Die TSG Calbe hat die richtige Reaktion auf die ärgerliche Niederlage in der Sachsen-Anhalt-Liga bei der SG Kühnau (22:23) gezeigt und die SG Seehausen beim 36:18 (17:6)-Erfolg förmlich überrannt. Beste Werfer waren Christian Hübner und Ronny Krause mit jeweils neun Treffern.

Calbe l Es kommt nun nicht häufig vor, dass Kreisläufer Nils Rätzel einen Tempo-Gegenstoß abschließen darf. Das liegt an seiner Position am Kreis. Sein Treffer zum 11:3 (21.) in der ersten Halbzeit war daher schon zu diesem frühen Zeitpunkt ein Ausdruck der Calbenser Dominanz und bestes Beispiel dafür, dass die Gastgeber die vielen technischen Fehler und Ballverluste der Altmärker zu nutzen wussten. Dank einer soliden Abwehrarbeit in der 6-0 ließ man kaum einfache Würfe zu und meldete Kreisspieler Christian Söhnel komplett ab, sodass auch Keeper Stefan Wiederhold in den ersten 30 Minuten "gefühlte" 20 Paraden zeigte.

Die ersatzgeschwächten Gäste, die lediglich mit zwei Wechselspielern angereist waren, nahmen das Tempo allerdings kaum heraus, um Kräfte zu schonen, sondern versuchten, schnell zum Abschluss zu kommen, wann immer es möglich war. Nach einer kurzen Schwächephase zu Beginn der zweiten Halbzeit, als sich Calbe drei Ballverluste zugestand, verkürzte Seehausen zum 9:18 (33.). Doch Ronny Krause erstickte die aufkeimende Unruhe mit Treffern aus dem Rückraum, per Konter und vom Kreis - 23:9 (38.).

Angesichts der zurechtgerückten Kräfteverhältnisse durfte die TSG die letzten 20 Minuten der Partie zelebieren, rückten die markanten Meilensteine in den Vordergrund. Christian Hübner stellte den ersten 15-Tore-Vorsprung her (25:10/40.), Krause erzielte den 30. Treffer per Siebenmeter (30:12/46.) und Felix Kralik markierte per Konter den 20-Tore-Vorsprung (32:12/47.). "Es war eine klare Angelegenheit. Wir haben sogar noch Chancen ausgelassen", resümierte Trainer Peter Weiß, der nach einem privaten Termin erst kurz vor der Pause wieder in der Halle war.

Am Ende sorgte ein Wurf ins Gesicht noch einmal für Unmut. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sich Wiederhold und Daniel Bertram schwer getan, die Strafwürfe von Alexander Söhnel zu entschärfen, obgleich die beiden mehrfach die Hand am Ball hatten. Doch beim letzten Versuch (58.) bewegte sich Wiederhold nicht, Söhnel warf geradeaus und traf den Keeper mitten ins Gesicht. Laut Regelwerk berechtigt die Rote Karte, wenngleich es dem Werfer sofort leidtat und er nicht einmal den Abpraller, der ihm in die Hände fiel, verwertete. Söhnel entschuldigte sich sofort und bat auch nach seiner Hinausstellung am Spielfeldrand erneut um Verzeihung, Wiederhold nahm mit einer Umarmung an.

Während die TSG den Kantersieg gebührend mit den Fans feierte, herrschte bei den Altmärkern Ernüchterung. "Wir haben es nicht geschafft, unsere Chancen in Tore zu verwandeln. Bei uns waren einfach zu viele technische Fehler im Spiel. Da waren bestimmt zehn katastrophale dabei, die Calbe gnadenlos genutzt hat"; sagte Spieler Benjamin Mittag. "Wir haben uns in der Pause noch einmal eingeschworen, zu kämpfen und uns nicht abschlachten zu lassen. Aber irgendwie haben wir keine Bindung zum Spiel bekommen. Dieser Gegner war kein Maßstab für uns. Wir müssen unsere Punkte gegen andere Mannschaften holen."

TSG Calbe: Wiederhold, Bertram - Walther (1), Barby (4), Krause (9/2), Gieraths (4), Hulha, Rätzel (4), Marschall (1), Sowa, Kralik (4), Hübner (9)

SG Seehausen: Johannes, Nöhring - Mittag (7), D. Cornehl (2), Spöttle (1), C. Söhnel, A. Söhnel (7/5), Arndt, Fiedler (1), Philipp

Siebenmeter: Calbe 2/2 - Seehausen 7/5; Zeitstrafen: Calbe 3 - Seehausen 6; Rot: Alexander Söhnel (57:32 Minuten) -Seehausen-