Damit hatte wohl niemand gerechnet - und obwohl die TSG Calbe sich natürlich sehr über ihren Heimsieg nach der Weihnachtspause freute, war sie schon ein wenig überrascht, dass der HSV Haldensleben kaum Gegenwehr bot. Die Partie in der Sachsen-Anhalt-Liga wurde fast zu einem Trainingsspiel, endete mit 36:19 (17:4) sehr deutlich für Calbes Handballer.

Calbe l Bevor die Partie in der Hegersporthalle angepfiffen wurde, gab es eine Schweigeminute für die Opfer des terroristischen Attentats auf die Redaktion des französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo". "Die TSG Calbe verurteilt solche Terrorakte aufs Schärfste und unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer", ließ der Hallensprecher verlauten.

Nach der Schweigeminute ging es dann aber sofort mit Handball weiter und schon in den ersten zehn Minuten zeigte sich, dass diese Partie an Spannung nicht viel zu bieten hatte. Die TSG legte sofort los und führte bereits mit 8:1.

Haldensleben reagierte mit einer Auszeit, jedoch half diese kaum. Erst in der elften Minute gelang es der Mannschaft, ihr zweites Tor zu erzielen.

Calbe spulte sein Programm ab, baute den Vorsprung weiter aus und mit dem Pausenstand von 17:4 war die Partie im Grunde bereits entschieden. "Ich hätte mir mehr Gegenwehr gewünscht", sagte TSG-Trainer Peter Weiß recht überrascht. Mit der Leistung seiner Schützlinge war er, zumindest in der erste Hälfte, "hundertprozentig zufrieden. Wir haben nur acht Fehlwürfe und drei Regel-Technik-Fehler produziert. Das ist im Grunde fast perfekt."

Aufgrund des komfortablen Vorsprungs nutzte Weiß die Gelegenheit, vor allem den jungen Akteuren im Team mehr Spielpraxis zu geben. Ab der 50. Minute standen mit Christian Hübner und Martin Sowa nur noch zwei erfahrene Handballer auf der Platte. "Aber das hat dem Spiel keinen Abbruch getan. Die Jungs haben das weiterhin sehr gut gelöst."

Über die Stationen 27:10, 29:11 und 33:16 vergrößerte sich der Abstand immer mehr. Haldensleben wirkte dadurch zunehmend frustriert. "Ein paar Spieler haben sich gegenseitig die Schuld gegeben", konnte Weiß beobachten. Eine Minute vor dem Ende kassierte dann allerdings der Gastgeber noch die einzige Rote Karte der Partie. Martin Sowa sah seine dritte Zeitstrafe. Aber es war ohnehin alles gelaufen und es stand ein sehr deutliches 36:16 zu Buche.

Doch Weiß wäre kein Trainer, wenn er nicht trotz des Kantersiegs noch die ein oder andere Baustelle finden würden. "Man hat gesehen, dass das Zusammenspiel in einigen Situationen noch nicht richtig gestimmt hat. Das kann uns in anderen Spielen schnell den Sieg kosten."

Am kommenden Sonnabend steht für die TSG das nächste Heimspiel auf dem Programm. Dann empfangen die Saalestädter ab 17 Uhr den Tabellenfünften, BSV Magdeburg, zum ersten Rückrundenspiel. In der Hinrunde trennten sich beide Teams mit einem 20:20-Remis.

Calbe: Wiederhold, Bertram - Walther (1), Barby (6), Krause (1), Giertahs (1), Hulha, Kaiser (4), Rätzel, Marschall (2/1), Weiß (3), Sowa (7/2), Kralik (4), Hübner (6/1)

Siebenmeter: Calbe 5/4 - Haldensleben 3/2; Zeitstrafen: Calbe 6 - Haldensleben 7; Rot: Martin Sowa (3x2 Minuten; 59.) - Calbe -