In einer einseitigen Partie der Sachsen-Anhalt-Liga bezwangen die Handballer der TSG Calbe den SV Germania Borne mit 44:17 (21:9). Beste Werfer waren Christian Hübner (10) und Steffen Halfpap (6).

Calbe l Während sich TSG-Trainer Peter Weiß darüber Gedanken machen musste, wie er die Spieanteile unter seinen Schützlingen aufteilte und angesichts des klaren Vorsprungs von Beginn an einen ruhigen Abend verlebte, musste sein Gegenüber Jürgen Wartmann mehrfach korrigierend eingreifen. Angesichts von nur zwei Wechselspielern auf der Bank waren seine Möglichkeiten allerdings sehr begrenzt. Am Ende wurde der Kräfteverschleiß deutlich, sodass die Gastgeber, die das Tempo oben halten konnten, in den letzten zehn Minuten eine Angriffswelle nach der nächsten starten konnten. "Ich wollte, dass wir auch nach dem Wechsel die Konzentration oben halten, trotz des klaren Vorsprungs. Also habe ich gefordert, dass wir mindestens 40, der Gegner höchstens 20 Tore erzielt. Das ist uns sehr gut gelungen", lobte Weiß.

Von Beginn an tat sich Borne gegen die kompakte und bewegliche 6-0-Deckung schwer. Der schwächste Angriff der Liga stieß kaum in die Tiefe, kreierte kaum Wurfmöglichkeiten für Christian Fink oder Steffen Halfpap im Rückraum. Aufgrund mangelnder Bewegung, die sicherlich auch der personellen Situation geschuldet war, um Kräfte zu sparen, gelangen zudem kaum Anspiele an Oliver Schulke am Kreis.

Doch auch in der Defensive ließ Borne die nötige Konsequenz vermissen, frühzeitig verlangte Wartmann mehr Abstimmung zwischen Sebastian Scholz und Oliver Schulke auf der linken Seite, weil Christian Hübner oder Ron Barby immer wieder durchgebrochen waren. Angesichts des enorm variablen Angriffs der TSG - alle Spieler trugen sich in die Torschützenliste ein - hatte Germania allerdings auch einen schweren Stand.

Frühzeitig durften die Gastgeber den Handball zelebrieren. Bereits nach acht Minuten ging ein Raunen durch das Publikum, nachdem Maximilian Weiß einen Pass von Hübner fing, den dieser von der eigenen Ecke losgeschickt hatte, und spektakulär zum 8:2 verwertete. In Überzahl (21. und 25. Minute) enteilte Calbe dank vieler Ballgewinne zum deutlichen Pausenstand.

Und nach dem Wechsel ließen die Saalestädter nicht locker. Daniel Bertram war mit insgesamt 22 Paraden ein starker Rückhalt, Borne vereinfachte die Konter aufgrund von 22 Fehlwürfen und 20 Regel-Technik-Fehlern. 64 Angriffe beendeten die Gäste also erfolglos, was in der klaren Niederlage mündete.

Besonders ärgerlich: Nach der Roten Karte gegen Stefan Süssig könnten ein Bericht und damit eine längere Sperre folgen. Der Rückraumschütze der Gäste hatte in einer unglücklichen Aktion ein Revanchefoul an Martin Sowa begangen. Zuvor war der Wurfversuch des Borners abgepfiffen worden. Er konnte seinen Schwung allerdings nicht so schnell bremsen und war auf den abwehrbereiten Calbenser geprallt, der ihn unsanft erwischte.

Calbe hingegen ließ seinem Spaß am Handball freien Lauf. Ob ein Kempa von Martin Sowa auf den eingelaufenen Niclas Kaiser am Kreis, den dieser mit einem Wurf hinter dem Rücken verwandelte, oder eine Parade von Bertram mit dem Fuß, von dem der Ball direkt in den Lauf von Hübner prallte - es funktionierte schließlich einfach alles. "Diese Szenen waren natürlich das i-Tüpfelchen", lobte Weiß. "Ich bin sehr zufrieden, wie geschlossen die Mannschaft die Aufgabe gelöst hat." So nutzte beispielsweise Nils Rätzel seine vermehrte Spielzeit für einen gelungenen Auftritt mit zwei Treffern, Stefan Wiederhold konnte aufgrund einer Fingerverletzung geschont werden.

TSG Calbe: Bertram, Wiederhold - Walther (1), Barby (2), Krause (6/2), Gieraths (4), Hulha (1), Kaiser (2/1), Rätzel (2), Marschall (2), Weiß (4), Sowa (3), Kralik (7), Hübner (10)

Germania Borne: Krautwald, Brinkmann - Schulke (3), Schafflik (1), Neugebauer (1), Hagemeyer, Halfpap (6/1), Fink (1), Süssig (2), Scholz (3)

Siebenmeter: Calbe 3/2 - Borne 1/1; Zeitstrafen: Calbe 3 - Borne 3; Rot: Stefan Süssig (59:40 Minuten) -Borne-