Der Wettergott meinte es nicht gut mit den rund 90 Startern des 20. Calbenser Bollenlaufs. Zwar strahlte die Sonne am Veranstaltungstag selbst vom Himmel, doch am Abend zuvor hatte es derart stark geregnet, dass der Boden an einigen Stellen doch sehr aufgeweicht war. Dennoch absolvierten alle Leichtathleten ihre Strecken und durften sich am Ende über reichlich Medaillen freuen.

Calbe l Die Strecken über 1,6, fünf und zwölf Kilometer hatten sich seit Beginn des Bollenlauf im Grunde nicht verändert. Dennoch gab es eine kleine "Panne". Die Läufer der Fünf-Kilometer-Distanz liefen eigentlich 5,6 Kilometer, denn es gab einige Verwirrungen, wann man in der letzten Runde nun wo abbiegen musste.

Heidi Schwenke siegt trotz nicht geplantem Umweg

Auch Heidi Schwenke vom BSV Eickendorf schaute sich etwas verwundert um. "Das ist das zweite Mal in elf Jahren, dass ich mich auf einer Strecke verlaufe". Dabei ist die Leichtathletin schon das elfte Mal dabei. "Ich war schon etwas verwirrt, weil ich einen anderen Verlauf gewohnt war. Aber das macht nichts. Die 600 Meter mehr bringen einen ja nicht um", fügte sie lachend hinzu. Schwenke durfte sich auch trotz des kleinen Umweges über den ersten Platz in der Altersklasse (AK) W55 freuen. Mit dabei war auch ihr Gatte Werner, der in der AK M60 über die zwölf Kilometer ebenfalls Gold holte. "Ich darf ihm gar nicht erzählen, dass ich mich verlaufen habe. Er lacht mich nur aus", scherzte Schwenke und sah sich schmunzelnd nach ihrem Ehemann um, der zum Zeitpunkt ihres Zieleinlaufs allerdings noch eine Runde zu absolvieren hatte.

Rang eins über den "Langen Kanten" gab es auch für die Gaensefurther Sportbewegung. In einer hervorragenden Zeit von 56:32 Minuten überquerte Maik Löwe (M20) die Ziellinie und erntete dafür reichlich Applaus. Die Gaensefurther waren mit einer vergleichsweise kleinen Gruppe in die Saalestadt gereist, nur vier Läufer starteten. Dafür fielen die Ergebnisse allerdings sehr positiv aus. Neben Löwe duften sich auch Katrin Winkler-Hindricks (zwölf Kilometer, W40) und Renate Liedtke (fünf Kilometer, W60) über den ersten Platz freuen. Vierter Gaensefurther im Bunde war Josef Hindricks, der in der AK M60 über zwölf Kilomete zu Silber lief.

Weniger zufrieden war dagegen Andreas Broska, obwohl der Läufer der TSG Calbe über die große Strecke Platz zwei erreichte. "Ich habe meinen Trainingsrückstand gemerkt. Der zweite Platz ist zwar okay, aber so ganz zufrieden sollte ich nicht sein." Broska ist zum fünften Mal beim Bollenlauf dabei. "Für mich ist es ein besonderer Lauf, weil man ja quasi ein Heimspiel hat."

Broska war aber auch abseits der Strecke aktiv. Er kümmerte sich vor allem um die Markierung der Wege mit Kreide und Absperrband. "Der Regen hat uns einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht", berichtete der Laufwart. "Wir hatten am Sonnabend schon alle Strecken markiert und durch den starken Regen war natürlich am Sonntagmorgen alles wieder weggewischt."

Ohne Katrin Müller und Gabriele Kessler geht nichts

Dennoch ist Broska mit der Organisation des Laufs sehr zufrieden. Seit 20 Jahren sind Katrin Müller und Gabriele Kessler von der TSG dafür verantwortlich und "sie machen das wirklich hervorragend", lobte der Laufwart. "Sie wollen auch im 21. Jahr wieder die Fäden hinter den Kulissen ziehen."

Frank Walter holt Platz drei in seinem ersten Lauf

Der Lauf, der zwar im Rahmen des Calbenser Bollenmarktes stattfindet, existiert aber schon länger als dieser. "Wir wollten uns damals als Laufgruppe etablieren und haben die Veranstaltung deshalb ins Leben gerufen", erklärte Müller. "Wir haben den Namen Bollenlauf gewählt, weil die Bollen ganz typisch für unsere Stadt sind." "Bollen" heißen in Calbe die Zwiebeln und die Region um die Saalestadt gehört zu den größten Anbaugebieten Deutschlands.

Umso stolzer waren auch Veranstalter und Sportwart, dass so viele einheimische Läufer am Jubiläumslauf teilnahmen. "Es starteten auch viele unserer Kanuten", verriet Broska. Da überrascht es wohl auch nicht, dass die TSG beziehungsweise der VS Calbe im Medaillenfeld weit vorn liegt. Insgesamt sprang zehnmal Platz eins heraus.

Dicht dahinter reihten sich die Leichtahleten des Schönebecker SC ein und sammelten fleißig Punkte für den Novo-Nordisk-Cup. Aber auch "Frischlinge" traten an. So etwa Frank Walter, der über die fünf Kilometer in der AK M55 gleich Platz drei ergatterte. Stolz präsentierte er seinen erfahrenen Vereinskameraden die Urkunde. Besonders stolz war der SSC aber auch auf seinen jüngsten Starter Paula Nowak. Sie erreichte über die fünf Kilometer in einer sehr guten Zeit von 26:11 Minuten in der AK W14/15 den ersten Platz. Zwei Minuten später empfing sie Mutter Stefanie, die in der AK W45 ebenfalls Erste wurde. "Die Strecke war an sich ziemlich gut, wenn auch etwas schlammig", schätzte Stefanie Nowak ein.

   

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