Das machen sicherlich nicht viele mit: Zwei bis dreimal in der Woche ein intensives Lauftraining und anschließend noch eine Einheit im Kraftraum. Was man für gewöhnlich nur von Vorbereitungen aus Polizeischulen kennt, hat Peter Weiß, Trainer der TSG Calbe-Handballer für seine Sieben zusammengestellt. Aber die Saalestädter ziehen mit - und das sogar mit Begeisterung

Calbe l Denn neben dem stetigen Laufen am Heger lässt der Coach auch "mannschaftsbildende Maßnahmen" in sein Programm einfließen. So können seine Schützlinge ihr Geschick im Hockey, Fußball und sogar Tennis erproben. "Man kann die Jungs ja nicht immer nur rennen lassen, sonst vergeht ihnen die Lust am Training." Viel Anklang fand auch das Dickboot-Fahren auf der Elbe und Saale in Barby mit Heinrich Bernau von den Kanuten des SSV Blau-Weiß. Bei starker Strömung hatten die Handballer gut zu tun, das Boot vorwärts zu treiben. Bernau stand aber als Steuermann bereit. "Gekentert ist zum Glück niemand", so Weiß lächelnd.

Da der Saisonbeginn immer näher rückt, konzentriert sich das Training nun auch wieder mehr auf die Arbeit mit dem Ball. "Nach der Pause muss man wieder das Gefühl dafür kriegen." Deshalb heißt es: Ab in die Halle. Die Teilnahme ist überaus zufriedenstellend, wie der Coach betonte. "Auch jene, die noch angeschlagen sind, kommen und versuchen, so gut sie können, mitzumachen." So etwa Torwart Stefan Wiederhold. Er befindet sich noch im Aufbau, läuft aber tapfer die Erwärmung mit. Geleitet wird diese stets von Felix Kralik. "Er hat eine Trainerlizenz im Breitensport erworben und sich auch schon in der vergangenen Saison um die Erwärmung gekümmert", berichtet Weiß

Während Kralik die Mannschaft mit dem Lauf-Abc auf Trab bringt, kann der Trainer schon einmal die Übungen für die Einheit vorbereiten. Es werden Stangen aufgestellt, als zusätzliche "Abwehrspieler". Es gilt, den Ball aus verschiedenen Positionen am Kreis im Tor zu versenken. Dort wartet Wiederhold und fängt bereits wieder viele Bälle ab. "Er steht das erste Mal seit seiner Verletzung im Kasten", erkennt Weiß seinem Keeper an. "Und er zeigt schon wieder seine Qualitäten." Der Coach nutzte diese Einheit auch, um die Spieler darauf zu trimmen, "miteinander zu reden. Kommunikation am Kreis ist wichtig".

Danach werden die Gegenstöße geprobt. "Ich will weder Dreher noch Hüpfer sehen", so Weiß` klare Ansage. "Wenn man das schon im Training festigt, vermeiden die Spieler das auch in der Liga und konzentrieren sich auf den Wurf."

Und damit sich die Übungen auch wieder im normalen Spielfluss zusammenfügen, endet die Einheit mit einem Testspiel gegen die TSG-Frauen. "Es ist im Grunde nur förderlich, wenn beide Teams zusammen trainieren", betont Weiß.