Schönebeck (tob) l Die Tischtennis-Spieler des Schönebecker SV wollten bei Turbo Dessau zumindest einen Punkt mit nach Hause nehmen. Allerdings musste der Verbandsligist auf Spitzenakteur Andreas Gärtner sowie Kapitän Christian Gerlach verzichten, die durch Sebastian Löbl und Martin Bröse ersetzt wurden. Besonders der Ausfall Gärtners wog schwer, denn es zeigte sich, dass ansonsten mehr als die 6:9-Niederlage möglich gewesen wäre. Damit stecken die Schönebecker weiter im Abstiegskampf. Positiv ist vor allem die ansteigende Form von Thomas Winkler, der in den Einzeln ungeschlagen blieb und erfolgreichster SSV-Akteur war.

Die Schönebecker stellten ihre Doppel um, indem sie ihre beiden stärksten Spieler Michael Kollatsch und Andy Kohl als Spitzenduo aufboten, die mit einem glatten 3:0-Sieg über Dorn/Gorzel nach konzentrierter Vorstellung den erhofften Punkt erzielten. Die "Notpaarung" Thomas Winkler/Martin Bröse sicherte sich überraschend den Auftaktsatz, musste sich aber den konstanteren Köhler/Wieczorek in vier Abschnitten beugen. Karsten Winkler und Sebastian Löbl hielten gegen die Brüder Drews phasenweise gut dagegen, bauten jedoch jeweils zum Satzende unnötige Fehler ein - 0:3.

In der ersten Einzelserie erhöhten die Dessauer ihre Führung zum 6:3. Kohl bot zwar jeweils zum Satzbeginn mit einigen Angriffen Paroli, doch der clever agierende Sven Köhler agierte zu sicher. Auch Kollatsch stand gegen den Linkshänder Sebastian Dorn bei einem 0:2-Satzrückstand bereits mit dem Rücken zur Wand. Doch erneut demonstrierte der Elbestädter seinen Kampfgeist, spielte vermehrt in die Tischmitte und drehte die Partie mit einem 11:5 im Entscheidungssatz noch. Dagegen fand Karsten Winkler gegen die Topspins von Martin Wieczorek keine Mittel - 0:3.

Ein deutlicher Formanstieg war bei Thomas Winkler zu registrieren. Vor allem in den beiden Auftaktsätzen beherrschte er Matthias Drews dank seiner weichen Rückhand. Zwar musste Winkler den Satzausgleich hinnehmen, doch im Finale triumphierte er nervenstark mit 11:9. Bröse agierte nervös und leistete sich zahlreiche vermeidbare Fehler. So fand er kaum zu eigenen Angriffen, was Lars Gorzel zu einem glatten 3:0-Erfolg nutzte. Auch Löbl stand in den beiden Auftaktsätzen neben sich und sah sich einem schnellen 0:2-Rückstand gegen Christian Drews gegenüber. Nach einem Aufbäumen im dritten Satz gerieten die Aufschläge Löbls jedoch erneut zu lang, so dass Drews diesen Durchgang sicher über die Runden brachte.

Im Spitzenspiel der zweiten Runde dominierte Köhler dank seiner guten Übersicht und variablen Schläge gegen Kollatsch und erhöhte den Vorsprung der Hausherren zum 7:3. Doch der SSV schöpfte mit zwei Siegen noch einmal Hoffnung. Kohl überzeugte gegen Dorn mit einem glatten 3:0-Sieg. Bereits die Aufschläge Kohls konnte der Dessauer nur selten erfolgreich returnieren. Da der Elbestädter auch mit seinen Angriffen häufig punktete, hatte er kaum ernsthaften Widerstand zu brechen. Auch Thomas Winkler beherrschte Wieczorek nach Belieben und schickte ihn mit einem ungefährdeten 3:0 von der Platte. Doch Karsten Winkler konnte den Schwung nicht mitnehmen. Zwar gelangen ihm phasenweise einige Gegenangriffe, doch vor allem im Blockspiel wurden erhebliche Mängel sichtbar, sodass Drews mit seinem Drei-Satz-Sieg die kleine SSV-Serie stoppte. Löbl konnte noch einmal verkürzen. Diesmal gelangen ihm durchgehend kurze Aufschläge, mit denen er seine Vorhand-Topspins wirkungsvoll vorbereitete und einen lockeren 3:0-Sieg herausspielte. Doch Bröse agierte auch gegen Christian Drews zu ängstlich und fehlerhaft, sodass der Muldestädter mit seinem 3:0-Erfolg das Schicksal besiegelte.

Schönebecker SV: Kollatsch (1,5), Kohl (1,5), T. Winkler (2), K. Winkler, Löbl (1), Bröse