Mehr Spitzenspiel geht nicht: Der Tabellenzweite der Fußball-Salzlandliga, die TSG Unseburg/Tarthun, empfängt heute ab 13 Uhr den Ersten, den 1. FSV Nienburg. Obwohl es zwei Aufsteiger geben wird, schließen beide Seiten einen Nicht-Angriffspakt kategorisch aus.

Salzlandkreis l Obwohl die Unseburger nur einen Punkt Rückstand auf Nienburg haben, sind sie darum bemüht, die Favoritenrolle an die Gäste zu leiten. Trainer Tino Kirst entpuppt sich dabei als Meister des Understatements: "Wir treffen auf eine überragende Mannschaft, die spielerisch und läuferisch der Konkurrenz voraus ist. Nienburg kann sich gar nicht wehren, Favorit zu sein." Das sieht sein Gegenüber, Dirk Bizuga, natürlich anders. "Unseburg ist nur einen Punkt hinter uns und spielt zudem zu Hause. Die Tagesform wird über den Sieger entscheiden."

Obwohl Bizuga die eigene Rolle herunterspielt, macht er keinen Hehl aus seinen Zielen. "Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass mir ein Punkt reicht. Wir wollen Herbstmeister werden und den Abstand auf die Nicht-Aufstiegsplätze erhöhen. Wir fahren erhobenen Hauptes nach Unseburg." Während Bizuga zugibt, den Blick durchaus auf die Tabelle zu richten, ist selbige bei der TSG zweitrangig. "Die Situation ist mir absolut egal", sagt Kirst. Es wird mehr Wert auf andere Sachen gelegt. "Wir sind die heimstärkste Mannschaft der Liga. Das soll auch so bleiben." Die Unseburger fuhren bis dato 19 von 21 möglichen Punkten auf heimischen Geläuf ein. Nur gegen Baalberge sprang kein Sieg heraus (1:1). Doch mit dem 1. FSV reist die auswärtsstärkste Mannschaft an, die in der Fremde dieselbe Ausbeute errang. Nicht umsonst sagt Nienburgs Trainer: "Es wird das Spitzenspiel schlechthin."

Da die Gastgeber personell nicht aus dem Vollen schöpfen können, sind die verbleibenden Unseburger umso mehr in der Pflicht. "Wir wollen unser eigenes Spiel aufziehen und mit Einstellung überzeugen." Einen Vorteil sieht der TSG-Coach aber: "Ich muss der Mannschaft nichts Motivierendes sagen und kann mich auf die Taktik konzentrieren." Ein Nicht-Angriffs-Pakt sei ausgeschlossen. Dies erklärt auch Bizuga. "Es würde zwar beiden helfen, wird von uns aber definitiv nicht verfolgt. Sollten wir den Aufstieg realisieren, wäre es mir eigentlich egal, wer noch aufsteigt." Doch daran will der Coach vorerst keinen Gedanken verschwenden. "Ich bleibe vorsichtig. Unser Ziel bleibt eine Platzierung unter den ersten fünf. Wir schauen weiterhin von Spiel zu Spiel."

Um dem Spitzenspiel bereits vor Anpfiff einen würdigen Rahmen zu verleihen, haben sich die Gastgeber etwas überlegt. Um 12.45 Uhr, also eine Viertelstunde vor der Partie, will der Verein mit so vielen Mitgliedern wie möglich ein Foto vor der neuen Vereinsfahne aufnehmen.

Von einem Spitzenspiel ist Wacker Felgeleben derzeit weit entfernt, trat die Mannschaft von Thoralf Voß zuletzt doch auf der Stelle. Umso erfreulicher war der 2:1-Sieg über Winningen. "Eine Reaktion der Mannschaft war wichtig", sagt der Coach. Zwar trat die Eintracht nicht in Bestbesetzung an, "aber auch wir hatten sechs Ausfälle".

Von einem Befreiungsschlag will in Felgeleben aber noch keiner sprechen. "Wir wissen die Situation einzuordnen. Für uns war es aber wichtig, wieder auf Tuchfühlung zum Mittelfeld zu kommen und den Abstand nach hinten zu vergrößern", berichtet Voß. Aufgrund der angespannten Personallage sehnt er schon die Pause herbei.

Doch bis dahin vergeht noch etwas Zeit. So gastiert das Team heute in Bernburg und empfängt nächste Woche Aufsteiger MTV Welsleben. Besonders freut sich Voß auf die Einheit-Partie, obwohl diese erst um 15.30 Uhr und auf Kunstrasen stattfindet. "Das ist für uns ungewohnt. Aber wir haben der Spielverlegung sofort zugestimmt. Wir wollen alle Reize eines Flutlicht-Spiels mitnehmen." Neben den schönen Rahmenbedingungen wartet aber kein leichter Gegner. "Wir haben in Bernburg nichts zu verlieren. Alles, was wir mitnehmen können, käme einem Sieg gleich."