Gnadau (nrc) l Wenn eine Mannschaft in dieser Saison vom Pech verfolgt wurde, dann die SG Gnadau. Die Fußballer vom Fliederpark kämpften über die gesamte erste Halbserie der Landesklasse, Staffel II, mit verletzungsbedingten Ausfällen. "Das hatte zur Folge, dass wir unser System, speziell in der Abwehr, immer wieder umstellen mussten", erklärte SGG-Trainer Sebastian Pape. Diese Umstellungen kosteten Gnadau viele Punkte. Es wurden am Ende der Hinrunde nur acht, was die Rote Laterne zur Folge hatte.

Die Probleme begannen schon in der Vorbereitung. "Aus verschiedenen Gründen konnten wir immer nur mit einem dünnen Kader trainieren." Dieses Problem setzte sich dann auch in der Saison fort und beeinflusste vor allem die Defensive. "Wir mussten immer wieder von einer Viererkette auf ein Spiel mit Libero umstellen", erklärte Pape. Zudem agierten oft Spieler zusammen, die kaum aufeinander abgestimmt waren. "Aber wir haben in der Abwehr auch viele individuelle Fehler produziert."

Es lief aber spielerisch nicht alles schlecht bei der SGG. "Die Mannschaft hat sich über die gesamte Hinrunde durch ihre große Moral ausgezeichnet", lobte der Trainer. So siegten die Fliederpark-Kicker mit 4:1 beim FC Zukunft und mit 2:1 bei TuS Magdeburg-Neustadt. Außerdem gelang es Gnadau im Spiel gegen den SV Fortuna Magdeburg II einen 0:2-Rückstand zur Pause noch in ein 3:3-Unentschieden zu drehen. Die Kunstrasenplätze der Magdeburger Teams schienen der SGG zu liegen.

Mit 22 erzielten Toren gehört Gnadau zwar offensiv zu den schwächeren Mannschaften, konnte aber immerhin zwei Teams hinter sich lassen. Allerdings verließ man sich vorn oftmals zu sehr auf ihre Stürmer Marcus Rasche und Heiko Ladebeck. Es bedurfte schon eines Steven Hoffmann, der aus der Abwehr heraus ebenfalls Akzente nach vorn setzte. Rasche konnte in der Hinrunde allerdings nur in wenigen Spielen sein Können zeigen, da er mit einer Verletzung haderte. Dennoch trug er sich mit acht Toren auf Platz neun der Torjägerliste ein. "Marcus ist ein wichtiger Spieler. Aber wir wollen in Gnadau niemanden an die Spitze heben. Jeder muss 100 Prozent Leistung bringen."

Dies gelingt jedoch nur mit gutem Training und dies wurde dem Team im September 2014 sehr erschwert, als Unbekannte ins Vereinshaus einbrachen und wichtige Trainingsgegenstände, Schuhe und Bälle stahlen. "Aber davon ließen wir uns nicht unterkriegen."

Die SGG will in der Rückrunde angreifen und die Klasse unbedingt halten. Dafür kommt Unterstützung aus Nienburg. Dirk Bizuga wechselte vom 1. FSV als Co-Trainer nach Gnadau. Auch im Kader hat sich etwas getan. Dominique Schaak hat die Fußballschuhe an den Nagel gehängt und fährt nun in der Formel 3. Als neuer Spieler kam David Bauer. Der zuvor vereinslose Niedersachse verstärkt die Abwehr. Am Sonnabend, 14. Februar, startet Gnadau wieder in den Ligabetrieb. Ab 14 Uhr geht es gegen den SV Groß Santersleben (9.) im Nachholspiel der Hinrunde.