In einem temporeichen und intensiven Duell der Fußball-Landesliga gewann der Schönebecker SV gestern Nachmittag gegen den SV Förderstedt mit 3:2 (1:2). Damit zog das Team ins Halbfinale des Sparkassencups ein, das am kommenden Freitag ausgetragen wird. Gegner ist Schwarz-Gelb Bernburg.

Schönebeck l Dieses kleine Derby, das es auch in der kommenden Saison zweimal geben wird, war auch ein Duell des Probierens. Gleich mehrere Neuzugänge mussten auf beiden Seiten integriert werden. So stellte beim SSV beispielsweise Florian Mentzel seine Qualitäten in der Offensive unter Beweis, obwohl er noch etwas Trainingsrückstand hat. "Er kann die Bälle gut behaupten und hat heute die gesamte Zeit gearbeitet", lobte Trainer Marko Fiedler. "Es ist normal, dass er noch nicht bei 100 Prozent ist und so einige Chancen liegenließ", beispielsweise in der 50. Minute nach Zuspiel von Enrico Palm. Auch Mathias Braunert, der für den angeschlagenen Christian Wagner auflief, hinterließ in der Innenverteidigung einen guten Eindruck. Und Julian Stellmacher, der sich bereits im Achtelfinale in Gnadau die ersten Sporen verdient hatte, war auf der rechten Seite ein ständiger Unruheherd.

Umso unverständlicher, dass das Team nach dem frühen Führungstor einen Gang zurückschaltete. "Die Laufbereitschaft und die Kommunikation waren nicht in dem Maße vorhanden, wie ich es mir gewünscht hatte", monierte auch der Coach. In der Folge überlief der SVF durch Pässe in die Tiefe und die schnellen Chris Ingler und Lucas Dübecke mehrfach die Viererkette, hatte aber Pech bei Abseitsentscheidungen. Dennoch gelang durch Neuzugang Florian Abram der Ausgleich. Zuvor hatte Jens Liensdorf einen Freistoß flach auf Dübecke gespielt, der sich sehr gut auf außen durchsetzte und flankte. Kurz vor der Pause erhöhte der Vorbereiter zur Führung. Weitere Möglichkeiten ließ der Gast aber liegen, weil Abram verzog oder die Abschlüsse zu harmlos waren. "Wenn wir in dieser Phase nachlegen, dann entscheiden wir das Spiel für uns", war sich auch Abteilungsleiter Patrick Stockmann sicher.

Nach dem Wechsel blieb die Partie temporeich und intensiv in den Zweikämpfen. Während beim SVF mit Dennis Herrler und Michael Buschke zwei neue Verteidiger aufliefen, wechselte Fiedler mit Thomas Hellige für Julian Stellmacher annähernd positionsbezogen. Förderstedt ließ weiterhin seine Möglichkeiten liegen, weil die Konter schlecht zuende gespielt wurden und beispielsweise Dübecke zu lange mit dem Abschluss zögerte oder Robert Kellermann noch vor der Linie rettete.

Schönebeck hingegen markierte den Ausgleich. Zunächst wurde der Eckball von Enrico Palm abgeblockt. Der Ball landete aber wieder bei ihm. Dann fehlte die Absprache zwischen Jens Liensdorf und Dübecke, die beide die Flanke unterbinden wollten. Somit war der SVF vor dem Tor ein Mann zu wenig, die Zuordnung fehlte und Kellermann konnte ohne Bedrängnis köpfen.

In der Folge hatten beide Teams gute Möglichkeiten, nutzten sie aber nicht, weil Dübecke Pech bei einer Abseitsentscheidung hatte (75.) und Hellige einen Kopfball freistehend aus fünf Metern übers Tor beförderte (77.). Erst nach einem langen Einwurf von Palm und einer Kopfballverlängerung schoss Hellige zum 3:2 ein. "Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen", schätzte Fiedler ein. "Wir haben also noch einiges zu verbessern. Zunächst aber wünschen wir unseren Platzwart Günter Debler, der sich einer Operation unterziehen muss, gute Besserung."

Schönebeck: Willner - Braunert, Stellmacher (46. Hellige), Kellermann, Mentzel, Ebeling (90.+4 Sommer), Bruchmüller, Neumann, Döring (75. Kühn), Schuller, Palm

Förderstedt: Binnebößel - Liensdorf, Conrad, Müller, Marco Janich (46. Herrler), Marcus Janich, Abram, Dübecke, Strobach, Ingler (71. Siebert), Burdack (46. Buschke)

Tore: 1:0 Denis Neumann (1.), 1:1 Florian Abram (32.), 1:2 Lucas Dübecke (42.), 2:2 Robert Kellermann (65.), 3:2 Thomas Hellige (90.); SR: Olaf Schulz; ZS: 54

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