Es war nur gerecht, dass der vierte Treffer der Traditionself aufs Konto von Schiedsrichter Bernd Heynemann geschrieben wurde, schließlich war er mit der diskussionswürdigen Entscheidung auf Eckball maßgeblich beteiligt. Wie das 4:4-Remis gegen eine Prominenten-Auswahl letztlich zustande gekommen war, interessierte im Anschluss nur bedingt.

Schönebeck l Schließlich stand der letzte Auftritt der erfolgreichen "BSG Chemie Schönebeck", die in den 70er und 80er Jahren mehr Siege als Niederlagen eingefahren hatte und zweimal in die DDR-Liga aufgestiegen war, vor allem unter dem Motto: "Genießen." Und so durften sich die mehr als 320 Zuschauer über Freibier und -sekt freuen und die Protagonisten in alten Zeiten schwelgen. Vor allem die dritte Halbzeit auf der Tennisanlage des Schönebecker SC "war ein voller Erfolg", bestätigte Organisator und rechter Verteidiger Bodo Thiele. "Es passte einfach alles, nicht einmal zwei Regenhuschen konnten uns davon abhalten."

Ob es nun die zusätzliche Trainingseinheit von einigen Spielern der Promi-Elf am Dienstagabend unter wolkenbruchartigen Regenfällen war oder die knapp 15 Jahre Altersunterschied - nach anfänglichem Rückstand drehte das Team jedenfalls auf und erspielte sich eine 4:2-Führung. Doch die erfahrenen Chemie-Akteure ließen sich nicht aus der Ruhe bringen, spielten auch nach einem verschossenen Elfmeter nach vorn und nutzten zwei Abwehrfehler zum gerechten Ausgleich kurz vor dem Ende.

"Ich habe mich besonders über die Art und Weise gefreut, wie dieser letzte Auftritt wahrgenommen wurde. Es war voller Freude, voller Euphorie", schwärmte Thiele. "Die Atmosphäre war super, das Wetter war top und es waren viele Zuschauer anwesend, die man sonnabends um 11 Uhr erstmal aktivieren muss. Es zeigt die Wertschätzung gegenüber der Mannschaft. Es passte einfach. Wenn alle zufrieden waren, bin ich auch zufrieden."

Und deshalb gingen seine Genesungswünsche an Werner Gutjahr, den Keeper der Promi-Elf, der nach der Partie aufgrund von Herzproblemen noch ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Dank gebührte nun allen Helfern, der Leitung des Schönebecker SC und der Abteilung Tennis. Besonders gefreut hatte sich Thiele aber über das Engagement der A- und B-Junioren des SSC, die "ihre Unterstützung uneigennützig zur Verfügung gestellt hatten".

Wenngleich die Traditionself in dieser Formation nicht mehr auflaufen wird, schaute Schönebecks Oberbürgermeister Bert Knoblauch nach vorn: "Vielleicht gelingt es uns, ein Event in dieser Art zwischen Schönebeck und Calbe aufrecht zu erhalten", sagte er mit Blick zu Sven Hause, den zukünftigen Chef der Saalestadt. "Aber nur, wenn Bodo Thiele bei der Organisation dabei ist." Der hatte dafür ein kleines Lächeln übrig: "Wenn es denn so gewünscht ist, bitteschön."

Tore: 1:0 Hendryk Schwab, 1:1 Tom Langhans, 2:1 Klaus Zimmermann, 2:2 Marko Fiedler, 2:3 Sven Wolkenstein, 2:4 Sven Hause, 3:4 Karl-Heinz Riecke, 4:4 Bernd Heynemann; SR: Bernd Heynemann, Fred Edgar Peter, Erik Hunker, ZS: 320

   

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