Steine in den Weg gelegt, obwohl es vorher keine ordentlichen und persönlichen Gespräche mit uns gab." Einen ersten Protest hatte die Mannschaft mit der 0:9-Niederlage im Testspiel bei Askania Bernburg II verdeutlicht, doch, danach "wurden auch weiter keine großen Bemühungen unternommen in Einzelgesprächen die Spieler zu halten oder wie man die offenen Verpflichtungen nachkommen möchte. Stattessen bekamen wir ein Zettel in die Hand gedrückt, wo drauf stand welche Klamotten wir abzugeben haben, bedauert Schulz. "Sicherlich gab es auch einige Dinge, die nicht so gut gelaufen waren, aber im vergangenen halben Jahr wurde alles infrage gestellt. Man hätte es anders kommunizieren können und müssen. Die ganze Abteilung erhält einen Imageschaden, der sich leider ganz schnell im Fussball herumspricht" Er selbst wird nun eine Pause einlegen und hofft das der Verein daraus seine richtigen Lehren ziehen wird. "Ich wünsche dem SSC und Christian Kehr, dass die neuformierte Mannschafft und er in der neuen Saison zwei Teams hinter sich lässt und anschließend die Fusion gelingt, damit sich der Fußball in Schönebeck oben etablieren kann."

 

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