Die Handballer der SG Lok Schönebeck hatten allen Grund, nach der Partie gegen den HV Solpke/Mieste einen Kreis zu bilden und "Auswärtssieg" zu singen. Denn das 32:30 (15:13) war nicht nur der fünfte Erfolg in Serie, sondern bescherte ihnen auch den dritten Platz in der Verbandsliga.

Mieste l Dabei war der Gegner die "erwartet schwere Mannschaft", wie Loks Trainer Henning Stapf erklärte. Und bis zum Stand von 10:10 führten die Gastgeber auch mit zwei bis drei Treffern. Nach dem Ausgleich legte Lok allerdings eine Schippe drauf und ging mit drei Toren in Front. "Es ist uns gelungen, die torgefährlichen Positionen von Solpke/Mieste besser zu kontrollieren", berichtete Stapf zufrieden. "Ich kann allgemein mit der Deckungsarbeit in diesem Spiel zufrieden sein. 30 Gegentreffer hört sich zwar viel an, aber wenn man bedenkt, wie schnell die Partie war, ist die Anzahl in Ordnung."

Auch die Offensive überzeugte den Coach. Stapf hatte im Vorfeld zu Geduld und Ruhe im Passpiel gemahnt. "Das haben sie Jungs auch umgesetzt." So wurde beispielsweise Kreisläufer Stefan Kazmierowski immer wieder freigespielt. Der Schönebecker erzielte im Spiel 13 Treffer und "hat eine Topleistung gezeigt", lobte Stapf seinen Kapitän. Mit zwei Toren Vorsprung zum 15:13 konnte Lok in die Kabine gehen.

In der zweiten Halbzeit stellten sich die Schönebecker noch besser auf den Gegner ein. "Solpke/Mieste spielte mit einer 3-2-1-Deckung. Darauf hatten wir uns im Training eingestellt, trotzdem kam es anfangs doch überraschend", erklärte Stapf. Trotz der besseren Einstellung bleib die Partie in den ersten 20 Minuten spannend und recht ausgeglichen.

Dann konnte sich Lok allerdings auf vier Tore absetzen. Eine Differenz, die durchaus auch bis zum Ende möglich gewesen wäre. Doch da einige gute Chancen vergeben wurden, schloss der Gastgeber noch einmal auf, konnte sogar zum 26:26 ausgleichen. Erschwerend kam in den letzten Minuten hinzu, dass die Schönebecker nur mit drei Mann auf der Platte standen. "Aber bis auf eine Zeitstrafe war auch alles berechtigt. Die Schiedsrichter haben sehr gute Arbeit geleistet", erkannte der Lok-Trainer an. Nur die zwei Minuten für Jan Bauer gefielen Stapf nicht. Allerdings waren diese wohl auch ein Missverständnis. "Jan hat einen Wurf verhauen und ärgert sich darüber so sehr, dass er auf den Boden schlug, Der Schiedsrichter hat das irgendwie auf sich bezogen."

Alles in allem "war die Partie aber sehr fair und von toller Stimmung geprägt. Handballerisch war es unser bisher bestes Spiel der Saison." Stapf gönnt seinem Team nach dem 32:30-Sieg die Freude, mahnt aber auch: "Wir müssen jetzt dranbleiben und versuchen, den Platz zu halten."

Lok Schönebeck: Knörich - Schulz, Kazmierowski (13/5), Warschkau (6), Schröder (4), Bauer (5), Mattissek (3), Blumenthal (1), Meyer, Meißner, Prokop

Siebenmeter: Solpke/Mieste 3/3 -Schönebeck 6/5; Zeitstrafen: Solpke/Mieste 7 - Schönebeck 6