Glinde (nrc) l Dass Handball ein rauer Sport ist, bewies die Verbandsliga-Partie zwischen dem Glinder HV "Eintracht" und dem Güsener HC. Die Physiotherapeuten mussten pro Seite dreimal auf die Platte eilen. Christian Haßbargen vom GHC konnte schließlich die Partie nicht mehr fortsetzen. Güsen gewann dennoch mit 33:31 (15:15), was auch an der stärker besetzten Spielerbank lag.

Der GHV ist für seine aggressive Deckung bekannt und die Gäste mussten für ihren 4:0-Vorsprung kämpfen. Christian Haßbargen, auf den der GHC-Angriff ausgerichtet war, musste schließlich, gestützt von zwei Teamkollegen, von der Platte humpeln. "Vermutlich hat er sich am Knöchel verletzt", erklärte Spieler-Trainer Andy Mache.

Aber auch Glinde ging nicht vom Feld, ohne Federn zu lassen. Michael Kreyenberg ging nach einem Zusammenstoß zu Boden, Physiotherapeutin Heidi Egeler kam mit einem Kühlakku, den sie dem Spieler-Trainer ins Gesicht legte. Es war nicht das letzte Mal, dass sie auf die Platte eilen musste. Rainer Schmidt fiel, ebenfalls nach einem Zusammenprall, unglücklich auf den Rücken und Julian Bauer bekam, als er zum Wurf ansetzte, einen harten Stoß gegen die Schulter.

Unfair war die Begegnung aber nicht. Beide Seiten entschuldigten sich stets und blieben beim Verletzten, bis dieser wieder auf den Beinen stand. Allerdings gab es für die doch recht rabiate Spielweise etliche Siebenmeter, die Unparteiischen verteilten insgesamt elf. "Das war aber in Ordnung", sagte Mache, obwohl Güsen von den elf Strafwürfen nur drei zugesprochen wurden. GHV-Spieler-Trainer Julian Bauer fügte hinzu: "Die Schiedsrichter haben eine sehr gute Leistung gezeigt."

Aber nicht nur die Unparteiischen verdienten sich Bauers Lob. Glinde agierte in der ersten Halbzeit sehr konzentriert, aggressiv in der Deckung, dafür aber ruhig und geduldig im Angriff. "Diese Taktik war auch unserer dünnen Personaldecke geschuldet", erklärte Bauer. Der GHV arbeitete sich durch dieses Konzept zum 6:6 heran und konnte schließlich zum 13:10 in Führung gehen.

Im Grunde war Bauer mit der Leistung seiner Mannschaft sehr zufrieden, wären da nicht die ersten und letzten fünf Minuten der ersten Hälfte. "Da haben wir geschlafen." Diese kosteten den Gastgebern auf der einen Seite einen guten Start, auf der anderen eine Führung zur Pause. Denn Güsen konnte noch zum 15:15 ausgleichen.

In der zweiten Halbzeit machte sich dann der dünne Kader der Gastgeber bemerkbar. Glinde kämpfte und war stets bemüht, den Rückstand gering zu halten. Dies gelang dem Team auch. Der GHC konnte nicht auf mehr als zwei Tore enteilen. Aber diese entschieden letztlich über Sieg und Niederlage.

"Es war ein Arbeitserfolg", fasste Mache zusammen. "Wir haben uns vor allem in der ersten Halbzeit zu viele technische Fehler und Schwächen in der Deckung geleistet. Diese konnten wir erst in der zweiten Halbzeit abstellen, als wir uns in der Abwehr besser aufeinander abgestimmt hatten."

"Dass wir die Partie am Ende verlieren, war nicht sehr überraschend. Immerhin ist Güsen Fünfter", sagte Bauer. "Aber die Mannschaft hat immer gekämpft und in der ersten Halbzeit fast alles richtig gemacht. In der zweiten Hälfte ging uns dann einfach die Luft aus, da wir einfach zu dünn besetzt waren."

Glinder HV "Eintracht": Bartels, Lugoboni - Bauer (5), Freiberg, Schmidt (3), Herrmann (2/1), Recker (3), Martin Kreyenberg, Michael Kreyenberg (12/5), Max Kreyenberg (4)

Güsener HC: C. Bretschneider, Teske - K. Haßbargen (9), Schirrmeister (8), Schulz (2), E. Klewe (6), Prause, Seydack, Lepper, C. Haßbargen (1), Kampe (6), Heitzmann, Gerlach (1), Mache

Siebenmeter: Glinde 8 - Güsen 3; Zeitstrafen: Glinde 3- Güsen 7