Calbe/Schönebeck (nrc) l "Es ist ein Vorbereitungsspiel." Darin sind sich Peter Weiß, Trainer der TSG Calbe und Henning Stapf, Coach der SG Lok Schönebeck, einig. Und dennoch gehen sie doch in einem Aspekt unterschiedlich an diese Handballpartie heran, die heute um 19.30 Uhr in Calbe angeworfen wird. Beide Mannschaften trennt eine Spielklasse. Die TSG Calbe stieg in der abgelaufenen Saison in die Sachsen-Anhalt-Lig ab, die SG Lok Schönebeck bestreitet in der Spielzeit 2014/15 ihr drittes Jahr in der Verbandsliga Süd.

Stapf schaut gar nicht so sehr auf den Gegner. Ihm geht es vor allem darum, dass "sich die Spieler ordentlich präsentieren. Ich will sehen, dass die Jungs kämpfen." Denn dieses Testspiel ist die perfekte Gelegenheit für die neuen Spieler, ihr Potenzial zu zeigen. "Wir haben 14 Plätze, aber es gibt nur sieben in der Stammformation. Und die wollen erarbeitet werden", so der Trainer zu seinen Vorstellungen. Es geht also auch um einen kleinen Konkurrenzkampf. "Allerdings nicht zu Gunsten des Teamgeistes", betont Stapf.

Die Calbenser schätzt er trotz ihres Abstiegs als "Kracher" ein. "Das wird ein Gradmesser für uns, aber wir sehen es als Chance." Die Spieler kennen sich zwar untereinander, aber die Spielweise ist doch relativ unbekannt. "Wichtiger ist ohnehin, dass wir unsere Linie finden und uns auf unseren Positionen festigen können", so Stapf.

Sein Kollege Weiß verfolgt im Grunde dasselbe Ziel. "Es geht uns vor allem um Stabilität im Aufbau. Wir wollen unseren Rhythmus wiederfinden. Wir wollen das umsetzen, was wir uns erarbeitet haben." Lok und Calbe haben vor drei Jahren noch zusammen in der Sachsen-Anhalt-Liga gespielt, seitdem ist aber viel passiert. "So genau kennt man das Team dann auch nicht mehr." Daher hat Weiß auch keine speziellen Hinweise für Lok gegeben. Das Training lief weiter wie bisher.

Für Weiß ist das Gesamtkonzept wichtger, als die Leistung einzelner Spieler. Das liegt allerdings auch daran, dass sich sein Kader nicht großartig verändert hat. "Natürlich sollen die neuen Spieler ihre Einsatzzeiten haben und zeigen, was sie können." Um Positionen in der Stammsieben wird bei Calbe allerdings nicht unbedingt gekämpft.

Der Ligaunterschied wird heute Abend sicherlich keine große Rolle spielen. "Mir ist klar, dass noch nicht alles zu hundert Prozent zusammenlaufen kann", erklärt Stapf. "Es werden sicherlich noch Fehler gemacht werden. Das wird den Jungs auch nicht angekreidet. Sie sollen danach nur nicht dem Ball hinterherschauen oder tatenlos hinten stehen bleiben."

Beide Trainer müssen sich für dieses Testspiel übrigens keine Sorgen um Personalnot machen. "Wir können mit voller Kapelle auflaufen", kam die einstimmige Aussage aus Schönebeck und Calbe.

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