Viel Grund zur Euphorie gab der 5:2 (1:2)-Sieg des TSV Kleinmühlingen/Zens beim 1. FSV Nienburg zwar nicht, schließlich überzeugten die Fußballer nur 20 Minuten in der zweiten Halbzeit. Dennoch "haben wir den Rhythmus beibehalten und sind in der Erfolgsspur geblieben", betonte Mario Katte, Trainer des Tabellenführers der Landesklasse.

Nienburg/Kleinmühlingen l Angesichts des straffen Restprogramms, das nun vor den Bördeländern liegt, lassen sowohl der Erfolg als auch die Rückkehr von Jens Basener und Johannes Schliemann, die ihre Verletzungen auskuriert haben, den Trainer einmal aufatmen. Für Basener war es zudem der erste Pflichtspielauftritt in dieser Saison. Nun werden beide den Kader in den Spielen bei Medizin Magdeburg (3.), gegen Arminia Magdeburg (10.), bei Germania Olvenstedt (2.) und bei Zukunft Magdeburg (15./erstes Rückrundenspiel) verstärken, wenngleich noch Spielpraxis fehlte und Schliemann beispielsweise bei seinem Schussversuch (89.) etwas Pech hatte, als er den Ball nicht richtig traf. "Es werden sehr schwere Aufgaben für uns. Aber wir haben derzeit einen guten Lauf. Ich hoffe, dass wir den auch noch bis zum Ende des Jahres aufrecht halten können", betonte Katte.

Dafür wird auch die nötige Leidenschaft notwendig sein, die seine Schützlinge lediglich in den ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit gegen Nienburg zeigten. Mit guter Laufarbeit, konsequentem Zweikampfverhalten und starkem Pressing vor der Mittellinie gelangen die entscheidenden Ballgewinne, um den 1:2-Rückstand in eine 3:2-Führung zu drehen. Diese Leistung muss in den Punktspielen allerdings von Beginn an abgerufen werden. "Wir wollen den Platz ganz vorn so lange wie möglich verteidigen. Wenn es gut läuft für uns, können wir den Vorsprung sogar ausbauen. Dafür müssen wir uns aber über 90 Minuten taktisch richtig verhalten", mahnte Katte.

Damit kritisierte er beispielsweise das passive Verhalten vor den zwei Gegentreffern oder den Freistoß von Norman Möbes in Höhe der Mittellinie, als Christoph Irmscher absicherte und die Viererkette praktisch nicht existent war. Sofort wurde es im Gegenzug brenzlig, Sebastian Durrhack lief Sebastian Burchardt schließlich ab.

Den 1. FSV Nienburg, Tabellenführer der Salzlandliga, wirft diese Niederlage nicht aus der Bahn. Ersatzgeschwächt "haben wir so lange gekämpft wie die Kraft reichte", betonte Trainer Dirk Bizuga. Auch er hat schwere Aufgaben bis zum Jahresende zu absolvieren. Nach der Partie in Hakeborn (14.) empfängt er den BSV Eickendorf (13.), bevor das Spitzenspiel bei der TSG Unseburg/Tarthun (2.) bevorsteht. "Wir hoffen, dass unter der Woche einige Verletzte zurückkommen, aber unser Blick geht nicht nach oben. Wir können nur von Spiel zu Spiel denken und versuchen, jedes zu gewinnen. Danach werden wir sehen, wo wir stehen."

Die richtige Einstellung hatte nun auch sein "Ergänzungskader" unter Beweis gestellt. Nicht nur, dass er kämpferisch alles gab, auch spielerisch überzeugte er in der ersten Halbzeit, konterte den TSV mehrfach clever aus. Nienburg hatte lediglich im Abschluss die nötige Abgeklärtheit vermissen lassen, als beispielsweise die gute Möglichzeit zur 3:1-Führung leichtfertig vergeben wurde. Aber das kann das Team ja am Wochenende besser machen.