Haldensleben (nrc) l Der Jubel der mitgereisten Fans des Schönebecker SC dürfte sicherlich groß gewesen sein. Thomas Jaenecke erzielte in der 20. Minute den ersten Saisontreffer in der Fußball-Verbandsliga. Und auch wenn Trainer Christian Kehr natürlich betonte, "dass wir uns stetig weiterentwickeln müssen", freute er sich dennoch nicht minder über das erste Tor. "Das war für die Mannschaft enorm wichtig." Da dürfte wohl die letztliche 1:6 (1:1)-Niederlage beim Haldenslebener SC nicht allzu sehr schmerzen.

Der Halbzeitstand war sinnbildlich für das Auftreten des SSC in der ersten Hälfte. Kehr hatte personell und systematisch einiges umgestellt, "um die Mannschaft auf den Gegner vorzubereiten". Alexander Degraf und Christian Baartz erwiesen sich als wertvolle Stütze in der Innenverteidgung. Außerdem hatte Christian Heise von Beginn an seinen Einsatz. "Außerdem habe ich vorn auf einen Stürmer umgestellt", erklärte der Coach. Sebastian Guhde erzielte zwar selbst keinen Treffer, bereitete dafür aber für Jaenecke vor. Der Spieler im rechten Mittelfeld wurde von seinem Team nach dem Treffer begeistert gefeiert. "Da sieht man, dass Fußball ein Mannschaftssport ist", freute sich Kehr. Die 1:0-Führung hielt 14 Minuten, bevor der HSC ausgleichen konnte. Danach fiel kein Treffer mehr und es ging mit einem 1:1 in die Kabine.

Nach dem Wiederanpfiff verfiel der SSC dann allerdings in alte Muster. Nach dem 1:2-Rückstand verlor man zunehmend die Sicherheit, die in der ersten Halbzeit an den Tag gelegt wurde. "Hinzu kam auch unser konditioneller Nachteil. Dadurch ist es uns nicht mehr gelungen, den Abwehrverbund stabil zu halten." Dies nutzte vor allem Haldenslebens Rene Hasse, der zwei Tore innerhalb von zwei Minuten erzielte.

Ein weiteres Problem waren die zu leichten Ballverluste in der Vorwärtsbewegung, die den Gegner zum Kontern einluden. Dass es am Ende allerdings "nur" sechs Gegentore waren, verdankte der SSC seinem Keeper Steffen Zöge. "Er hat mehrere starke Paraden gezeigt und ein gutes Spiel gemacht", lobte Kehr. Auch Patrick Kuhn verdiente sich durch seinen Einsatz die Anerkennung des Trainers, obwohl er in der 86. Minute mit Gelb-Rot das Feld verlassen musste. "Patrick wollte seine erste Gelbe mit einer positiven Aktion ausgleichen und war dabei wohl zu übereifrig", sah der Coach seinem Schützling nach.

Trotz der 1:6-Niederlage blickt Kehr positiver in die Zukunft. "Die Mannschaft muss diesen Schwung mitnehmen." Er weiß aber auch, "dass wir noch an vielen Dingen arbeiten müssen. Vor allem die Ballzirkulation muss deutlich besser werden." Seine Elf wird aber mit noch mehr Elan beim Training dabei sein, jetzt, da sie gesehen hat, dass sich ihre Geduld auch ausgezahlt hat.

Schönebecker SC: Zöge - Jaenecke, Richter (74. Knoblauch), Degraf, Köhlert, Baartz, Guhde, Kuhn, Igel, Michaelis (59. Kappler), Heise (81. Helmel)

Tore: 0:1 Thomas Jaenecke (20.), 1:1 Chris Markstein (34.), 2:1 Rene Hasse (54.), 3:1 Lukas Mühlisch (56., FE), 4:1, 5:1 Rene Hasse (67., 69.), 6:1 Stefan Kotulla (82.); SR: Benjamin Petri (Irxleben); Gelb-Rot: Patrick Kuhn (86.) - Schönebeck-