Die TSG Calbe hat das Gipfeltreffen in der Sachsen-Anhalt-Liga beim Landesmeister SV Langenweddingen mit 25:22 (14:15) gewonnen und damit erstmals in dieser Saison die Tabellenspitze erobert. Großen Anteil am Erfolg hatte Keeper Stefan Wiederhold, der in der zweiten Halbzeit 17 Würfe parierte.

Langenweddingen l Zunächst hatte sich die TSG allerdings schwer getan. Mit der offensiven 5-1-Abwehr durch Carlo Bzdok auf Deckungsspitze stellte sie der SV Langenweddingen vor einige Probleme, Spielmacher René Hulha war nämlich quasi wirkungslos. "Damit sind wir nicht gut zurecht gekommen", haderte Trainer Peter Weiß. "Ich habe die ganze Zeit versucht, eine Lösung dafür zu finden." So lief Hulha zuweilen als zweiter Kreisspieler auf oder Lucas Marschall ersetzte ihn auf Rückraum Mitte. Den entscheidenden Schritt vorwärts brachten die Maßnahmen die Calbenser allerdings nicht. Somit ging es mit einem 14:15-Rückstand in die Pause.

Die eigene Defensive hingegen funktionierte gut, in der gewohnten 6-0 wurden die Würfe von Matthias Scheller oder Falk Hohmann oftmals verhindert. Lediglich Stefan Schult war im Eins-gegen-Eins erfolgreich, gegen ihn forderte Weiß in der Halbzeitpause mehr Agressivität in der Deckung.

Nach dem Wiederanpfiff hatte der Gast seine schwächste Phase, geriet aufgrund hektischer Aktionen im Angriff zum 15:18 (39.) in Rückstand. "Danach haben die Jungs ihre Tugenden wiedergefunden", lobte Weiß. Zudem parierte Wiederhold prächtig, hielt unter anderem fünf Siebenmeter. Nach dem 22:22 (53.) erkämpfte sich die TSG über die zweite Welle mit Felix Kralik und Positionsangriffe die 25:22-Führung (55.). Dank der überragenden Leistung von Wiederhold, der Abwehrarbeit und dem souveränen Martin Sowa von der Linie hielt diese bis zum Ende.

Kurz vor dem Abpfiff gab es allerdings noch hektische und folgenschwere Szenen an den Auswechselbänken. Peter Weiß hatte trotz der klaren Führung und nur noch 40 Sekunden zu absolvieren die Auszeit genommen - sehr zum Unmut von Langenweddingens Trainer Markus Deinert. Dieser beschimpfte ihn daraufhin und spuckte ihm sogar vor die Füße. Dafür erhielt er die Rote Karte, musste das Parkett verlassen und wird womöglich mehrere Spiele gesperrt.

"Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass man in dieser Phase normalerweise keine Auszeit nimmt", gestand Weiß ein. Allerdings hatte die Aktion auch eine Vorgeschichte. "Wir hatten die gleiche Situation vor einiger Zeit, als noch René Linkohr Trainer war. Da wurde es von Langenweddingen mit uns genauso gemacht. Zudem wurde der Handschlag verwehrt, die Spieler wurden vom Gegner beschimpft. Ich wollte zeigen, dass ich zu meinen Jungs stehe und sie schütze. Zudem steht mir diese Auszeit zu und ich darf sie nehmen, wann ich möchte", betonte Weiß. "Dies richtete sich keinesfalls gegen den Trainer, sondern sollte einige seiner Spieler zum Nachdenken anregen."

Nach dem Abpfiff durften die zahlreich mitgereisten Calbenser Fans, die das Match zu einem Heimspiel machten (mehr als die Hälfte der über 400 Zuschauer waren aus der Saalestadt angereist), mit ihrem Team die Tabellenführung feiern. "Für die super Unterstützung bedanken wir uns herzlich."

Langenweddingen: Krüger, Illig - Bzdok, Stark, Scheller (4), Knorr (4), Hohmann (1), Friedrich, Deutscher (4), Heine (3), Schult (6)

Calbe: Bertram, Wiederhold - Walter (1), Barby (4), Krause, Gieraths, Hulha (3), Kaiser (1), Rätzel, Marschall, Sowa (7/6), Kralik (6), Hübner (3)

Siebenmeter: Langenweddingen 8/2 - Calbe 6/6; Zeitstrafen: Langenweddingen 4 - Calbe 4; Rot: Markus Deinert (59:21 Minuten) -Langenweddingen-