Nach 45 Minuten gab es in Gnadau lange und vor allem ratlose Gesichter. Die Landesklasse-Fußballer der SGG sahen in der ersten Halbzeit gegen den SV Eintracht Gommern kaum Land. Doch in Hälfte zwei kämpfte sich der Gastgeber verbissen zurück und konnte ein peinliches 0:4 zur Pause noch einen annehmbaren 3:5-Endstand verwandeln.

Gnadau (nrc/vwo) l Die Gommeraner machten dagegen ihrem Trainer Mario Storm in der ersten Halbzeit ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk. Gegen stark ersatzgeschwächte Gnadauer trumpften die Gäste auf und gingen nach zehn Minuten durch Justin Schaffrath mit 1:0 in Front. Dieser glänzte dabei mit einem ansehnlichen Treffer aus gut 15 Metern. Schon sechs Minuten später folgte das 2:0 nach einer Ecke durch Tom Sindermann.

Dabei waren die Gastgeber nicht ohne Chancen und hatten durch Heiko Ladebeck zwei Riesenmöglichkeiten. Zudem war die Eintracht zwar nach vorn weitaus aggressiver und effizienter als die SGG, produzierte allerdings teilweise sehr leichtsinnige Passfehler im Mittelfeld. Aus diesen schlug Gnadau aber kaum Kapital. Wenn doch einmal eine Aktion nach vorn gelang, wurde diese spätestens am Strafraum abgefangen.

Zwei weitere große Probleme waren die Abwehr der Gastgeber die keine Möglichkeit fand, auf die langen Bälle der Eintracht zu reagieren. Besonders ersteres rächte sich bitter im 0:3. Keine Abstimmung oder gar Zuordnung im eigenen Strafraum, erlaubte Sindermann über Julian Kerzel hinweg ins Tor zu köpfen. "Wir hatten erneut eine Viererkette, die so noch nicht zusammengespielt hat", erklärte Gnadaus Trainer Sebastian Pape. "Zwei Akteure unserer Alt-Herren haben ausgeholfen. Da fehlt es nun mal an Kondition und Absprache."

In der Schlussminute fiel dann noch das 0:4, erneut nach einer Ecke, die Christian Steinke per Kopf verlängerte. Damit schien die Partie bereits entschieden, "aber wir haben in der Kabine an die Moral appelliert und den Jungs Mut gemacht", so Pape. "Die Mannschaft sollte auf keinen Fall den Kopf in den Sand stecken."

Und das taten die Gnadauer auch nicht. Gommern ließ es zu Beginn der zweiten Halbzeit erst einmal etwas ruhiger angehen. Das hohe Tempo der ersten Hälfte forderte allmählich seinen Tribut. Das hieß allerdings nicht, dass die Eintracht vollkommen locker ließ. Dies bewies sie nach nur vier Minuten Spielzeit, als der Ball erneut im Gnadauer Netz zappelte. Das 0:5 durch Schaffrath fiel mit dem zweiten Ball, der erste war von Kerzel noch abgefälscht wurden.

Nun schien die Begegnung tatsächlich entschieden. Dies zumindest dachte wohl Gommern, doch der SV Eintracht wurde belehrt, dass eine Partie erst nach 90 Minuten endet. Gnadau blieb wach, wollte sich wohl auch vor heimischer Kulisse nicht blamieren. Nachdem der Gast das Geschehen 60 Minuten bestimmt hatte, war es nun an der SGG, das Zepter in die Hand zu nehmen. Die Motoren des durchaus beeindruckenden Gegenangriffs waren Marcus Rasche und Steven Hoffmann. Beide waren nicht nur für den letzendlichen 3:5-Entstand verantwortlich, sie zogen durch ihren Einsatz das gesamte Team mit. "Marcus war eigentlich nach seiner Krankheit noch angeschlagen und noch gar nicht bei 100 Prozent. Dafür hat er eine sehr gute Leistung gezeigt", lobte Pape seinen Schützling.

Rasche erzielte das 1:5, nachdem er gleich zwei Gommeraner Abwehrspieler stehen ließ und dann völlig frei auf den Kasten von Sebastian Woche zulief. Aus einer ähnlichen Situation heraus fiel auch das 2:5 und 3:5.

Somit zog Gommern am Ende das Fazit, dass über 60 Minuten sehr gut gespielt, am Ende aber zu nachlässig agiert wurde. Gnadau muss "vor allem an der Abwehr arbeiten. Wir dürfen uns am Anfang nicht so viele Fehler leisten."

Gnadau: Kerzel - Teske, Kade, Ziegler, Heinrich, Hoffmann, Rasche, Glode, Bläsing, Ladebeck, Kühne

Gommern: Woche - Hildebrand, Wehling, Balogh (40. Anders), Namshaa, Christel, Sindermann, Schaffrath, Schulze (57. Weber), Steinke (76. Herzog), Simon

Tore: 0:1 Justin Schaffrath (10.), 0:2, 0:3 Tom Sindermann (16., 22.), 0:4 Christian Steinke (45.), 0:5 Justin Schaffrath (49.), 1:5 Marcus Rasche (62.), 2:5 Steven Hoffmann (64.), 3:5 Marcus Rasche (88.); SR: Thomas Wissel (Futsal Bulls Dinslaken); Gelb-Rot: Markus Teske (78., Foulspiel) - Gnadau -