Oebisfelde (nrc) l Auch wenn der 44:22 (19:9)-Sieg nach einem Spaziergang für die TSG Calbe aussieht, so hat die vierte Vertretung des SV Oebisfelde den Saalestädtern das Leben schwer gemacht und sich nicht so ohne Weiteres aus dem Handball-HVSA-Pokal werfen lassen. Am Ende war es vor allem ein Sieg von Ausdauer über Erfahrung.

"Ich hatte von Beginn an die Maßgabe gestellt, dass wir über Konter das Tempo im Spiel hochhalten müssen", erklärte TSG-Trainer Peter Weiß. Dies gelang seinen Schützlingen zunächst nur ansatzweise. Der SVO IV, der mit vielen erfahrenen Spielern in seinen Reihen aufwarten konnte, stellte Calbe vor allem in der Deckung vor ein paar Probleme. "Der Gegner war extrem ballsicher und hat uns vor allem mit Hüftwürfen ganz schön staunen lassen. Hut ab davor", zollte Weiß den Gastgebern Respekt.

So spielte sich das Geschehen in den ersten 15 Minuten auch relativ auf Augenhöhe ab. Calbe legte in der achten Minute zum ersten Mal mit drei Toren zum 6:3 vor, Oebisfelde IV kam zum 5:6 heran. Dann war die TSG erneut am Zug, baute wieder einen Drei-Tore-Vorsprung (9:6) auf, der Gegner schloss nochmals zum 7:9 an.

Dies war allerdings das letzte Mal, dass der Gastgeber den Calbensern so nah kommen sollte. Diese spielten in der Folge ihre große Konterstärke aus und zogen zunächst auf sieben und schließlich zur Pause auf zehn Treffer zum 19:9 davon.

In der zweiten Halbzeit zeigte sich dann, dass Oebisfelde IV zwar sehr ballerfahren ist, aber dafür nicht über die beste Ausdauer verfügt. "Unsere überlegene Kondition war unser Trumpf", fasste Weiß zusammen. Immer wieder lief die TSG Gegenstöße, mit denen der SVO IV zunehmend überfordert war.

Zusätzlichen Ansporn fanden die Saalestädter einmal mehr in ihren Fans, die scharenweise in die Hans-Pickert-Halle gekommen waren, um ihr Team zu unterstützen. "Da ist man immer wieder aufs Neue baff. Es ist großartig, dass uns die Zuschauer zu so vielen Auswärtsspielen begleiten." Mit einer Torausbeute von 44 Treffern, an der jeder TSG-Spieler seinen Anteil hatte, bereuten es die Fans auch nicht. Ihr Liebling dürfte an diesem Tag aber Ronny Krause gewesen sein, der fast ein Viertel der Treffer auf seinem Konto verbuchte.

Calbe steht nun im Halbfinale und hofft vor allem auf ein Heimspiel. "Mal sehen, was wir für ein Los ziehen", ließ sich Weiß überraschen. "Auf jeden Fall freuen sich die Jungs riesig, die nächste Runde erreicht zu haben."

TSG Calbe: Wiederhold, Betram - Walter (2), Barby (2), Krause (10), Gieraths (1), Hulha (1), Kaiser (2), Marschall (5), Weiß (7), Sowa (3), Kralik (8), Hübner (4)

Siebenmeter: Oebisfelde IV 4/1 - Calbe 3/1; Zeitstrafen: Oebisfelde IV: 2 - Calbe 4; Rot: Thomas Müller (21.; Foulspiel, Oebisfelde IV) Martin Sowa (42.; 3x2 Minuten, Calbe)