Calbe l Ein Neubeginn mit alten Bekannten - so beschreibt man wohl die Situation der Calbenser Handballerinnen zum Start in die neuen Saison am treffendsten. Nach vier Jahren in der Mitteldeutschen Oberliga spielt das TSG-Team heute Abend seine erste Partie in der Sachsen-Anhalt-Liga. Die Favoritenrolle gegen den Nordliga-Aufsteiger FSV Magdeburg hat dabei maximal Papierwert, denn in den schwarzen Heimtrikots steht eine völlig neue Mannschaft auf dem Parkett.

Ganze 13 Jahre Altersunterschied hat Trainerin Annett Schroeter zwischen der ältesten und der jüngsten Spielerin im Calbenser Team gezählt. Das ist recht viel und beschreibt im Grunde die große Herausforderung, der sich Mannschaft und Trainer gemeinsam gestellt haben und sich in jedem Training, jedem Spiel wieder stellen. So bilden Kristin Sroka, Antje Schreiber, Mandy Wenzel, Stefanie Hüls, Josephin Wurbs und Sophia Rust den erfahrenen Kern. Sie haben ihre Aufgabe angenommen, die Nachwuchstalente des eigenen Vereins in das raue Fahrwasser des Frauen-Handballs mitzunehmen.

Neben Lisa-Marie Prokop und Alexandra Baier, die in der vergangenen Saison schon in der Oberliga kräftig mitmischten, sind dies Aufbauspielerin Marie Zilke, Kreisläuferin Alicia Sophie Gröst und Frederike Giese im Rückraum. Die verbleibenden Plätze im Kader nehmen Akteure der ehemaligen Reserve ein: Elisa Mennecke (ebenfalls bereits mit Oberliga-Erfahrung), Lisann Rust, Anika Meier, Laura Schmidt, Christin Meier und Franziska Knappe.

Für sie bedeutet die neue Saison nicht nur den Sprung aus der Bezirksliga beziehungsweise Bezirksklasse in die Sachsen-Anhalt-Liga, sondern zugleich, sich in ein völlig neuen Teamgefüge einzuordnen, andere Positionen zu übernehmen und ungewohnte taktische Abläufe zu verinnerlichen. Als einziger Neuzugang fand Torhüterin Josephine Suchan (SG Lok Schönebeck) den Weg zur TSG. Mit ihrer starken Leistung im Pokalspiel gegen den MSV Buna Schkopau bewies sie, dass sie in der Heger-Sporthalle angekommen ist.

Allein die Kaderliste zeigt anschaulich, dass sich innerhalb der Mannschaft einiges verändert hat. Stammpositionen gibt es nicht mehr, jeder muss sich neu beweisen. Prognosen oder gar eine Zielvorgabe für die Saison wären da pure Spekulation. "Sicherlich kursieren im Team Zahlen, aber warten wir ab, was die ersten Spiele bringen", wiegelte die Trainerin ab.

Gemeinsam mit Ralf Bertram und Marina Sroka wird Schroeter die Calbenser Frauen durch diese Herausforderung führen. Ihr zur Seite stehen auch weiterhin Betreuerin Christina Falke und Physiotherapeutin Doris Müller. Das Zusammenwachsen der Spielerinnen war die Hauptaufgabe der Saisonvorbereitung und bleibt gewiss auch das bestimmende Thema in der ersten Phase der Punktspielserie.

Immer wieder werden im Training Abläufe geübt, Auslösehandlungen wiederholt oder Laufwege besprochen. Geduldig ziehen alle an einem Strang und haben eines bereits jetzt erreicht: sich als eine Mannschaft zu fühlen, das "Wir" in den Mittelpunkt zu stellen und für den anderen einzustehen. Nicht ohne Stolz berichtet Schroeter von der guten Beteiligung in den Einheiten und im Trainingslager. Der Wille ist auf jeden Fall da, die Umsetzung insbesondere der taktischen Vorgaben wird aber noch seine Zeit dauern. So kann das Team zunächst entspannt in die erste Begegnung der neuen Saison gehen. Wahrlich möchte jeder die Punkte, der klare Favorit ist die TSG aber sicherlich nicht. Es wird darauf ankommen, sich auf der Platte möglichst geschlossen zu zeigen, die Chancen zu nutzen und füreinander zu spielen. Denn in der ersten Hälfte des Pokalspiels hat das neuformierte Team bereits sicher agiert und den Ansatz gezeigt, seine Routinen zu entwickeln.

Knüpft es daran an, dürfte es eine spannende Auftaktbegegnung mit der Gelegenheit zum ersten Punkterfolg werden. Die Begegnung mit dem FSV Magdeburg wird heute um 17 Uhr in der Heger-Sporthalle angepfiffen.

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