Vier Sportler der "Wild Devils" Schönebeck und Barby traten bei den Bavaria Open in Nürnberg an. Das internationale Taekwondo-Turnier diente dazu, wertvolle Punkte für die Bundesrangliste zu sammeln und die ersten Weichen in Richtung Nationalteam zu stellen.

Nürnberg (mgo/fna) l In der ersten Hälfte des Jahres wurde die Wettkampfordnung im Taekwondo überarbeitet. Es gab neue Kampfregeln, die schon vollständig auf dem Turnier umgesetzt werden sollten. Unter anderem sind die bisher viereckigen Wettkampf- matten jetzt oktaedrisch und sollen zukünftiges Erkennungsmerkmal des Sports werden. Gekämpft wurde über zwei Turniertage.

Am Sonnabend ging Jan-Philipp Stoll an den Start. Er wurde mit einem Knietreffer, einer unerlaubten Technik, hart auf die Weste getroffen, sodass er kurzzeitig den Kampf nicht fortsetzen konnte. Er wurde daraufhin vom Kampfleiter disqualifiziert, da die Knietechnik vom Kampfgericht nicht als irregulär gewertet wurde. Nach den neuen Wettkampfregeln gibt es dann die ursprüngliche Verletzungspause nicht mehr. Ein verletzter Kämpfer wird somit mit einer Aufgabe gewertet. In diesem Fall zeigten sich allerdings bald erste Uneinigkeiten unter den Kampfrichtern.

Denn am Sonntag wiederholte sich die Situation in Christopher Eckes Kampf. Beide Kontrahenten stießen mit den Knien zusammen, Christophers Gegner ging zu Boden und stand zunächst nicht wieder auf. In diesem Fall wurde der Gegner jedoch nicht vom Kampfrichter disqualifiziert - wie es das neue Regelwerk vorsieht.

Christopher Ecke nutzt Bestrafungen des Gegners

Im weiteren Verlauf war der Schönebecker zunächst defensiv eingestellt, sodass sein Gegner sich einen Punktevorsprung erarbeiten konnte. Daneben sammelte er allerdings gleichermaßen Bestrafungen durch Regelwidrigkeiten. Damit ergab sich ein Vorteil für Christopher, den er sich zunutze machte. Er begann, seinen Gegner massiv unter Druck zu setzen. Dieser versuchte daraufhin, sich dem Kampf zu entziehen, was vom Kampfrichter geahndet wurde und die fünf Strafpunkte auf seinem Konto füllte, die zur Disqualifikation führten. Christopher wurde zum Sieger erklärt. Jedoch nur für kurze Zeit. Einem Protest des Coaches gegen diese Entscheidung wurde stattgegeben. Der Kampf musste wiederholt werden. In diesem konnte Christopher seine Erfahrung aus dem Vorkampf nicht einsetzen und musste sich geschlagen geben.

Justin Kader leistete sich mit seinem Gegner einen guten Kampf. Die Angriffe des Kontrahenten wusste er gut zu parieren. Er blieb bis zum Schluss knapp in Führung. Dann drehte sein Gegner noch einmal richtig auf. Justin wurde in den letzten zehn Sekunden des Kampfes dreimal durch Angriffe des Gegners aus dem Gleichgewicht gebracht. Nach neuen Wettkampfregeln wird jedes Hinfallen bestraft. Dies schlug sich in einem Endstand von 6:7 nieder und kostete Justin den Sieg.

Jan Genthe fand im Halbfinale nicht zu gewohnter Stärke und blieb unter seinen Möglichkeiten, um in das Finale einzuziehen. Er sicherte sich und dem Team an diesem Tag dennoch den einzigen, bronzenen Medaillenplatz und damit einen wertvollen Punkt in der Bundesrangliste.