Schönebeck/Berlin (nrc) l Lange hatten die Frauen des Schönebecker SV mit sich und dem Saisonverlauf in der 2. Kegel-Bundesliga gehadert. Und im Prinzip müssen sie das immer noch, denn nach wie vor tragen sie die Rote Laterne. Aber der erste Schritt Richtung Klassenerhalt ist getan.

Und dabei sorgte der SSV gleich noch für die Überraschung des Spieltages. Mit 5:3 (3094:3087) siegten die Elbestädterinnen beim Dritten Kleeblatt Berlin. "Damit hatten wir nicht gerechnet", sagte Mannschaftsleisterin Anja Groß. Dass beim Auswärtserfolg auch eine große Portion Glück dabei war, ist ihr bewusst. Immerhin waren drei Resultate extrem knapp.

Das engste Spielergebnis stand am Ende bei Juliane Große auf der Anzeigetafel - 527:526 gegen Berlins Peggy Zenker. Da staunten alle nicht schlecht. Der eine Kegel war aber Gold wert, denn er rettete dem SSV einen Mannschaftspunkt. Anne Stahlich und Kerstin Bich mussten aber nicht minder zittern. Stahlich hatte am Ende nur drei Holz Vorsprung auf Steffi Tränkler (2:2; 514:511), Bich zwei Zähler auf Mandy Liss (2:2; 512:510). "Solche knappen Ergebnisse sind wir aber gewohnt", erklärte Groß. "Zum Saisonbeginn hatten wir immer sehr knapp verloren."

Nun hatte der SSV ebenso knapp gewonnen. Warum die Ergebnisse so eng ausfielen, konnte Groß selbst nicht genau sagen. "Ich denke, die mittleren Bahnen haben entschieden. Es kam niemand von uns besonders gut oder schlecht ins Spiel oder hatte keine Luft mehr am Ende." Groß ist allerdings stolz auf ihre Mannschaft. "Die Bahn in Berlin ist schwer. Da muss man sich anstrengen, wenn man eine hohe Kegelanzahl haben will. Aber das ist uns gelungen, alles lief gut und wir waren an diesem Tag die bessere Mannschaft. Der Erfolg in Berlin ist wichtig, nicht nur für die Tabelle, sondern auch für die Psyche der Mannschaft." Diese tankte nach dem Sieg noch zusätzlich auf, als die Hauptstädterinnen den Gästen für ihre hohen Ergebnisse gratulierten.

Im Training hatte die Mannschaftsleiterin allerdings nichts verändert, auch nicht die Aufstellung. "Wir haben uns so vorbereitet wie auf jeden anderen Gegner auch."

Nach neun Niederlagen war es der vierte Sieg für den SSV. Mit 8:18-Punkten stehen das Team zwar immer noch auf dem letzten Platz, aber der Abstand zum ATSV Freiberg beträgt nur noch einen Zähler. "Wir hoffen, dass es jetzt endlich aufwärts geht", sagte Groß. "Wir werden in den letzten Spielen noch einmal alles geben, um die Klasse zu halten."

Die nächste Gelegenheit dafür haben die Elbestädterinnen am Sonntag beim VfB Sangerhausen. Auch gegen diese Mannschaft gab es im Hinrundenspiel eine 3:5-Niederlage. Und auch damals hatte es ein sehr knappes Ergebnis gegeben. Toni Müller hatte damals mit nur zwei Kegel (523:521) Vorsprung einen Mannschaftspunkt geholt.

Vielleicht gelingt dem SSV noch einmal eine Überraschung und das Team fährt noch einmal Punkte gegen eine Mannschaft aus der oberen Tabellenhälfte ein. Die Sangerhäuser sind Vierte und werden nach dem vergangenen Spieltag die Gegner aus der Elbestädter sehr ernst nehmen.