Das Highlight für die Judokas der Altersklasse U 11 fand in der Altmark statt. An den Landesmeisterschaften nahmen sechs Kämpfer des 1. Schönebecker Judoclubs teil. Diese hatten sich über die Bezirks-Einzelmeisterschaft qualifiziert. In Tangermünde fand mit einer guten Beteiligung der "Showdown" statt, die Ermittlung des besten Kindes in der jeweiligen Gewichtsklasse für Sachsen-Anhalt.

Tangermünde (kla/fna) l Gut vorbereitet durch das Trainerteam Kevin Ladebeck, Egor Lapygin und Markus Braunersreuther, gingen die Kinder motiviert auf die Matten. Nach einer sehr guten Erwärumg, geleitet durch Moniek Reinicke, die einer der Erfolgsträger des Vereins ist, ging Selena Pfannenschmidt als Erste in den Kampf. Gehandelt als Geheimfavorit, trat die Schönebeckerin entsprechend selbstbewusst gegen Anna Pesch von PSV Gardelegen auf. Nach nur wenigen Sekunden beendete sie den Kampf mit einem O-Uchi-Gari. Auch im zweiten Kampf ließ sie sich nicht viel Zeit. Danielle Seedorf vom JC Genthin musste nach einer O-goshi/O-Uchi-Gari-Kombination einsehen, dass Selena an diesem Tag nicht aufzuhalten war. Im Finale angekommen und dem Traum zum Greifen nah, stand ihr Anette Hahn vom PSV Merseburg gegenüber - ihres Zeichens Bezirks- und Landesmeisterin. Ein spannender und knapper Kampf entbrannte, der von Selena taktisch klug geführt wurde. Viele Angriffe erschwerten es der Merseburgerin, in den Kampf zu finden. Das war auch die Taktik, die Ladebeck seiner Sportlerin vorgab. So konnte Selena mit einem Ippon-Seoi-Nage-Angriff einen Waza-ari erzielen und diesen bis zum Ende Verteidigen. Am Ende stand ein verdienter Landesmeistertitel und die Belohnung für einer super Saison.

Vereinsinternes Duell zeigt nicht gewünschtes Ergebnis

Parallel dazu kämpften sich Celina Frank und Alida Siebert durch die Gewichtsklasse bis 40 Kilogramm. Celina begann in gewohnter Manier mit einem schnellen Sieg gegen Michelle Stollberg vom TSV Tangermünde. Diese konnte auch von Alida bezwungen werden. Im vereininternen Duell entschieden sich die Trainer, Kräfte zu sparen und den Sieg an Celina zu geben. Im letzten Duell verloren allerdings beide gegen Djamila Fayzulina vom 1. Dessauer Judoclub. Alida konnte man keine Vorwürfe machen. Als Anfängerin hat sie sich gut präsentiert. Celina jedoch lag von Anfang an mit einer Yuko-Wertung vorn. Doch sie fiel wieder in ihren alten Kampfstil zurück und unterlag. Celina erreichte somit einen für sie nicht zufriedenstellenden zweiten Platz. Alida wurde als jüngerer Jahrgang Dritte.

Steffanie Böttcher startete als jüngerer Jahrgang bis 45 Kilogramm und ging beherzter zur Sache als in ihren Auftritten zuvor. So sicherte sie sich gegen Jasmin Pafla vom Sama Budokai einen Sieg, musste sich aber trotz knapper Duelle ihren anderen beiden Gegnerinnen knapp geschlagen geben. Dennoch war das eine deutliche Steigerung der Schönebeckerin, die sich langsam zu einer echten Kämpferin entwickelt.

Die beiden Athleten der Abteilung aus Calbe konnten sich sehen lassen. Beide wuchsen als noch jüngerer Jahrgang über sich hinaus. Kevin Müller kämpfte in der Klasse der "Schweren Jungs". Spannende Duelle führten zu einem Problem in der Endabrechnung: Jeder trug einen Sieg mit derselben Punktzahl davon. Das bedeutete, dass die Platzierungen noch einmal ausgekämpft werden mussten. In diesen Aufeinandertreffen bewies Kevin wahren Ehrgeiz. Mit zwei Siegen über Til Demann vom JC Wolmirstedt und Sam Just vom TSV Tangermünde sowie einer Niederlage erkämpfte er sich verdient den Vize-Landesmeistertitel.

Lisa Mergel sorgt für eine wahre Überraschung

Für eine wahre Überraschung sorgte Lisa Mergel. In ihrem ersten Kampf konnte sie schnell einen Sieg eringen, indem sie Safiye Can vom FSV Magdeburg mit einem O-soto-toshi konterte. Das zweite Duell ging schnell zu Gunsten der Gegnerin aus Halle aus. Nach einem harten Wurf war auch noch nicht klar, ob Luisa überhaupt im Halbfinale antreten kann. Doch sie nahm noch mal alle Kraft zusammen und stellte sich Heidi Moana Kliemke vom FSV Magdeburg, der sie bei den Bezirks-Einzelmeisterschaften noch unterlag. Diesmal drehte die Schönebeckerin den Spieß um. Mit einer großartigen Leistung kämpfte sie ihre Gegnerin nieder und brachte den Vorsprung über die Zeit. Im Finale angekommen, stand ihr wieder Marlene Schönfelder von Motor Halle gegenüber. Noch einmal motiviert durch die Trainer, ließ sich Lisa nicht noch einmal so schnell überraschen und bot ihrer Gegnerin die Stirn. Dennoch ging der Titel knapp an die Hallenserin. Für "Unser Luischen" war es dennoch eine hervorragende Leistung und ein mehr als verdienter zweiter Platz.

Esleida Pfannenschmidt fackelt nicht lang

Als Letzte im Bunde drehte Esleida Pfannenschmidt noch einmal auf, mit dem Ziel, es ihrer Cousine gleich zu tun. Gegen Sophie Schnelle vom PSV Köthen fackelte die Schönebeckerin nicht lang. Mit einem schönen linken O-goshi holte sie sich den ersten Sieg. Der zweite war auch schon der letzte, aber nicht der einfachste. Pia Schenkenberg vom 1. Dessauer Judoclub wurde im vergangenen Jahr bereits Landesmeister. Doch Esleida kümmerte dies nicht, denn jedes Aufeinandertreffen bei anderen Turnieren konnte sie für sich entscheiden. Dementsprechend selbstbewusst ging sie in diesen Kampf. Esleida, die ihre Stärken im Konter bewies, nutze einen schwachen Angriff von Pia, um die Dessauerin mit einer Gake-Technik auf den Rücken zu befördern. Kurioserweise gab es dafür keinen Ippon, "obwohl die Technik in dieser Altersklasse laut Regelwerk erlaubt ist", berichtete Ladebeck. "Das Problem war, dass eine ähnliche Technik verboten ist und die Kampfrichter leider nicht in der Lage waren, diese auseinanderzuhalten." Doch auf Anweisung der Trainer blieb Esleida ihrer Linie treu. Nach einem zweiten Angriff gab es weder eine Wertung noch eine Bestrafung, "was erneut eine Fehlentscheidung seitens der Kampfrichter war". Bei einem dritten Konter und einem leicht verärgerten Auftreten durch den Coach gaben sie Esleida endlich den verdienten Ippon. Mit viel Stolz nahm die Schönebeckerin den Landesmeistertitel entgegen.