Zum Saisonausklang vor der Sommerpause stellten 19 Schönebecker und Calbenser Judokas ihr Können unter Beweis. In Wolfen stand das Turnier unter dem Thema "60 Jahre Judo in Wolfen". Und zu diesem großen Ereignis kamen 195 Kämpfer aus 19 Vereinen und drei Bundesländern in den Alterklassen U 9 bis U 15.

Wolfen (tbr/fna) l Jean Luc Moritz startete in der U 9, bezwang seine drei Gegner mit Festhalte, O-Goshi (großer Hüftwurf) und O-Soto-Otoshi (großer Außensturz) und durfte auf dem Siegertreppchen ganz nach oben. Für Kirill Merker lief es nicht so gut. Im Doppel-K.o.-System hatte er trotz großen Einsatzes zweimal verloren und schied daher aus.

Jason Pascal Tausch startete mit einem Freilos. Den Hallenser Frerik Neumann schickte er nach fünf Sekunden mit einem linken Seoi-Otoshi (Schulterzug) von der Matte. Als er das Finale mit Ippon gewann, konnte man ihm den Spaß am Judo im Gesicht ablesen.

In der U 11 starteten Celina Frank und Jennifer Brock. Gegen die körperlich überlegenere Lina Rienäcker aus Schildau konnten beide nichts ausrichten, wenn es auch für Celina nur knapp mit Hantei (Kampfrichterentscheid) verloren ging. Während der tapfere Judo-Neuling Jennifer noch etwas Lehrgeld zahlen musste, fand Celina ihre Linie wieder und gewann zwei Kämpfe.

Wirbelwind Luisa Mergel hat den meisten Spaß

Den meisten Spaß hatte wohl Wirbelwind Luisa Mergel. Ihre Gegnerinnen versuchten immer wieder, einen Wurf durchzusetzen, aber Luisa wich jeweils geschickt aus, bis sie mit Uki-Goshi (Hüftschwung) oder linkem O-Soto-Otoshi siegte.

Selena Pfannenschmidt stellte in ihren vier Kämpfen ihre gute Technik unter Beweis. Selbst gegen höher Graduierte ging sie mit Fuß- und Wurftechniken sowie Bodenkämpfen immer als Siegerin von der Matte. Ihren Spezialwurf O-Goshi (links) setzte sie gleich zweimal hervorragend ein, einmal mit einer hohen Luftreise der Kontrahentin und im letzten Kampf in der ersten Aktion, so dass nach fünf Sekunden alles vorbei war.

Nach einem Freilos und erfolgreichem Hüftwurf im ersten Kampf hatte Esleida Pfannenschmidt im Finale gegen Pia Schenkenberger aus Dessau im Bodenkampf das Nachsehen. Ebenfalls technisch vielseitig kämpfte Dustin Pleier viermal. Nur der Dessauer Richard Seidel rang ihm wegen seiner Größe einen Sieg ab.

Kevin Müller hatte einen Waza-ari durch O-Soto-Otoshi erzielt. Die anschließende Festhalte summierte dann zum Ippon (ganzer Punkt). Im Kampf um Platz eins funktionierte es gegen den erfahrenen Leon Muth aus Schildau nicht so gut. Ganz neu im Judo und somit beim ersten Wettkampf probierte sich Leon Kuhlmann. Auch wenn er noch ohne Sieg von der Matte ging, konnte er gut mit verfolgen, welche Techniken seine Kontrahenten anwandten.

In der U 13 hatte Leonardo Graßhoff Pech. Das technisch sehenswerte Duell gegen den Köthener Lukas Schiesewitz wurde gegen ihn entschieden. Die erste Aktion wurde nicht gewertet, weil der Wurf erst auf der Nachbarmatte endete. Obwohl Leonardo dann bei einem Konter klar nur auf die Seite und nicht auf den Rücken fiel, wurde dafür Ippon gegeben. Etwas enttäuscht aber unbeirrt zeigte er dann im Kampf um Bronze sein Können: Nach nur sechs Sekunden warf er seinen Gegner mit O-Uchi-Gari.

Niklas Tausch wollte sich auch vielseitig zeigen. Wie immer technisch agil ging er sehr konzentriert vor. Erst im Finalkampf gegen Cyrill Sommer (PSV Eintracht) punktete er nicht. Die deutlich besseren Aktivitäten wurden aber verdient mit Hantei belohnt. Seinen ersten Gesamtsieg nahm Lukas Blum mit nach Hause. Er erzielte zuerst im Bodenkampf und dann mit Seoi-Otoshi jeweils einen Ippon.

Sein Trainingspartner Carl-Lennart Bohse hatte gleich im ersten Kampf mit dem späteren Erstplatzierten Jonas Mehlhorn aus Aue das Nachsehen. Nochmals motiviert konnte er auch im Kampf um Platz drei keine Technik durchsetzen. Auch Julien Freiheit hatte Pech gegen den Naumburger Cedric Kloß. In der Hoffnungsrunde lief es besser, im Kampf um Bronze siegte er mit Armhebel.

In der U 15 bestritt Madeleine Streichard vier Kämpfe. Gleich im ersten startete sie sehr entschlossen, konterte auf Waza-ari, verlor aber im Bodenkampf. Auch die anderen Duelle musste sie abgeben.

Einen viel größeren Erfahrungsvorteil brachte dagegen Moniek Reinicke mit, die ihre starken Gegnerinnen im Bodenkampf besiegte. Jasmin Lind hatte nur einen Kampf. Zuerst lag sie mit Yuko (mittlere Wertung) hinten, konnte dann aber für einen Wurf Waza-ari erzielen. Pech nur, dass sie dann etwas in Rückenlage kam, was ihre Gegnerin Alina Neumann (Schilda) für eine Festhalte im Boden ausnutzte.

Markus Braunersreuther hatte den anstrengendsten Job: Als einer von sechs Kampfrichtern stand er die Hälfte der gesamten Zeit auf der Matte. Er meisterte seine Aufgabe aber sehr gut und sammelte weitere Erfahrungspunkte für die im Herbst anstehende Prüfung.

Das Trainergepann Kevin Ladebeck, Uwe Schedler und Co-Trainer Egor Lapygin hatte durch die hohe Teilnehmeranzahl alle Hände voll zu tun. Am Ende waren nicht alle Hoffnungen erfüllt, aber zufrieden war man trotzdem, weil ein jeder mit Engagement dabei war.