Schönbeck (nrc) l Im Fußball hat man diese Situation eigentlich in jedem Spiel. Sobald ein Treffer gefallen ist, vielleicht sogar der entscheidende, springen zehn Mann auf den Torschützen. Im Handball ist dieses Bild dagegen eher selten und doch mochte man glauben, im Stadion einer Bundesliga-Begegnung zu sein, als Robert Knörich, Torhüter der SG Lok Schönebeck, den letzten Siebenmeter der Partie entschärfte und damit den 25:24 (13:11)-Erfolg für seine Handballer buchstäblich festhielt. Keine Sekunde später sah sich der Keeper von sechs weiteren Schönebeckern umringt, die ihn in die Luft hoben. Lok hatte die Verbandsliga-Partie gegen die HSG Osterburg gewonnen. Trainer Henning Stapf lächelte zufrieden zum ganzen Geschehen. Nach dem Spiel gab er aber zu: "Das war schon ein Arbeitssieg.

Denn die Gastgeber machten sich das Leben gegen Osterburg selbst schwer. Lok startete gut, ging zunächst mit zwei Treffern in Führung, verbaute sich dann aber die Chance für deren Ausbau durch leichtfertige Abschlüsse. Dieses Bild zog sich wie ein Roter Faden durch die gesamte Partie. In der Deckung lief es im Vergleich zu den vergangenen Spielen gut, doch vorn wurden zu viele Bälle vergeben, was die HSG jedes Mal bestrafte. Zunächst schloss sie auf, dann glich sie aus und ging schließlich in Front. Lok gelang es jedoch durch eigene Konter, etwa genutzt durch Sebastian Roost, dranzubleiben und bis zur Pause den ursprünglichen Abstand von zwei Toren zum 13:11-Halbzeitstand herzustellen.

In der zweiten Hälfte profitierten die Gäste noch mehr von der mangelhaften Chancenverwertung der Schönebecker, gingen schließlich sogar mit drei Toren (20:17) in Führung. In den letzten 15 Minuten kehrte jedoch zunehmend mehr Ruhe ins Spiel der Gastgeber ein und sie konnten zwei Minuten vor Schluss wieder zum 23:22 vorlegen.

Ab diesem Moment war es spannend. Osterburg ließ sich nicht abschütteln, glich eine Minute vor Abpfiff zum 23:23 aus. Ein verwandelter Siebenmeter von Toni Warschkau zum 24:23, dann verletzte sich Roost bei einem Zusammenprall am Knie und musste von der Fläche getragen werden. Noch 30 Sekunden, Osterburg verwirft, Konter für Jost Mattissek, 25:23. Wieder Osterburg, dieses Mal ein Treffer. 25:24. Lok verwirft, die HSG am Zug, Schönebeck versucht alles in der Deckung, ein Osterburger geht zu Boden und die Schiedsrichter entscheiden auf Siebenmeter. Stapf winkte Knörich heran. "Ich habe ihn angeschaut und zu ihm gesagt: Du hältst den jetzt." Und Robert Knörich hielt ihn.

Lok: Knörich - Schulz, Bauer (6), Warschkau (7/3), Kazmierowski (1), Mattissek (1), Meißner (1), Blumenthal (1), Roost (4), Schröder (3), Krause (1), Meyer

Siebenmeter: Lok 5/3 - Osterburg 5/4; Zeistrafen: Schönebeck 4 - Osterburg 4