Der 1. Schönebecker Judoclub startete direkt mit einem Hammer Turnier in Jahr 2015. Der Sparkassen-Cup in Jena ist das zweitgrößte in Mitteldeutschland. Dieses Jahr fand das mit 736 Kämpfer aus 90 Vereinen besetzte Turnier in der Sparkassen Arena statt. Die Schönebecker Judokas konnten sich am Ende über vier dritte und zwei zweite Plätze freuen.

Jena (kla/nrc) lIn der U 10 gingen Jason Tausch und Jean Luk Moritz an den Start. In der Altersklasse der U 15 vertraten Niklas Tausch und Leonardo Graßhoff die Schönebecker. Jean startete in der 27,5 Kilogramm-Klasse in einem Doppel-Pool-System. Hier gilt es in seinem Pool Erster oder Zweiter zu werden, um in das Halbfinale einzuziehen. Im ersten Kampf traf er auf Fabian Arelin (JC Leipzig) und trat etwas verhalten an. Doch Jean wurde besser und warf seinen Gegner mit einem linken O-goshi (Großer-Hüftwurf) auf die Matte und erhielt einen Ippon.

Im zweiten Kampf traf er auf Arthur Häussler (JC Halle), ein unbequemer und starker Gegner. Kurz vor Ende der Kampfzeit gelang es Jean, einen schwachen Angriff seines Gegner mit einem O-soto-gari zu kontern und den Kampf zu gewinnen. Jetzt noch ein Kampf und Jean würde als Pool-Sieger in das Halbfinale einziehen.

Gegen Jeremy Schindler von den Leipziger Löwen setzte Jean einen Ko-soto-gake an und im Boden mit einer Festhalte nach - Ippon für den Schönebecker.

Im Halbfinale galt es jetzt Mark Häussler zu bezwingen. Beide Kämpfer waren hochmotiviert. Jean kämpfte wie ein Löwe und ließ dem Hallenser keine Luft. Links setzte er eine Mischung aus Seoi-toshi und O-goshi an. Die anschließende Festhalte brachte den Sieg. Im Finale gegen Ramsan Baliev (UJKC Potsdam) war Jean dann etwas zu übermotiviert und verlor durch einen Anfängerfehler. Somit stand ein verdienter zweiter Platz fest, über den sich Jean erst nicht freute. Aber das Trainier-Team überzeugten ihn, dass dies ein großartiges Ergebnis bei einem so großem Turnier war.

Jason startete in der Gewichtsklasse bis 25,9 Kilogramm. Im ersten Kampf gegen Yannai Gastelev (JC Jena) nutzen er seine schnellen Reflexe, wich einem Angriff aus und beendete den Kampf mit einem linken O-goshi. Im zweiten Kampf gegen Adrian David Keller (TSG Südwest Frankfurt am Main) musste Jason eine Niederlage einstecken. Doch er zog ins Halbfinale ein.

Davon beflügelt, kämpfte sich Jason gegen Darius Sieb (SV Fortuna Pößneck) in die Favoritenrolle zurück und bezwang seinen Gegner mit einem linken O-goshi. Doch im Finale wartete wieder Adrian, der mit dem hippligen Schönebecker umzugehen wusste.

Jetzt waren die Großen an der Reihe. Niklas (bis 34 Kilogramm) trat gegen Leif Bräunning (VFL Riesa) an und machte kurzen Prozess. Mit einem starken Kuzushi und einem der Situation angepassten Ko-soto-gake fegte ihn Niklas von der Matte.

Der zweite Kampf gegen Levin Gerlach (JC Jena) gestaltet sich äußerst schwierig. Niklas lag am Ende der Kampfzeit ganz knapp hinten. Der Schönebecker erwischte keinen guten Tag, wusste aber das Platz drei durchaus möglich war.

Gegen Nilas Voß (FSV Gotha) setzte Niklas seinen Griff durch und zeigte gute Angriffe in einer Bodensituation. Hier nutzte er seine Stärke und erarbeitete sich einen Hebel, mit dem er seinen Gegner zur Aufgabe zwang. Erneut motiviert ging es in der Hoffnungsrunde gegen Kevin Schulze (Burgstädter TSV). Niklas brachte nach kurzer Zeit seinen Gegner zu Boden und erarbeitete sich eine Sankaku (Festhalte) aus der es für Kevin kein Entrinnen gab.

Nun galt es, Hagen Joost (FSV Gotha) zu bezwingen, um den dritten Platz zu erreichen. Trainer Kevin Ladebeck ermahnte seinen Schützling noch einmal, er solle sich wieder im Stand eindrehen. Mit seinen starken Ippon-seoi-nage könne er den Kampf gegen den groß gewachsenen Hagen gewinnen. Niklas setzte dies um und sicherte sich damit einen dritten Platz.

Leonardo (bis 43 Kilogramm)ging als Letzter an diesem Tag auf die Matte. Im ersten Kampf traf er direkt auf einen der Favoriten, Martin Limmer (SV Schwarzer). Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte Leonardo alle Angriffe von Martin abwehren und gewann an Sicherheit. Den nächsten Angriff sollte Martin bereuen, denn der Schönebecker wich diesem aus, brachte Martin durch seinen eigenen Schwung aus dem Gleichgewicht und konterte ihn mit einen Handwurf. Mit breiter Brust bestritt Leonardo seinen nächsten Kämpfe gegen Lukas Richter (JC Leipzig). Ein O-uchi-gari und ein anschließender Hebel brachten ihn ins Halbfinale.

Hier traf er auf Christian Reuter, der an diesem Tag in Bestform war. Leonardo lief in seine Spezialtechnik hinein und musste den Kampf abgeben. Immer noch motiviert stellte er sich Thaddäus Junge (JC Samurai Oranienburg). Dieses letzte Duell sollte für alle ein wahrer Krimi werden. Ein ausgeglichener Kampf wurde von den Richtern 30 Sekunden vor Schluss zum Albtraum für die Schönebecker. Er bekam eine ungerechtfertigte Strafe. Doch Leonardo ließ sich nicht unterkriegen und rang seinen Gegner nieder. Äußerlich völlig erschöpft, konnte er sich kaum über Platz drei freuen, platze aber innerlich vor Freude.

Am folgenden Tag startete Selena Pfannenschmidt in der Klasse bis 33 Kilogramm zunächst gegen Lena Enders (FSV Gotha) an. Kurz geriet sie in Rückstand und befreite sich aus einer gefährlichen Bodensituation. Selena nutze dann den ersten Fehler ihrer Gegnerin, um sie mit einem Handwurf zu kontern. Gegen Ema Regenhardt (PSV Weimar) war sie viel sicherer. Mit neu gelernten Techniken versuchte sie den Kampf für sich zu entscheiden. Doch die guten Ansätze reichten noch nicht. Somit griff die Schönebeckerin auf die bewehrten Techniken zurück. Mit einem linken O-goshi brachte sie Emma zu Fall.

Im Halbfinale traf Selena auf Shenna Nitsche (VFL Riese). Deren unruhiger Kampfweise übertrug sich auch auf Selena und so ging es von einer etwas umstrittenen Situation vom Boden in den Stand und wieder zurück. Normalerweise zieht dies eine Kampfunterbrechung nach sich, doch die Richter ließen weiterlaufen. Selena wurde von ihrer Gegnerin überrumpelt und löste sich aus der Festhalte nicht mehr. Sichtlich geknickt kam sie von der Matte Doch noch stand der Kampf um Platz drei an.

Theresa Gehring (Post SV Bamberg) sollte aber keine große Hürde darstellen. Physisch überlegen, setzte Selena ihren Griff durch. Im Boden wehrte Theresa einen angesetzten Hebel noch ab, doch den O-goshi im Stand nicht mehr und es gab einen tapfer erkämpften dritter Rang.

Esleida, in der Klasse ab 52 Kilogramm, trat gleich gegen einer der Favoriten an. Doch die Schönebeckerin nutze ihre große Konterstärke aus Sie brachte Joelle Zeigerer (JSC Stotternheim) zweimal mit einer Gake-Technik zu Fall und lag bis 20 Sekunden vor Schluss mit Yuko (Vorteil) und Waza-ari (halber Punkt) in Führung. Doch statt diese über die Zeit zu bringen, ließ sich Esleida auf den Kampf ein und geriet in eine Festhalte, aus der sie sich nicht mehr befreite. Auch sie musste in die Hoffnungsrunde.

Gegen Sophie Schulte (SKKA Nordhausen) zog die Schönebeckerin mit einen Hiza-guruma in die nächste Runde ein. Hier sicherte sie sich den Sieg und Platz drei. Eine schlecht eingedrehte Technik von Sonik Kulke (JSV Sonderhausen)wurde von Esleida mit einem Handwurf gekontert. Aus der anschließenden Festhalte löste sich Sonik nicht mehr.