Glinde (nrc) l Vieles hat sich bei den Handballern des Glinder HV "Eintracht" seit der vergangenen Saison getan. Zunächst war man sich nicht sicher, wie die zahlreichen Abgänge kompensiert werden sollten und wer den Posten an der Seitenlinie für Tristan Staat übernehmen wird. Doch Glinde fand auf alle Fragen schließlich eine Antwort, verstärkte sich mit jungen Spielern, vor allem aus Schönebeck, und vertraute Julian Bauer und Michael Kreyenberg den Trainerposten an. Beide werden weiterhin auf der Platte agieren und das Geschehen als Spieler-Trainer-Gespann leiten.

Erste Erfahrungen mit diesem neuen Konzept sammelte die Eintracht am vergangenen Wochenende bereits im HVSA-Pokalspiel gegen den Favoriten der Verbandsliga, Staffel Nord, den SV Eiche Biederitz. Die Partie endete mit 22:25 (8:9) und für beide Teams stand - auch aufgrund zahlreicher Ausfälle - fest, dass es noch Luft nach oben gibt.

Volksstimme-Mitarbeiterin Nadja Reichert sprach mit Julian Bauer über die Lehren, die der GHV aus seiner ersten Prüfung zog und welche Ziele und Aufgaben in der Saison 2014/15 auf Glinde zukommen.

Herr Bauer, im HVSA-Pokal ist Glinde gegen den Ligafavoriten dieser Saison angetreten. Welche Lehren zieht der GHV aus dieser Partie?

Wir müssen uns vor niemandem verstecken. Wir konnten Biederitz gut Paroli bieten und mit unserem vollen Kader wäre sicherlich mehr drin gewesen.

Der Pokal bildete quasi den ersten Test nach der Vorbereitung. Wie lautet ihr Fazit? Ist die Mannschaft gut für die neue Saison gerüstet?

Auf jeden Fall. Die Vorbereitung lief besser, als wir erwartet hatten. Der Kader steht nun zum größten Teil und wir hatten genug Zeit, in Ruhe gezielt am Angriff und der Deckung zu arbeiten. Außerdem haben wir Testspiele gegen Haldensleben und Barleben bestritten und dort gute Ergebnisse erzielt.

In der vergangenen Saison war die Deckung die dauerhafte Baustelle bei Glinde. Hat sich diesbezüglich etwas getan?

Ja. Ich bin mit der Deckungsarbeit der Mannschaft in den Testspielen sehr zufrieden gewesen. Wir haben viel Arbeit in die Defensive gesteckt, denn wir wollen, dass diese unsere Stärke in der Saison wird.

In den Testspielen konnten Sie auch das Konzept des Spieler-Trainer-Gespanns erproben. Hat es sich bewährt?

Es sieht gut aus. Natürlich kann man von der Seitenlinie aus mehr erkennen, aber Michael und ich haben uns so eingespielt, dass immer mal einer von uns draußen steht.

Das klingt nach einem sehr positiven Resümee. Will Glinde in dieser Saison nun angreifen?

Nein. Wir haben uns im letzten Jahr etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt und mussten dann um den Klassenerhalt kämpfen. Deshalb wollen wir bewusst tief stapeln. Unser Ziel ist es, in der Verbandsliga zu bleiben und zwei Mannschaften hinter uns zu lassen. Was sich darüber hinaus ergibt, ist natürlich umso besser.

Als erster Gegner wartet am Sonntag der HV Ilsenburg. Ist das ein dankbarer Gegner für den Saisonbeginn?

Für den Start ist Ilsenburg ein guter Gegner. Beide Mannschaften werden sich wohl auf Augenhöhe begegnen. Wir wollen uns auf jeden Fall die zwei Punkte sichern.

Können Sie auf einen vollen Kader zählen?

Leider nein. Michel Storch und Oliver Kowaczeck sind privat verhindert beziehungsweise noch im Urlaub. Außerdem fehlt Max Kreyenberg, der sich einen Außenbandriss zugezogen hat. Das ist für uns besonders bitter, denn Max zählt zu unseren absoluten Leistungsträgern.