In nur einer Szene hat der Schönebecker SV das Fußball-Spiel gegen den SV Irxleben verloren. Am Ende setzten sich die Gäste deutlich mit 4:2 (2:0) durch und festigten ihre Position im vorderen Drittel der Landesliga.

Schönebeck l Zunächst hatte der SSV mehr vom Geschehen. "Wir haben gut in die Partie gefunden und das umgesetzt, was wir besprochen hatten", lobte Trainer Marko Fiedler. Über schnelle Kombinationen im Mittelfeld erarbeiteten sich seine Schützlinge immer wieder gefährliche Situationen, im Abschluss blieben sie aber glücklos. Und nachdem auch ein Elfmeter von Thomas Hellige vergeben wurde, weil SVI-Keeper Sebastian Deumeland parierte, wuchs die Verunsicherung der Gastgeber. "Thomas hat viel Selbstvertrauen und die Verantwortung übernommen. Kein Vorwurf an ihn", betonte der Coach.

In der Folge häuften sich allerdings die Abspielfehler, oftmals bereits in der Hintermannschaft, die Nervosität und die Ungeduld wurden zusehends größer. Irxleben investierte viel Laufarbeit, störte frühzeitig, erzwang somit die Ballgewinne und lief über seine schnelle Offensive viele Konter, die der SSV zumeist nur mit Mühe unterbinden konnte. Richard Hartmann und Paul Stier belohnten ihre Farben mit zwei Treffern vor der Pause. "Wir haben unsere Tore richtig gut herausgespielt", lobte schließlich auch Trainer Steffen Rau seine Elf.

Auch nach dem Wechsel lief alles zugunsten des SVI. Ein schneller Konter konnte nur durch ein Foul unterbunden werden. Der anschließende Freistoß wurde mit dem Kopf verlängert, am langen Pfosten verwandelte Mathias Zornemann mit einem sehenswerten Flugkopfball zur 3:0-Führung. In der Folge blieb Irxleben das zielstrebigere Team. Vor allem mit den schnellen Seitenwechseln und den Pässen in die Tiefe hatte der SSV Probleme. "Wir wollten eigentlich mit einer Absicherung hinter der Viererkette agieren, das haben wir aber nicht umgesetzt", haderte Fiedler. Und auch in der Vorwärtsbewegung war die langen Pässe, "die wir eigentlich nicht spielen wollten", durch die Abwehr um Christopher Partsch leicht abzufangen.

Den Gastgebern gelang nach einem guten Eins-gegen-Eins von Denis Neumann und "durchgestecktem" Pass auf David Kühn zwar das 1:3, doch Irxleben hatte sogleich die passende Antwort parat. Beim 1:4 wurden die Gastgeber schlichtweg ausgekontert, überlaufen und ausgetanzt - Alexander Stoklosa vollendete den schönen Angriff am langen Pfosten.

Der SSV blieb in der Vorwärtsbewegung bemüht, "die Jungs haben alles versucht, doch es fehlte auch das Quäntchen Glück". Zum Beispiel, als nach einer Ecke von Enrico Palm die Kopfballablage durch Florian Mentzel nicht über die Linie gedrückt werden konnte (83.) oder als Mathias Braunert nach einer Ecke frei zum Kopfball kam, das Leder aber am Kasten vorbeischob (88.). Einziger Lichtblick war die kämpferische Einstellung, als Palm eine viel zu lange Flanke von Sascha Döring noch erlief, den Ball zurücklegte und Mentzel diesen zum 2:4-Endstand verwandelte (90.+1). Auch wenn dieser Treffer viel zu spät fiel, "gibt ihm das Tor vielleicht etwas Auftrieb für die kommenden Spiele", hofft Fiedler, der nach Patrick Ebeling nun wohl auch auf Christian Bruchmüller verzichten muss, der nach einem Zweikampf unglücklich gefallen war und sich das Ellenbogen-Gelenk ausgekugelt hatte. Zudem humpelte Hellige mit einer Sprunggelenksprellung in der zweiten Hälfte von der Kabine auf die Auswechselbank.

"Die Jungs haben alles versucht. Kämpferisch kann ich niemandem einen Vorwurf machen. In der Abwehr waren wir zu unbeweglich, standen zu weit weg vom Gegenspieler. In der Offensive hatten wir kein Glück", haderte Fiedler. SVI-Coach Steffen Rau hingegen war sehr zufrieden: "Ich denke, es war ein verdienter Sieg. Es war ein Spiel mit vielen Torraumszenen. Wir haben mehr zugelassen als nötig war. Schönebeck hat seine Angriffe zu ungenau abgeschlossen."

Schönebeck: Willner - Braunert, Jakobs, Kühn, Bruchmüller (73. Schuller), Neumann, Hellige (46. Mentzel), Palm, Gondeck, Döring, Wagner

Irxleben: Deumeland - Reich, Partsch, Degen, Stier, Schwenke (77. Halangk), Küster (89. Spangenberg), Ulrich, Zornemann, Hartmann (56. Stoklosa), Bruchmüller

Tore: 0:1 Richard Hartmann (24.), 0:2 Paul Stier (26.), 0:3 Mathias Zornemann (50.), 1:3 David Kühn (57.), 1:4 Alexander Stoklosa (59.), 2:4 Florian Mentzel (90.+1); SR: Christian Wesemann (Walbeck); ZS: 73