Schönebeck (nrc) l "Es gibt Siege, über die freut man sich mehr", resümierte Dirk Schedlo, Trainer der SG Lok Schönebeck, den 28:19 (13:9)-Erfolg seiner Handballerinnen gegen den Jessener SV im ersten Rückrundenspiel der Sachsen-Anhalt-Liga. "Es war ein Pflichtsieg."

Was den Coach vor allem störte, war "das fehlende Tempo. Jessen hat sehr schleppend agiert. Dadurch haben sie es uns schwer gemacht, unser Spiel aufzuziehen." Bis zum 3:3 zog sich das Geschehen erst einmal hin. Danach konnte Lok das Zepter in die Hand nehmen und über die Stationen 10:5 und 13:9 zur Pause auf vier Treffer absetzen. "Der Abstand hätte aber noch größer sein können", erklärte Schedlo. "Wir haben vorn sehr viele Chancen liegen lassen. Die Mädels wollten es wohl zu genau machen." Insgesamt landete der Ball am 15-mal Pfosten. "Die Chancenverwertung war in dieser Partie unser großes Manko."

Daran änderte sich auch in der zweiten Halbzeit wenig. "Wir hatten Phasen, da lief es ganz gut, dann wieder nicht." Beispielsweise gelang es den Gastgeberinnen, eine Serie von drei Treffern zum 16:10 hinzulegen, nur um sich danach wieder beim Abschluss unnötig zu quälen.

Hinzu kam, dass Lok auch zunehmend an Jessens Torfrau scheiterte. Am Ergebnis änderte das allerdings nichts. So konnte Lok mit vier bis sechs Treffern vorn bleiben. Ab dem Stand von 22:12 verwaltete Schönebeck den Sieg dann nur noch. "Wir konnten eigentlich nur dann richtig Gas geben, wenn auch Jessen schnell spielte", sagte Schedlo. Mit neun Toren Vorsprung wurde die Partie schließlich gewonnen.

Neben dem fehlenden Tempo kamen auch konditionelle Probleme hinzu. "Ein paar Spielerinnen waren angeschlagen", berichtete der Trainer. Beispielsweise hatte sich Janka Bauer noch nicht ganz erholt. Da war es nur verständlich, dass sie dieses Mal nicht ihre gewohnte Leistung abrufen konnte. In der vergangenen Partie gegen den Magdeburger SV führte sie noch clever Regie auf der Mittelposition und traf viermal. Dieses Mal blieben ihr Treffer verwehrt.

"Trotzdem bin ich mit der Mannschaftsleistung zufrieden. Das Team hat insgesamt gut gearbeitet", betonte der Coach. Beste Werferin wurde einmal mehr Carolin Schedlo mit zehn Treffern. Daneben sorgten Katharina Depta (5) und Lisa Wolf (4) hauptsächlich für die Tore.

Der Trainer hatte aber nicht nur Lob für seine Schützlinge übrig. "Das Publikum war großartig. Es hat uns super unterstützt, obwohl die Partie nicht gerade viel geboten hat. Mit solchen Fans macht es Spaß, Handball zu spielen."

Nach zwei Heimspielen in Serie steht für die Schönebeckerinnen am kommenden Wochenende wieder ein Auswärtsspiel auf dem Programm. In der zweiten Partie der Rückrunde geht es zum Absteiger aus der Mitteldeutschen Oberliga, SG Seehausen. Die Partie beginnt am Sonntag um 15.15 Uhr.

SG Lok Schönebeck: Hecker, Nowicki - Wolf (4), Bauer, Depta (5), Rauschenbach (1), Schedlo (10), Sauer (1), Kuhne (1), Freiberg, Moschner, Brosat (1), Bullert (2), Krause (2)

Siebenmeter: Schönebeck 2/2 - Jessen 5/3; Zeitstrafen: Schönebeck 5 - Jessen (2)