Die SG Lok Schönebeck hat ihren zweiten Saisonsieg in der Handball-Verbandsliga gefeiert. Das Team bezwang den Güsener HC nach spannenden Schlussminuten knapp mit 30:29 (17:12).

Schönebeck l Paul Niemann hätte es am Ende vielleicht doch bereut, wenn er nach seinem Einsatz als Schiedsrichter bei der weiblichen B-Jugend und als Keeper bei der Reserve nach Dessau gefahren wäre, um das Spiel der Frauen zu verfolgen, die mit 30:32 knapp unterlagen. Stattdessen stellte er sich komplett in den Dienst des Vereins und übernahm auch noch das Amt des Schreibers beim Männerspiel. Und er bekam viel zu tun.

Zunächst durfte er entspannt die Treffer für Sebastian Roost eintragen, der in der Anfangsphase von Linksaußen mit einer Traumquote auftrumpfte. Erst verkürzte er nach drei Fehlwürfen und einem Ballverlust seines Teams zum 1:3, dann verwertete er einen Pass von Stefan Kazmierowski über das gesamte Spielfeld per "Kempa" zum 2:3. Erst nach der 9:7-Führung (14.) bekam Güsen den Außen in den Griff.

In der Folge war Schönebeck vor allem über Konter erfolgreich, nutzte die zehn Ballverluste der Gäste, um sich einen Vorsprung zur Pause zu erarbeiten. Somit kompensierte Lok auch die Rote Karte gegen Stefan Kazmierowski, die Niemann eintragen musste, weil der Kreisspieler in der Abwehr zu spät kam und es so aussah, als hatte er Domenic Schulz am Wurfarm gezogen. Dabei fädelte dieser nur unglücklich in die ausgestreckten Arme ein.

Im Positionsspiel hatte Lok Luft nach oben. Der Ball wurde zu lange gehalten und langsam gepasst, meist waren Einzelaktionen über Martin Schröder oder Toni Warschkau erforderlich.

In der zweiten Hälfte tat sich Schönebeck zunehmend schwer, scheiterte insgesamt 15-mal am eingewechselten GHC-Keeper André Teske. Da die Abwehr auch nicht mehr auf die Haßbargen-Brüder im Rückraum hinaustrat, verkürzten die Gäste zum 20:22 (45.) und glichen schließlich zum 26:26 (55.) aus.

Und dann wurde es spannend, Paul Niemann musste aufmerksam sein. Kevin Krause traf von Linksaußen zum 27:26 (57.). Christian Haßbargen glich per Siebenmeter aus. Jost Mattisseck setzte sich im Eins-gegen-Eins durch, markierte das 28:27. Christian Kampe erzielte in Unterzahl das 28:28. Kevin Krause traf zum 29:28 erneut von Linksaußen. Kevin Haßbargen verwandelte nach schnellem Freiwurf zum 29:29 (59.) und Martin Schröder traf zum 30:29. Es war die letzte Zahl, die Paul Niemann eintragen musste. Sicherlich hat er das gern gemacht. Es folgte nur noch die Parade von Robert Knörich beim letzten Freiwurf nach der Sirene von Kevin Haßbargen.

Lok-Trainer Henning Stapf war zufrieden: "Güsen steht nicht umsonst so weit oben. Wenn man nachlässt, dann wird das genutzt. Mitte der zweiten Halbzeit hat jeder einen Wurf genommen, anstatt die Angriffe auszuspielen. Zudem waren unsere Deckungsspezialisten von Zeitstrafen betroffen. Aber wir erzielten am Ende die entscheidenden Tore."

Lok Schönebeck: Knörich - Bauer (2), Warschkau (4), Kazmierowski (2/2), Mattisseck (2), Meißner, Blumenthal (2), Roost (7), Schröder (6), Krause (4), Meyer (1), Prokop

Güsener HC: Bretschneider, Teske - K. Haßbargen (5), Schulz (4), E. Klewe (1), Prause (1), Seydack, Lepper, C. Haßbargen (12/8), R. Klewe (4), Kampe (1), Heitzmann (1), Gerlach

Siebenmeter: Schönebeck 6/3 - Güsen 8/8; Zeitstrafen: Schönebeck 2 - Güsen 6; Rot: Stefan Kazmierowski (21:03 Minuten) -Schönebeck-