Calbe (nrc) l Der Jubel der Fans kannte kaum Grenzen, die Handballerinnen der TSG Calbe strahlten um die Wette. Nach dem schlechten Saisonstart mit zwei Niederlagen durfte man in der Sachsen-Anhalt-Liga nun einen Sieg feiern. Mit 39:23 (15:9) bezwangen die Saalestädterinnen den Jessener SV. "Die Mannschaft hat sich endlich für ihren Einsatz und die harte Vorbereitung belohnt", fasste Trainerin Annett Schroe- ter zusammen.

Die Gastgeberinnen zeigten von Beginn an viel Eifer, mussten sich jedoch zunächst in der Deckung sortieren. Hier fehlte oft die Abstimmung, sodass die Gäste in den ersten Minuten den Ton angaben und bis zum Stand von 3:3 mit einem Tor vorlegten. Doch dann wendete die TSG das Blatt, nicht zuletzt durch die sehr starke Torhüterleistung von Josephine Suchan. Dadurch wurden immer wieder Gegenstöße eingeleitet, durch die Calbe sich zunächst auf zwei Tore (7:5) absetzen konnte. Aber noch blieb Jessen dran, konnte immer wieder verkürzen.

Mit zunehmender Ordnung in der Deckung gelang es den Gastgeberinnen aber schließlich, Jessen das Leben immer schwerer zu machen. Im Gegenzug war der Angriff der TSG mit Kristin Sroka, Stefanie Hüls und Lisa-Marie Prokop gut aufgestellt. Diese mussten sich allerdings gegen eine gut zupackende JSV-Defensive behaupten, was nicht immer gelang. Aber Jessen verlor zunehmend an Stabilität und so konnte Calbe schließlich bis zu Pause über die Stationen 11:9 und 13:9 zum 15:9-Halbzeitstand davonziehen.

In der zweiten Hälfte setzte sich das Bild fast eins zu eins fort. Erneut brauchten die Saalestädterinnen eine Anlaufphase, aber als diese abgeschlossen war, zeigte sich die Oberliga-Erfahrung der älteren Spielerinnen. In der Deckung wurde nun gut zugefasst, Konter wurden eiskalt verwandelt. So zog die TSG über die Stationen 17:9, 20:11 und 24:14 auf zehn Tore Vorsprung davon und hielt diesen über weite Strecken der zweiten Halbzeit.

Dies zeigte bei Jessen offenbar Wirkung, denn es kehrte eine zunehmende Unruhe und Passivität in die Spielweise der Gäste ein. Schließlich ließen sie phasenweise ganz die Köpfe hängen. Ein Beispiel: Hüls eroberte sich den Ball im Duell am Kreis und zog sofort in Richtung Jessener Tor ab. Der JSV folgte ihr nicht.

Aber auch bei Calbe zeigte der große Vorsprung nicht nur positive Wirkung. Die Konzentration schwand im Abschluss und in der Rückwärtsbewegung war die TSG oft zu langsam. Den letztendlich deutlichen Sieg mit 39:23 gefährdete dies allerdings nicht mehr. "Es war eine geschlossene sehr gute Mannschaftsleistung, aus der unsere Keeperinnen etwas hervorgestochen haben", lobte Schroeter. "Was mich besonders freute, war, dass ich allen Spielerinnen, auch unseren jüngeren, Einsatzzeiten geben konnte und sich fast alle in die Torschützenliste eingetragen haben."

Calbe: Suchan, Mennecke, Baier - Zilke (2), Giese (1), Gröst (3), Rust (6), Prokop (6/1), Wurbs (3), Schmidt, Sroka (7/4), Wenzel(1), Hüls (4), Schreiber (6)

Siebenmeter: Calbe 7/6- Jessen 4/4; Zeitstrafen: Calbe 2- Jessen 2