Konsterniert saßen Frank Falke und Lutz Dohmke, das Trainergespann der Oberliga-Handballerinnen der TSG Calbe, am Sonnabend auf der Bank und blickten auf die Anzeigetafel. Mit 19:20 (11:9) unterlagen die Saalestädterinnen dem mittelmäßig agierenden Tabellendritten aus Marienberg.

Calbe. Dass es nicht so weit hätte kommen müssen, zeigten viele gute Spielzüge. Zum Beispiel der Treffer von Melanie Sauer zum 9:7 (23. Minute). An drei Gegnerinnen flog der Pass von Kristin Musche vorbei, Marienbergs Trainer Lutz Günther tobte auf der Bank und doch landete der Ball im Netz. Das stach, das tat weh und doch waren derlei Situationen in der vergleichsweise torarmen Partie sehr rar. Beide Teams arbeiteten hart in der Abwehr, erkämpften sich immer wieder den Ball und scheiterten dennoch im Angriff. Auf Calbenser Seite ließ vor allem Torfrau Kathrin Gutsch die Schützinnen verzweifeln. Stolze vier Siebenmeter fischte die Köthenerin heraus und war diejenige, die letztlich die zwei-Tore-Führung in die Pause rettete.

Nach dem Wechsel zeigte sich die TSG im Angriff gut aufgelegt, erhöhte dank Christin Bily bis zum 14:11 (37.), verlor dann jedoch den Faden. Drei verpasste Chancen reichten dem aufgewachten Marienberger Rückraum zum Ausgleich und wenig später zur Führung. "Solche entscheidenden Momente, in denen wir das Spiel selbst in der Hand hatten, konnten wir einfach nicht für uns nutzen", kritisierte Falke nach dem Spiel. Vor allem das offene Deckungszentrum war gefundenes Terrain für Lucie Hribova, die insgesamt zwölfmal verwandelte. Calbe stemmte sich vehement gegen die negative Wende in der Partie, erreichte zum 18:18 (50.) wieder den Ausgleich und hatte einen Erfolg erneut in der Hand. Bei diesem Spielstand blieb es fünf Minuten lang, ehe die Sächsinnen mit zwei schnellen Treffern zum 18:20 erhöhten und die Zeit fortan herunter spielten. Ein weiterer parierter Strafwurf half nichts, Calbes Angriff landete wieder einmal am Aluminium – neunzig Sekunden vor Schluss bei der Chance zum Ausgleich. Das zermürbte und reichte Marienberg schließlich zum Sieg.

"Das war unsere schlechteste Saisonleistung", war Günther reichlich unzufrieden, gab jedoch zu, "wenn man oben mitspielen will, muss man auch mit einer schlechten Leistung gewinnen." Die TSG hatte es trotz des engagierten Spiels und sorgfältig herausgearbeiteten Chancen erneut verpasst, den Gegner mit ihrem Spiel unter Druck zu setzen. "Bei so wenigen Toren zählt jede Chance", stellte Falke klar. Genug davon gab es, aber die Verwertung brach der Mannschaft wieder das Genick.

Calbe: Bartl/Gutsch/ Richter – Bily (4), Clausing, Hüls (6/5), Musche (2), Rust, Sauer (2), Sroka, Wenzel, Wilke (4), Wolke (1)

Marienberg: Riemer/Berger – Arnold, Hribova (12/2), Janikova (1), Köhler (1), Kracmanova (3), Lehmann, Libovicka, Reimann (2), Sichmanova, Sichmanova, Sowa (1), Vostarkova, Vozubulova

Siebenmeter: Calbe 5/5, Marienberg 7/2; Zeitstrafen: Calbe 5, Marienberg 4