Ein Platz unter den ersten Fünf war als Ziel ausgegeben, Rang zwei ist es nach der Hinrunde geworden. Die Fußballer des TSV Kleinmühlingen/Zens blieben als einzige Mannschaft der Landesklasse, Staffel II, ungeschlagen und gehören nun zu den ganz heißen Aufstiegskandidaten.

Kleinmühlingen l "Wir hatten es vielleicht gehofft, aber nie damit gerechnet", sagte Mario Katte, Trainer des TSV. "Ich muss vor den Jungs wirklich den Hut ziehen. 15 Spiele ohne Niederlage sind schon eine starke Leistung." Mit 31:14- Toren und 35 Zählern stehen die Kleinmühlinger sogar punktgleich mit dem Ersten, Germania Olvenstedt. Hinzu kommt, dass sich der TSV die Herbstmeisterschaft (sicherte und auch "Wintermeister" geworden wäre, hätte es im letzten Spiel des Jahres 2014 nicht 1:1 beim FC Zukunft gestanden. Außerdem ist Kattes Elf immer noch im Salzlandpokal und kämpft dort um den Titel.

Im Grunde hätte der Coach also nichts zu meckern. Aber Katte wäre nicht Trainer, wenn er nicht doch etwas fände, das ihm bitter aufstößt. "Unsere Ergebniss haben immer gestimmt, aber spielerisch konnten wir nur in wenigen Partien richtig überzeugen." Vieles blieb aus Sicht des Trainers Stückwerk und "einige Partien, wie etwa das Spitzenspiel bei Olvenstedt, wurden so zu einer Zitterpartie. Da konnte man schon fast einen Herzinfakt bekommen." Das Spiel endete mit 1:1.

Dass der TSV sein Potenzial nicht immer voll entfalten konnte, lag allerdings auch an vielen Umstellungen, die Katte aus personellen Gründen immer wieder vornehmen musste. "Wir sind in dieser Saison qualitativ besser und breiter aufgestellt, allerdings nicht zwingend in der Offensive." Kleinmühlingen sollte ursprünglich mit einem 4:4:2 agieren, mit Max Jäger und Kevin Junge in der Sturmspitze. Doch daraus wurde nichts. Ausfälle im Mittelfeld und der Abwehr veranlassten den Trainer, auf ein 4:3:2:1 umzustellen.

Das erwies sich allerdings nicht unbedingt als Nachteil seiner Mannschaft, was nur 14 Gegentreffer beweisen. "Die Defensive war unser Glanzstück", erklärte Katte. Seine Elf stellt die zweitbeste Abwehr der Liga. 31 erzielte Tore stimmten den Coach dagegen nicht unbedingt zufrieden. "Das war für eine Mannschaft des oberen Drittels schon ein bisschen wenig." Die Chancenverwertung war auch ein Aspekt der Kleinmühlinger Spielweise, "wo wir noch Luft nach oben haben".

Aber Katte wollte nicht nur kritisieren. "Es gab auch Spiele, wie beispielsweise das gegen Rot-Weiß Zerbst, wo die Jungs eine super Leistung gezeigt haben." Die Partie endete mit 3:1. "So stelle ich mir das vor."

Katte will nun erst einmal am System 4:3:2:1 festhalten. "Warum ändern, was sich bewährt hat?" Allerdings hält er sich auch die Option offen, wieder zurückzuwechseln, zumal zur Rückrunde mit Johannes Schliemann und Chris Katte zwei Langzeitverletzte in den Kader zurückkehren sollen. "Genau kann ich das aber erst nach der Vorbereitung sagen."

Diese ist bereits angelaufen. Der TSV bestritt schon drei Hallenturniere. In Gommern und beim Fides-Cup in Calbe sprangen vordere Platzierungen heraus, beim 5. WBG-Cup des Schönebecker SV reichte es dagegen nur für den fünfte Rang. Nun geht es auch wieder auf den Rasen. Morgen ab 15 Uhr testet Kleinmühlingen beim SV Eintracht Magdeburg, am Sonnabend, 31. Januar um 14 Uhr beim BSV 79 Magdeburg und am darauffolgenden Sonnabend, 7. Februar, beim MSC Magdeburg.

Am 14. Februar steht dann das letzte Nachholspiel der Hinrunde auf dem Programm. Als Gegner reist der SC Vorfläming Nedlitz (6.) an. Die Begegnung wird um 14 Uhr angepfiffen.

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