Bernburg (khu/fna) l Die TSG Calbe bleibt in der Schach-Landesliga A weiter in der Erfolgsspur. Im zweiten Salzlandkreis-Derby behielten die Calbenser beim sicherlich auch glücklichen 4,5:3,5-Auswärtssieg bei Aufbau Bernburg die Oberhand. Das Unterhaus mit 3,5 Zählern aus vier Partien riss die Begegnung aus dem Feuer. Matchwinner für Calbe war erneut Alfred Weigelt, der in der längsten Partie des Tages beim Stand von 3,5:3,5 im Endspiel die Entscheidung für die Rolandstädter herbeiführte.

Calbe musste noch am Morgen vor der Partie kurzfristig umdisponieren, nachdem sich Joachim Breitfeld mit Grippe krankgemeldet hatte. Ab Brett fünf mussten deshalb alle Calbenser eine Position nach vorne aufrücken und Lars Saretzki rückte an Brett acht ein. Für die eigene Partievorbereitung war dies natürlich nicht förderlich, jedoch hatte sich auch der Gegner auf die geänderte Reihenfolge der Gäste einzustellen. Saretzki war es auch, der nach etwa zwei Stunden in jederzeit ausgeglichener Stellung den ersten halben Punkt für die TSG einfuhr.

An den anderen Brettern stand es zu dieser Zeit aber nicht günstig für die TSG, denn sowohl Thomas Mühlen als auch Erik Wandsleb waren mit den schwarzen Steinen mächtig unter Druck geraten. Auch Kapitän Ralf Dahlke hatte zunächst eine schwierige Phase zu überstehen, konnte sich dann aber wie schon in den Partien zuvor befreien und seinerseits angreifen, was ihm schließlich den Sieg und die Führung für Calbe eintrug. Es war sein dritter Sieg im dritten Spiel. Es folgte Remis Nummer zwei am Spitzenbrett durch Hartmut Backe, der alles versuchte, aber den winzigen Vorteil in Form eines isolierten Mittelbauern beim Gegner nicht verwerten konnte.

Bernburg glich am zweiten Brett aus, als Mühlen schließlich in schwieriger Druckstellung gegen eine vernichtende Springergabel seines Gegners machtlos war. Doch Andreas Ernst brachte Calbe mit seinem ersten Saisonsieg erneut in Führung. Ernst hatte zunehmend Stellungsvorteile erlangt, was seinen Gegner schließlich zu einem zweifelhaften Gegenopfer veranlasste. Doch Ernst behielt kühlen Kopf und verwertete seinen Materialvorteil sicher.

Der erneute Ausgleich für Bernburg fiel dann an Brett vier, als auch Erik Wandsleb in aussichtsloser Stellung die Waffen strecken musste. Der unterentwickelte Königsflügel war der Auslöser für eine zermürbende Abwehrschlacht, die aufgrund der fehlenden eigenen Entwicklung nicht zu halten war. Karl-Heinz Ulrich kam dann zu einem am Ende schmeichelhaften Remis, nachdem er in der Eröffnung danebengegriffen und in einen gefährlichen Gegenangriff geraten war. Doch sein Gegner verpasste den wohl entscheidenden Bauerngewinn auf b 2 und geriet dann selbst urplötzlich in Bedrängnis, nachdem Ulrich spät, aber nicht zu spät seine eigene Entwicklung beendete und die Partie zu kippen drohte. Doch nach Abtausch von Dame und Turm bleib ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern zurück, das für keinen der Kontrahenten mehr zu gewinnen war, sodass Remis vereinbart wurde.

Die letzte Partie des Tages von Alfred Weigelt war nun natürlich der Zuschauermagnet. Die Partie wogte zumindest für die Betrachter hin und her. Zunächst schien der Bernburger die Oberhand zu gewinnen, als er im Leichtfiguren-Endspiel mit Springer und Läufer gegen das Läuferpaar Weigelts am Damenflügel einen Mehrbauern ergattern konnte. Weigelt konnte dafür am anderen Flügel seinerseits einen Freibauern schaffen, der bis nach h 6 durchlief und zur Dame zu gehen drohte. Die Umwandlung war nur durch Schlagen des Bauern zu verhindern, was aber den dadurch ungedeckten Springer kostete. Das folgende Endspiel mit Mehrfigur war dann nur noch eine Frage der Technik. Nach wenigen weiteren Zügen gab der Bernburger auf. Es war der vierte Sieg im vierten Spiel für Weigelt.

Calbe bleibt damit weiterhin auf Tuchfühlung mit Spitzenreiter USC Magdeburg I, der seinerseits gegen den SV Rochade Magdeburg III siegreich geblieben war und weiterhin verlustpunktfrei die Tabelle anführt.

Calbe: Backe (0,5), Mühlen, Ulrich (0,5), Wandsleb, Weigelt (1), Dahlke (1), Ernst (1), Saretzki (0,5)