Fast familiär war die Stimmung am Start des noch jungen Kanal-Ultra-Events an der Schloßdomäne der über 1000-jährigen Stadt Wolmirstedt. Das Organisationsteam, die Magdeburger LaufKultur 08 um Renn-Ikone Petra Schultz, fungiert nach dem Motto "laufend was veranstalten". Sie konnten sogar Sachsen-Anhalts Sportminister Holger Stahlknecht und Wolmirstedts Bürgermeister Martin Stichnoth begeistern.

Wolmirstedt (sbö/nrc) l Wer von den beiden den Finger letztlich am Abzug der Startpistole hatte, war nicht genau zu erkennen. Gemeinsam schickten sie die 88 Teilnehmer auf die 30-Kilometer-Distanz, unter ihnen auch zwei Läufer des BSV Eickendorf und sechs Läufer der Gaensefurther Sportbewegung.

Auf unbekanntem Terrain ging es zunächst auf einem mittelalterlichen Pflasterweg durch das Wäldchen "Küchenhorn". Über holprige Wiesenwege hinweg stand dann auch schon der Anstieg zum Mittellandkanal auf dem Programm. Mit Rückenwind ging es nun immer geradeaus am Kanal entlang. Von links grüßte der "Kalimandscharo" aus Zielitz und bald war auch die gigantische Trogbrücke passiert.

Angeführt wurde das Feld vom Deutschen Marathonmeister Frank Schauer. Der Athlet vom Sportclub Magdeburg war bereits wieder auf dem Rückweg und sollte am Ende nach nur 1:49:35 Stunden seinen Sieg über die 30 Kilometer sicher über die Ziellinie bringen.

Auch die beiden Eickendorfer kamen mit der Strecke sehr gut zurecht. Werner Schwenke und Silvio Kelle liefen die gesamte Distanz nebeneinander her und zogen sich so gegenseitig mit. Ein zusätzlicher Ansporn dürfte auch von Schwenkes Ehefrau Heidi gekommen sein. Da ihr längere Strecken eher nicht liegen, begleitete sie ihren Gatten und Kelle die gesamten 30 Kilometer über auf dem Fahrrad. Dabei dürfte Heidi der Gegenwind auf dem Rückweg wohl noch mehr ausgemacht haben, als den Männern.

Aber die Unterstützung zahlte sich für beide Eickendorfer am Ende auch aus. Nach 2:48:22 beziehungsweise 2:48:23 Stunden überquerten die Vereinskameraden schließlich das Ziel und durften sich damit über den zweiten Platz freuen. Auf eine Altersklassenauswertung wurde in diesem Wettbewerb verzichtet, die Teilnehmerurkunden mit der entsprechenden Zeit wurde dafür gleich nach dem Zieleinlauf überreicht.

Und noch etwas machte diesen 5. Kanal-Ultra zu etwas ganz Besonderem. Für die Sanitäter gab es eine Dankeschön-Urkunde und Petra Schultz begleitete den letzten Läufer über die 60 Kilometer-Strecke persönlich ins das Ziel.

Ergebnisse des BSV Eickendorf (Angaben in Stunden)

M50: 2. Silvio Kelle 2:48:22

M60: 2. Werner Schwenke in 2:48:23