Thale (nrc) l Innerhalb von zwei Wochen trat die Reserve der TSG Calbe zweimal den Weg zu den Handballern der SpG Thale/Westerhausen an. Ging es im ersten Spiel um Punkte in der Bezirksliga, stand nun der Einzug ins Achtelfinale des Harz-Börde-Pokals auf dem Programm. Der Harz scheint der TSG Glück zu bringen, denn Calbe kehrte mit einem 30:25 (16:10)-Erfolg nach Hause zurück.

Das Ergebnis soll allerdings nicht über den Spielverlauf hinwegtäuschen. "Eigentlich war es ein offener Schlagabtausch", erklärte Calbes Co-Trainer Wolf-Carsten Richter. "Außerdem kann man das Punktspiel nicht mit dem Pokal vergleichen, denn sowohl wir als auch Thale sind in etwas anderer Aufstellung angetreten."

Einer zeigte jedoch in beiden Partien Nerven aus Stahl: Torhüter Philip Peter Giesemann. "Er hat uns in den kritischen Phasen im Spiel gehalten", lobte Richter.

Den ersten Treffer der Partie erzielte trotzdem zunächst der Gastgeber. Danach blieb das Geschehen lange Zeit ausgeglichen. Bis zum 7:7 wechselte die Führung ständig. Danach leistete sich Thale/Westerhausen allerdings zu viele Fehler im Angriff, die Calbe rigoros bestrafte und mit drei Toren zum 10:7 erstmals für einen eindeutigen Vorsprung sorgte. "Es ist uns gelungen, über schnelle Konter vorzulegen", sagte Richter. "Aber es lag nicht allein daran. Wir waren auch konsequenter im Abschluss." So konnte die TSG mit einem komfortablen Polster von sechs Treffern (16:10) in die Kabine gehen.

In der zweiten Halbzeit behielten die Gäste zunächst noch die Oberhand, aber dann ließ die Konzentration nach und plötzlich ergab sich eine Umkehrung der ersten Hälfte. Nun bestrafte die SpG die Fehler der Saalestädter, die viel zu schnell den Abschluss suchten und dadurch viele Chancen vergaben. "Zudem waren wir viel zu langsam im Umkehrspiel", haderte Richter. Der Vorsprung, der zu Beginn der zweiten Halbzeit noch sieben Treffer betrug (17:10) schmolz über die Stationen 18:12, 18:15 und schließlich 20:21. Das Spiel war wieder völlig offen.

Erstaunlicherweise nahm aber der Gastgeber eine Auszeit. "Wir haben diese genutzt, um die Jungs zur Ruhe zu mahnen", erklärte Richter. Die Worte von ihm und Trainer Lutz Dohmke zeigten Wirkung. Zwar blieb der Gastgeber bis zum 23:24 dran, dann konnte Calbe seinen Vorsprung jedoch wieder auf vier Tore erhöhen (28:24) und siegte letztlich mit 30:25. "Die kritische Phase war das 24:23. Aber das Team hat sich zusammengerissen."

Neben Keeper Giesemann wollte Richter allerdings keinen weiteren Spieler hervorheben. "Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung, aus der Philipp aufgrund seiner super Leistung herausgestochen hat."

TSG Calbe II: Giesemann, Kaiser - Falkenthal (1), Ritter, Herget (5), Tischler, Möbus (8/4), Fahrholz (5), Kralik (4), Maynicke (2), Rätzel (5)

Siebenmeter: Thale/Westerhausen 6/5 - Calbe II 4/4; Zeitstrafen: Thale/Westerhausen 2 -Calbe II 5