Nienburg (fna) l Dirk Bizuga hatte geahnt, was passiert, wenn Kevin Junge aufläuft. "Er ist gut im Antritt und pfeilschnell", hatte der Trainer des Fußball-Salzlandligisten 1. FSV Nienburg vor der Partie gegen den TSV Kleinmühlingen/Zens (Landesklasse) gewarnt. Dennoch bedeutete er den Unterschied. Nachdem der Stürmer eine Halbzeit lang geschont worden war, wurde er nach der Pause eingewechselt und war mit einem Dreierpack maßgeblich am 5:2 (1:2)-Erfolg und am Einzug ins Halbfinale des Salzlandpokals beteiligt.

Es war nun nicht so, dass die Nienburger nicht auf ihren Trainer gehört und Junge allein gelassen hätten. "Wir waren stark ersatzgeschwächt, insgesamt haben mir zehn Spieler gefehlt. Wir haben versucht, so lange wie möglich dagegen zu halten." Und in den ersten 45 Minuten war dies seinem Team sehr gut gelungen. Es musste zwar einen Rückschlag hinnehmen, doch in der Folge "haben wir die Schwächen in der TSV-Abwehr clever genutzt".

Für die Gäste war die 1:0-Führung durch Max Jäger wohl genau das falsche Signal. "Wir sind dann nicht gut in die Zweikämpfe gekommen, haben den Ballführenden zu spät oder gar nicht attackiert", sagte Trainer Mario Katte. Dementsprechend ärgerte er sich über die beiden Gegentreffer. "Da haben wir zweimal taktische Fehler begangen." Zudem hatte das Team Glück, dass zehn Minuten vor der Pause erst Keeper Jens Ulrich sehr gut reagierte und dann Sebastian Mergel den Nachschuss noch vor der Linie klärte. "Wenn wir dieses Tor gemacht hätten, dann wäre es für den TSV sehr schwer gewesen, in die Partie zurückzukommen", betonte Bizuga.

Ein Donnerwetter von Katte gab es allerdings in der Kabine nicht. "Ich habe es den Jungs sachlich erklärt. Wenn sie nicht die nötige Leidenschaft und den erforderlichen Kampfgeist zeigen, dann ist das Spiel schnell verloren." Und sie hatten verstanden. Mit viel Laufarbeit, energischem Zweikampfverhalten und flachen Pässen im Mittelfeld erspielte sich das Team eine Überlegenheit und zog zehn Minuten lang ein echtes "Powerplay" auf. Kevin Junge und Norman Möbes belohnten den TSV mit ihren Treffern zur 3:2-Führung.

Am Ende war es eine Kraftfrage. Kleinmühlingen hatte ausreichend, in Nienburg schwand sie zusehends. Mit zwei weiteren Treffern untermauerte Junge die Dominanz der Kleinmühlinger in Hälfte zwei. "Die Niederlage ist sicher ein, zwei Tore zu hoch ausgefallen. Wir haben gekämpft, solange wir konnten", konstatierte Bizuga. Katte war indes froh: "Aufgrund der zweiten Halbzeit war der Sieg verdient. Aber wir hatten zwischendrin auch viel Leerlauf." Zumindest konnte auch der wiedergenesene Jens Basener zehn Minuten Spielpraxis sammeln. Auf einen breiten Kader wird es angesichts des straffen Restprogramms in der Landesklasse sicherlich ankommen (Medizin Magdeburg/3./A, Arminia Magdeburg/10./H, Germania Olvenstedt/2./A, Zukunft Magdeburg/15./A).

1. FSV Nienburg: Huke (46. Held) - Burchardt, Maier, Hechler, Donath, Schulze, Thiele (78. Drachenberg), Schmidt, Schmilorz, Labbert, Schumann

TSV Kleinmühlingen/Zens: Ulrich - Möbius (85. J. Schliemann), Balder, Berlau, Möbes (81. Basener), Kirchhoff (46. Junge), Rönz, Mergel, Irmscher, Jäger, Durrhack

Tore: 0:1 Max Jäger (1.), 1:1 Tobias Donath (13.), 2:1 Sebastian Burchardt (23.), 2:2 Kevin Junge (52.), 2:3 Norman Möbes (55.), 2:4, 2:5 Kevin Junge (76., 81.); SR: Peter Engelhardt (Hakeborn), ZS: 76